Full text: Hessenland (46.1935)

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seien hier namentlich genannt: Prof. Dr. Behr- 
m a n n, Frankfurt, Dr. med. Alfred Martin, 
Bad Nauheim, Prof. Dr. M i tz k a , Marburg, Dr. 
W i l h e l m Schmitz, Frankfurt, Dr. Zaunert, 
Kassel — in diesem weitschichtig angelegten Lieferungs 
werk vornehmen. Die neuen Arbeitsweisen, um die 
in den letzten Zähren so erbittert gerungen wurde, sol 
len und können hier nun ihre Feuerprobe bestehen. 
Drei Bände sollen die beiden großen Abteilungen 
„Einführung in die deutsche Volkskunde" und „Lebens- 
änßerungen des deutschen Volkstums" umspannen. Vom 
ersten Bande liegen folgende Beiträge fertig vor: 
W. P e ß l e r , „Der Volkskunde Wert und Wesen, 
Wirkung und Weite", W. Schmitz, „Geschichte der 
Volkskunde", W. P e ß l e r, „Methoden in der deut 
schen Volkskunde", Martha Bringe meier, 
„Die soziologische Methode der deutschen Volkskunde", 
Walther Behrmann, „Der deutsche Boden als 
Grundlage deutschen Volkstums". Der erste Aufsatz 
Peßlerg weist in klaren Worten die große Bedeutung 
der Volkskunde für die Erziehung zur Volksgemein 
schaft im nationalsozialistischen Staate nach, hebt die 
entscheidende Verantwortung hervor, die dem Volks 
kundler heute als Volkserzieher zugefallen ist, und sucht 
die Umgrenzungen der einzelnen volkskundlichen Auf 
gaben und Arheitsgebiete abzuschreiten. Der Beitrag 
von Schmitz kann natürlich nur die Hauptlinien der 
Geschichte der volkskmidlichen Wissenschaft umreißen. 
Peßler legt dann Wert und Fruchtbarkeit der geographi 
schen Arbeitsweise dar, die, voni großen Deutschen 
Sprachatlas übernommen, in dem gewaltigen Atlas 
der deutschen Volkskunde zur Auswirkung kommt. 
Martha Bringemeier bringt den Wert der soziologischen 
Arbeitsweise des Kreises um den Frankfurter Volks- 
Aus der Heimat. 
Oer Nestor der deutschen romanischen Philologen 
90 Zahre alt. 
Der in M a r b u r g im Ruhestand lebende Ordi 
narius der romanischen Philologie an der Ilniversität 
Greifswald, Geh. Reg.-Rat Dr. Edmund Stengel, 
beging am 5. April feinen 90. Geburtstag. Bis zum 
Zahre 1896 gehörte er der Marburger philosophischen 
Fakultät an und war der erste Direktor des auf seine 
Anregung gestifteten romanischen Seminars der Uni 
versität. Zn diese Zeit fällt die erste Blüte der neu 
philologischen Studien in Marburg. Gelegentlich sei 
nes goldenen Doktorjubiläums im Zahre 1918 erneuerte 
die Bonner philosophische Fakultät die Doktorwürde 
und betonte dabei des „Gelehrten reiche Wissenschaft- 
Personalien. 
Geboren: Eine Tochter: Dr. jur. Luis Angel- 
rodriguez und Frau Erika, geb. Kilber (Sogamosa- 
Boyara, 8. 2.); Professor Dr. Eduard Hofmann und 
Frau Toni, geb. Hilmer (Kassel, 11. 2.); Dr. Theo 
Peters und Frau Renate, geb. Schwenkenbecher (Ber 
lin, i i. 2.): Dr. Walter Völler und Frau Zlse (Kassel, 
18. 2.); Dr. L. Biermer und Frau Gertrud, geb. Pfei 
fer (Kassel, 27. 2.); Dr. med. E. Schräder und Frau 
Rosanna, geb. Groeschke (Kassel, 28. 2.). 
Zwillinge: Dr. Zngenieur Hans Siebert und 
Frau Käthe, geb. Gweschke (Kassel, 27. 2.). 
Ein Sohn: Dr. E. Gutbier und Frau Elisabeth, 
geb. Trcpplin (Marburg, I\. 2.); Diplom-Optiker Dr. 
kundler Schwietering, der den Nachdruck auf 
die gemcinschaftsbildenden Faktoren des Bauerntums 
legt, in überzeugender Form zur Darstellung. llber 
den Beitrag Behrmanng werden wir, wenn er fertig 
vorliegt, berichten. 
Vom zweiten und dritten Bande liegen bisher vor: 
Wilhelm Seedorf, „Arbeitsbräuche in der Land 
wirtschaft", Walther Mitzka, „Volkskundliche 
Verkehrsmittel" und O. A. Erich, „Volkskunst und 
Volksindustrie". Es ist klar, daß gerade unsere hessische 
Landschaft in diesen Beiträgen zu Worte kommt. Zst 
sie doch eine volkskundliche Fundgrube ersten Ranges, 
die der vollen Ausschöpfung auf weiten Gebieten noch 
harrt. Kein Wunder, wenn die Bilder vielfach aus 
unserer engsten Heimat stammen: besonders bei Mitzka 
schaut uns immer wieder Marburg und seine nächste 
Umgebung an. Seedorf und Mitzka müssen immer 
wieder betonen, daß noch viele Beobachtungen gemacht 
werden müssen, ehe gerade die Gebiete der Sachvolks- 
kunde vollständig dargestellt werden können. Wir 
freuen uns der wertvollen Anregungen auf bisher gar 
nicht oder wenig beackerten Gebieten. 
Die Bilder und Kartenskizzen unterstützen aufs Beste 
den klar geschriebenen Text aller Beiträge. Zedcm 
Aufsatz ist eine knappe wertende Literaturübersicht bei 
gegebe». Auf Kritik, die sich nur an Einzelheiten hal 
ten könnte, sei hier verzichtet. Die prächtige Ausstat 
tung, die klare Sprache, die wohldurchdachten Gliede 
rungen des Stoffes machen das Lesen zu einem Ge 
nuß. Zedem, der die wissenschaftlich begründeten 
Grundlagen unseres Volkstums sucht, kann dieses 
Werk nur empfohlen werden. Es ist schon jetzt als 
ein Hauptwerk der deutschen Volkskunde klar zu er 
kennen. Bernhard Martin. 
liche Tätigkeit auf dem Gebiete namentlich des Alt- 
französischen und Provenzalischen, in der er nicht nur 
durch Veröffentlichung den verschiedenen Perioden an- 
gehörige Texte dem Literarhistoriker und dem Sprach 
forscher den Stoff für seine Studien geliefert, sondern 
auch selbst durch Untersuchungen, namentlich über 
Metrik, über das mittelalterliche Epos, die Lyrik und 
das Drama, die Forschung bedeutend gefördert hat". 
Geheimrat Stengel ist seit fast 20 Zähren erblindet 
und lebt seit zehn Zähren in Marburg, an dessen Uni 
versität bekanntlich sein Sohn, der Ordinarius für 
mittlere und neuere Geschichte und Direktor des 
historischen Seminars, Prof. Dr. Edmund E. Sten 
gel, seit vielen Zähren wirkt. 
phil. Hans Heß und Frau Sofie, geb. Gebhardt (Kas 
sel, 10. 2.); Franz Schmitz und Frau Margarethe, geb. 
Hildebrand (Marburg, 12. 2.): Wilhelm Snntheim 
und Frau Liselotte, geb. Kaphingst (Bad Wildungen, 
ist. 2.); Dr. med. Hang Knorr und Frau Edith, geb. 
Weideman (Kassel, 6. 3.): Dipl.-Zng. August Ger 
hardt und Frau Zlse, geb. Kratzenberg (Kassel, 6. 3.); 
Dr. med. Wolfgang Elster und Frau Margarete, geb. 
Bachmann (Kassel, im März): Dr. Kurt Koepsel und 
Frau Christa, geb. Feußner (Kassel, 20. 3.); Haupt 
mann Fritz Estor und Frau Gertrud, geb. Mattheus 
(Kassel, 25. 3.); Direktor Dr. Müller und Frau Ger 
trud, geb. Helmecke (Marburg, 30. 3.).
        

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