Full text: Hessenland (46.1935)

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zeit beobachten, Erdfälle (Zeller Loch, Teufels 
kaute) und Salzquellen künden, daß die Auslau 
gung im Zechstein noch weitergeht, Versumpfung 
und Torfbildung künden junge Senkung. Die 
umformende Märkung des TLasterö zeigt fich be 
sonders nach Gewittergüssen und Überschwem 
mungen. Am stärksten verändert aber der Ntensch 
das heutige Landschaftöbild, indem er Flußläufe 
begradigt und blockbestreute Huten abräumt, 
Wälder abholzt und durch seine Bauten die ur 
sprüngliche Naturlandschaft immer mehr zurück 
treten läßt. 
Aber immer noch bleibt der Nkensch von den 
naturgegebenen Bedingungen in maßgebender 
Weise abhängig, und seine Siedlungen und sein 
Wirtschaftsleben muß sich den natürlichen Land- 
Die landschaftlichen Einheiten 
des Kreises Fulda läßt das beigefügte 
Kärtchen erkennen, eine Einzeldarstellung wird uns 
mit ihren Eigenheiten bekannt machen. 
Die Basaltflächen im W e st e n haben 
ihre größte Ausdehnung jenseits der Kreisgrenzen. 
Von Westen heranströmende Basalte und 
Trappe drangen bis an den Westrand der Bunt- 
sandsteinplatten vor, zum Teil über den Vogelö- 
bergostsprung noch hinüberflutend. Die technisch 
minderwertigen Steine der Basaltdecken liefern 
bei der Verwitterung einen dunklen, nährstoff 
reichen Boden, der aber stark zur Vernäfsung 
neigt. Breite, flache Talmulden find entwickelt, 
auf größere Erstreckung hemmt die vorgelagerte 
Sandsteinplatte das Eindringen junger Zertalnng, 
Ñbb. Z. Die landschaftl. Einheiten des Kreises Fulda (1:500000). 
©•* te Schroffen: Basaltgebiete Weite Lchraffeu: Triasgebiete 
waagerecht: Vogelsberg pwestl.Ba- waagerecht: Buitsand st einplatten 
scbräg: Landrücken ) saltflächen schräg: Rh ö nv or l a n d , vorwie- 
sentrecht: Hochrhön gend Buntsandstein, vulkan. 
Weiß: „Beckenlandschaiten" Durebbrüche schnarz 
Fulda-ña une - Becken (m. Dogelsberg- senkrecht: Muschelkalkflächen und ihre 
randtal), Fliedeniederung. Hänge 
schäften, die auf Grund gleicher geologischer Ge 
schichte zusammengehörende Oberflächenformen, 
entsprechende Bodenverhältnisse und ein be 
stimmtes Klima ausweisen, anpassen. Seit 
ältesten Zeiten erkannte der NIensch günstige 
landschaftliche Einheiten und nutzte sie aus, wäh 
rend er ungünstige oft bis in die neueste Zeit hin 
ein mied, bis etwa das Auftreten anderer Wirt 
schaftsformen, es sei nur neuer Bergbau genannt, 
eine Umschichtung der Best'edlungsdichte schuf. 
stellenweise führt ein schmales, gefällsreiches Tal 
stück aus den Weitungen der Basaltfläche zu den 
Tälern des Vorlandes (Blankenau). Höhenlage 
und Feuchtigkeit lasten Wiese und Weide als be 
sonders geeignete Nutzung hervortreten, südlich 
Jossa liegen Einzelhöfe im breiten Wiesental, 
auch westlich Hosenfeld find Einzelhöfe im Ba- 
saltgebiet verteilt. Nach Süden zu läßt bei 
Hauswurz die Fliedeniederung größere Täler in 
das Bafaltgebiet vorstoßen. Die dadurch bedingte 
bessere Entwässerung begünstigt den Ackerbau der 
in flachen Mulden gelegenen Dörfer (Kauppen,
        

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