Full text: Hessenland (46.1935)

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22Z. Das honn ich bie fo’n Oweukreebeler uffgedruseld. / 
Bei einem Ofenreiniger gefunden. / 
224. Vorne weg! / wurde früher, anstatt Achtung beim 
Gliedern gerufen; spaßhafte Zutat war das „hinnen 
Dreck", f. Nr. z 48 . / 
225. Dag blaue Ländchen. / Der hannoversche Land 
strich Laudwehrhagen, Uschlag, Dalheim, Nieste 
usw. / 
226. Faralle. ./ Die Bremerstraße von der Königstraße 
bis zum Wall. / 
227. Filzlaus. / Untere Hohentorstraße. >/ 
228. Der tote Mann. / Der letzte Teil der Oberen 
Carlstraße, war früher eine Sackgasse und hatte 
demzufolge nur geringen Verkehr. / 
229. Oer Blinddarm. / Oie Ruhlstraße, eine Sack- 
gafse. / 
230. Oe grade Fullegafse. / die obere Fuldagasse. / Oe 
scheiwe Fullegafse / die untere Fuldagafse. / 
2z1.De Siewen Rawen. J Obere Sophienftraße. / 
232. Oe Kuddenecke. / Der obere Teil des Pferde 
marktes. J 
233. Langschenkelgaste, oder auch lange Schenkelgasse 
oder Schindergafse. / Oie Waisenhausstraße. / 
2z/su. Oer Ziegenstall. / Christophstraße, neben der so 
genannten Krinoline. 1 
2zst b. Zibich — Baumgartenstr. / Den Ruf „zibich" 
gebrauchten die Kinder früher beim Suchen- 
spkelen, hatte das Kind einen scheinbar sicheren 
Schlupfwinkel gefunden, ertönte der Ruf „zibich". 
Da nun die Baumgartenstr. von der Linden- 
bergstr. aus gesehen, sehr versteckt liegt und von 
oben gar nicht bemerkt wird, hat der Volks 
mund dieser Straße die Bezeichnung „Zibich" 
gegeben. / 
234 c. „ 21 . K." — eine nicht wiederzugebende Bezeich 
nung für das enge Schlupfgäschen zwischen 
Bädergasse und Betterhäuserstr. / 
2zst cl. „Hinter der alten Krinoline". / Vor kurzem 
noch mit „Goethestr." benannt, von der Wörth 
straße bis zur Sedanstr. ./ 
234 e. „Oberbeamteulaufbahn" — wurde der Gehweg 
»eben der Frankfurterstr., gegenüber der Ge 
mäldegalerie getauft. ./ 
234 cl. „Lumpggaste" oder „Lumpse" — die jetzige 
Kreuzstraße. / 
234 6. „Bocksmuttergafse" ist gleichbedeutend mit Zie- 
gengafse. ./ 
234 f. „Oreiwitwenstraße" — Ulmenstraße — weil die 
anliegenden Hausbesitzer sämtlich Witwen 
waren. / 
g- „ 3 ahnlücke" — die unterbrochene Häuserreihe 
der Unt. Königstraße in der Richtung der St. 
Martinskirche. ./ 
234 h. „Neue Straße" — die 105 Jäher alte Artil- 
lerkestraße. / 
2 z 4 i. „Alwernhausen" — das Grüne Wegviertel, weil 
hier s. Z. sehr unplanmäßig gebaut wurde. / 
2 z 4 k. „Seidenes Strümpfchen" ist die Verlängerung 
der Ob. Ziegengaste nach der Unt. Karlstraße 
hin, die Ableitung dieser eigenartigen Bezeich 
nung konnte big heute noch nicht ermittelt wer 
den. / 
234 1 . „Die Gnadengäßchen" ein Ersatz für den s. Z. 
geplanten Straßenzug vom Friedrichsplatz »ach 
dem Bahnhof, erst auf wiederholten Antrag 
von der Gnade des Kurfürsten bewilligt, daher 
die Bezeichnung „Gnadengasse". / 
2 z 4 in. „Wassergartcn" nannte man das früher sehr 
feuchte Gelände zwischen dem vorderen Teil des 
„Grünen Weges" und der Wolfhagerstraße. / 
234 n. „Stinkepforte" — jetzt Tränkepforte, die ehe 
mals durch einen Durchlaß in der Stadtmauer 
zur Pferdetränke führte. / 
2 z 4 o. „Backetrogstraße — Wörthstraße. / 
23/s p. „Schwinnebromenade" — Schlachthofstraße. / 
235. Du hosd mä ne Drihangel in minnen Iaß gerissen. 
/ Einen langep Riß in meinen Rock. / 
236. Orusel. / Rinnstein, die Bezeichnung kommt vom 
Orufelwasser. / 
237. Hä ig am Salwenne. / Am Ende, Salb-ende, 
Webekante, am Ende. / 
238. Deichaffe. / Spitzname für einen Bäcker. / 
23g. Schdrambulsderig. / Stramm gepolster, gespannt, 
widerspenstig. / 
24«. Hä verneglischiert sich big dord miß. / Er vernach- 
lässtgt sein Äußeres. / 
241. Sä hodd d's Crisbinchen uß dm Schranke ge 
nommen. / Den Umhang. / 
242. D's Blage äß in de Sudde gefallen. / Das Kind 
ist in den Schlamm gefallen. / 
24z. Hosde dann unse Gimmerätzerchen schon gesehen? 
/ Kleine Schweine. I 
244- Lumpen un Flehe. / Bezeichnung für Weißkraut 
mit Kümmel. / 
245. Du hosd awer ne Gurre. / Ein stumpfes Messer. J 
246. Hol mä mo ne Schusderkarmeuade. / Einen Hand- 
käse. / 
247. Zch nehme minne Bodaniese midde. / Meine 
Botanisterbüchse. ,/ 
248. Himmel un Erde. / Ein Gericht Apfel und Kar 
toffeln. / 
249. Brullje schnieden. ./ Staat machen. / 
250. Uff m Brink saßen de Heekerschwiewer. / Oie 
Hökerinnen. ./ 
231. Hä ging „zijohne" wegg. / Er ging langsam fort./ 
232. Wenn d'r Nagel erschd richtig ingerosded äs, dann 
kanusde lange dinsen, ehr d'n rußkrichesd. / Man 
muß seine Tätigkeit nicht zu spät einsetzen, — 
man soll nichts auf die lange Bank schieben. / 
2 53 - Ich den jidzt uß d'm Schlamassel ruß. / Es geht 
mir jetzt wieder bester. ,/ 
254. D'r Kern von d'm Kerle äs gesund, do äs nir 
Wormschdicheriges drahne. 1 Er ist ein Mann 
ohne Fehl und Tadel. / 
2 55- Hä hodd sich in sinne Brofesstone geherig ingesul- 
werd. ,/ Er hat sich gut eingearbeitet. / 
236. Millers sinn Schlunkhälse. / Sie können nicht 
genug bekommen. / 
237. Du kannsd mich nio in d'r Maargasse besuchen. J 
Eine Einladung, der man nicht Folge zu leisten 
braucht. / 
237. 's Anna machde en Visiddenschniddchen Wien Knob- 
loch. / Anna zog den Mund zusammen und ver 
suchte sich vornehm auszudrücken. / 
239. Hä war adzelich. / Ärgerlich. / 
260. De Wohlhawenheid gock emme uß alle» Kuobb- 
lechern ruß. / Man sah es ihm an, daß er wohl 
habend war. / 
26i.Oinne Schularweid krichd d'n Rohdlauf von hin 
nen bis vorne. / Sie ist voller Fehler. / 
262. D'r Nikla hodd alles vergageld, oder an de Wiede 
gebrachd. ./ Er hat alles ausgegeben. / 
26z. Hä drug de Nase als wien Schderngicker. / Er 
war stolz. J 
264. D'r Alwernjahn hodd sich ne neie Schbroche zu- 
gelegd, die de bester zu sinnet Usschdaffierunge
        

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