Full text: Hessenland (46.1935)

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male entstandenen Salzlagern läßt sich aber im 
Fuldaer Land nichts nachweisen. Der O b e r e 
M nschelkalk steht wieder ganz unter der 
Herrschaft des Meeres, nach der Zeit der See 
lilien beginnt die Blüte der Ceratiten, weitver 
breitet im Fuldaer Land sind die Schalen dieser 
Ammonöhörner zu finden. Auch Fischreste und 
ein gut erhaltener Schlangenstern anö dieser Zeit 
wurden bei Fulda gesunden. 
Pflanzenreste in L e t t e n k o h l e n k e n p e r 
lassen die Herrschaft des Landes erkennen, zwei 
unreine Kohlenflöze sind damals entstanden. Der 
Gipökenper hat wieder ähnliche Bildnngs- 
bedingungen wie der Röt, im Wechsel von Land 
und (Meer entstanden mit dem Rät die jüngsten 
mesozoischen Schichten im Kreise, die folgenden 
dunklen Meereötone des Lias mit Ammoniten 
abdrücken finden sich zwei Kilometer jenseits der 
Grenze (bei Angersbach). 
ten, in der Umgebung Fuldas hinterließen sie ge 
waltige Schlotbrekzien, indem in den Sprengtrich 
ter neben vulkanischen Aschen zertrümmerte Reste 
des durchschossenen Gesteines hineinstürzten. In 
alten Explofionsröhren und auf Spalten drangen 
flüssige (M a s s e n zur Erdoberfläche empor, 
nach den hellen, sauren Phonolithen erschienen 
Basalte. Zumal im Vogelsberg entstanden ge 
waltige Deckenergüfse, daneben drangen die Ba 
salte aber auch unterirdisch als Intrusionen in 
lockere, zumal tertiäre Schichten ein, wofiir die 
Rhön gute Beispiele liefert. Zn Pausen der 
vulkanischen Tätigkeit wirkten Abtragung und 
Verwitterung, und nach ihrem Abschluß entstand 
unter subtropischem Klima ebenfalls rasch wieder 
eine Lateritdecke, von der umgelagerte Roterdereste 
bei Fulda die letzte Spur sein könnten. 
Schollenbewegungen in der jiing- 
st e n T e r t i ä r z e i t, die in großwelligcn Ver- 
Taujstem 
Hmmdsbs 
0L m VuVda 
an 
flbb. 2. Wesl-Gstprofil durch vogelsberg (nach Klüpfel) und Vhän. 
P: Paläozoikum, T: Trias. Basalte: schwarz, sedimentäres Tertiär punktiert und gestrichelt. 
Rh, Sch. G.: Rheinisches Lchiefergebirge. O. S.: Gstsprung, an ihm wurde das östliche Bunttandsteingebiet 
herausgehoben. 
Jüngere Schichten des Zura'ö wie der Kreide 
fehlen in ganz Kurhefsen, z. T. find sie iiberhanpt 
nicht abgelagert worden. Damals begann eine 
Zeit, in der tektonische V o r g ä n g e ein 
setzten, die die bis dahin regelmäßig abgelagerten 
mesozoischen Schichten zerbrachen. An den Rän 
dern der entstehenden Schollen brachen schmale 
Streifen als Gräben in die Tiefe oder wurden 
aufgepreßt, kräftige Verbiegungen traten hier 
ein, die zu Sätteln und Mulden führten. 
Abtragung beseitigte dann entstandene Höhen 
unterschiede, so daß die ersten Ablagerungen am 
Ansgang der älteren T e r t i ä r z e i t ein 
verhältnismäßig flaches Relief zudecken. Es ent 
standen schneckenreiche Süßwafserablagerungen, 
üppiger Pflanzenwuchs unter subtropischem Klima, 
das Palmen gedeihen ließ, ließ Braunkohlen ent 
stehen, die in der Hauptmaste dem jüngeren 
Tertiär (Miozän) zugehören. 
In finkendem Raum begann der V u l k a n i s - 
m n ö *) mit Gasausbrüchen, die in Hochrhön und 
Vogelsberg eine Tuffdecke iiber das Land breite- 
i) Oie vulkanischen Vorgänge dürften bald durch die 
Arbeiten KlüpfelS und feiner Schüler weitgebend geklärt fein. 
biegungen und im Nachfinken schon früher einge 
brochener Krustenteile bestehen, führten hier zur 
Aufschüttung, z. B. bei Fulda, wo eine C'inmul- 
dnng erfolgte; anderweitig konnte Abtragung ein 
setzen und ließ Landstnfen entstehen. Gleichzeitig 
war an den Grenzstellen der Triasschollen die 
Möglichkeit für ein kräftigeres Einsetzen der 
Salzauslaugung im Zechstein gegeben. 
Es entstehen Niederungen und Einbrüche, die von 
hellen verwitterten Masten der damaligen Zeit 
erfüllt werden. 
Scharf heben sich von diesen Sanden und ge 
ringmächtigen Schottern bezw. Schuttmafsen die 
roten Bildungen der E i 6 z e i t ab. Damals 
fehlte bleichende und zersetzende Verwitterung, so 
daß Phonolith- und Basaltgeröll inmitten der 
roten Sandsteinkiese erhalten blieb. Unterbrechung 
der Taleintiefung ließ mächtige Schotteranhäu 
fungen entstehen, die als Terrassen alte höhere 
Talböden ankünden. Bodenfluß ließ besonders 
in der Hochrhön gewaltige Schuttströme hangab- 
wärts gleiten, damals wurden die Basalt- und 
Sandsteinblockmeere angelegt. 
Bodenrutschungen kann man noch zur Jetzt-
        

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