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Stimmungsbilder und Landschaften und vor allem
das Bildnis zu meistern verstand.
Giebel besuchte Willingshausen im Jahre
(888 zum ersten Male, er zählt also neben seinem
Freunde Carl Bantzer zu den ältesten der noch
lebenden Künstler der Malerkolonie. Geheimrat
Bantzer hat in seiner Artikelserie „Hessens Land
und Leute in der deutschen Malerei" im „Hessen-
land" darum besonders auch Heinrich Giebel'ö ge
dacht, worauf wir an dieser Stelle verweisen kön
nen, dort finden sich auch einige treffliche Abbil
dungen seiner Werke. Immer wieder kehrte
Giebel nach Willingshausen zurück, aber er
malte auch in. Runkel a. d. Lahn, Frielendorf,
Neustadt und im Biedenköpfer Land. Vor allen
Dingen verdanken die Marburger ihm eine Reihe
saftiger, frischer Bilder aus unserer schönen
Stadt, Architekturen und Landschaften. Zuletzt
malte er in Schlitz und in Büdingen, deren
romantische Heimlichkeiten ihn besonders anzogen.
191Z wurde ihm das Lehramt für Zeichnen und
IValen an der Universität Marburg übertragen,
ein Amt, das er über 20 Jahre lang mit größ
tem Erfolg ausübte und ausbaute. Einer statt
lichen Zahl Schüler und Schülerinnen ist er Leh
rer für die Kunst geworden. Diese seine Arbeit
hat nicht nur bei den Generationen von Schü
lern, denen er Lehrer und Meister war, Anerken
nung gefunden, sie fand auch die Anerkennung
der Universität, die es ihm besonders dankte, daß
er durch seine Kunst, die tief im hessischen Volk
und Boden verwurzelt ist, Werke von bleiben
dem Wert schuf, und durch sein hervorragendes
künstlerisches Schaffen selbst die Arbeit an der
Universität so fruchtbar gestalten konnte.
Diese so eng mit unserem hessischen Fühlen und
Denken verbundene und bedeutsame deutsche
Kunst hat sich längst ihren Platz erobert. Frei
lich die Bilder Heinrich Giebels sprechen nicht in
lauten Tönen zu uns, sie wollen aufgesucht
sein, um sie ganz zu genießen. Die feine
Stimmung, den Duft einer Landschaft
weiß Giebel mit tiefer Empfindung einzufangen
und uns für immer zu vermitteln. Der hessische
Bauer und die hessische Bäuerin treten lebendig
uns aus den Bildern Heinrich Giebels entgegen,
so wie sie find, mitten aus dem täglichen Leben,
aus der Arbeit heraus, mit all dem Zauber, den
das Eigenleben jedes einzelnen wahren Menschen
ihm verleiht. Mitten in der Umgebung, die ihm
Aufnahme: Hofphotograph (E. Eberth, Kassel