Full text: Hessenland (46.1935)

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dann wieder gediehen üppige, subtropische Wälder, 
deren vertorfende Pflanzen heute als Braunkohle 
vorliegen, z. T. durch späteren Vulkanismus ver 
edelt. Phonolithe bildeten mächtige Stöcke und 
Decken, Basalt umfloß fie, drang in alte Tuffe 
unterirdisch ein, schob sich zwischen tertiäre Sedi 
mente und drang auch hinauf zur Oberfläche. Die 
Arbeiten Klüpfel'ö und feiner Schüler dürften 
bald eingehende Kenntnisse über den damaligen 
Vulkanismus bringen. Im Kerngebiet des basal 
tischen Vulkanismus, — das der Ponolithe liegt 
etwas westlicher —, schuf nachbasaltische Hebung, 
die gegenüber dem Fuldaer Becken 500 Meter 
betragen dürfte, das heutige Gebirge, das eine 
Stufung der Triasschichten, die nur an nichtübcr- 
rolltem Hang, etwa bei Tann, scharf hervortritt. 
Da die Basaltschuttdecke mehrere Meter- 
mächtig den größten Teil der Hochfläche und der 
Hänge überzieht, herrscht dunkler Basaltboden 
bei weitem vor. Tuffschichten und die in wenig 
geneigtem Gelände sich anreichernden tonigen Zer 
setzungsprodukte des Basaltes wirken wafser- 
stauend und vernäfsend, so daß sich größere und 
kleinere Hochmoore, von denen Schwarzes und 
Rotes Moor mit mehrere Meter mächtigem 
Torf die bekanntesten sind, bilden konnten. Nnr 
im Süden zwischen Himmeldunkberg und Dam- 
meröfeld steht Muschelkalk auf der Hochfläche 
Kbb. 10. Bergsturzmassen am Pferdskopf 
Über den Guckai-Leen die bewaldeten Ñbsturzmassen, darüber nackte Felswände. 
leichtgewellte, alte Verebnungöfläche mit breiten 
Tälern überzieht. 
Von den Rändern dringt Zertalung ein und 
zerlappt die Hochfläche, in Kaskaden strömt 
manches Bächlein hinab und unterwühlt dabei 
das Gestein. An steilen Hängen, zumal wenn 
tonige Schichten von wasserundurchlässigen über 
lagert werden, verbreitern Bergstürze die Täler, 
die sich in die Hochrhön hineinziehen, und schaffen 
alpin anmutende Formen, so daß man schon an 
Moränen und Kare dachte. Nur wenige der 
Blockmeere und Schutthalden, die sich an diesen 
Hängen hinabziehen, dürften erst in der Jetztzeit 
entstanden sein. Eiszeitliches Frostklima ließ den 
zerfrorenen Boden wandern, Wanderschutt wälzte 
sich ins Tal. Damals entstanden die blocküber 
streuten Huten. Ausgleichend überzieht fast über 
all die Schuttdecke die Hänge und verdeckt die 
ohne Basaltschuttbedeckung an, hier ist natürlich 
wasserarmer, steiniger und trockener Humuskar 
bonatboden entwickelt. 
Neben der Höhenlage verhindert die Nässe des 
Basaltschuttgebietes den Ackerbau auf der Hoch 
rhönfläche, nur bei Knottenhof wird in über 600 
Meter Höhe sogar Weizen gebaut, da Roggen 
hier auswintert. Sonst ist Hutung oder Weide 
die Nutzungsart, soweit nicht Wälder vom Rand 
her, z. T. erst ganz jung aufgeforstet, auch von 
der Hochfläche Besitz ergreifen. Die vor den Ro 
dungen ursprüngliche Waldbedeckung der Hoch 
rhön tritt bei pollenanalytischer Untersuchung der 
Rhönmoore, die die gesamte postglaziale Wald 
geschichte wiedergeben, gut hervor (Overbeck). Die 
Gewinnung nutzbarer Gesteine und der Braun 
kohle setzte einstmals von den Rändern her ein, die 
Kohlenförderung östlich Tann wie bei Sieblos ist
        

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