Full text: Hessenland (46.1935)

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Knüllherberge, Darstellungen der Wegebezeichnungen 
und manches andere brachte. 
So erfüllte diese vorbildliche Ausstellung in ihrer 
klugen Beschränkung auf das Wesentliche und Wert- 
Personalien. 
Geboren: Ein Sohn: Dr. W. Grohe und Frau 
Frieda, geb. Dern (Marburg 2g. 5.); Professor Dr. 
Brock und Frau Charlotte, adopt. Reger (Marburg, 
21.6.); Landgerichtsdirektor Dr. Kieckebusch und Frau 
Maria, geb. Nelle (Marburg, 18. 7.). 
Eine Tochter: Amts- und Landgerichtsrat Otto 
Dohne und Frau Hedwig, geb. Krämer (Kassel, 4 - 6.); 
Zahnarzt Dr. Brauer und Frau Martha, geb. Dieck- 
hoff (Uelzen, 28.5.); Diplom.-Optiker Fr. Unkel und 
Frau Frieda, geb. Hirschmann (Marburg, 20.7.): 
Kreisleiter Dr. Reinhardt und Frau Käte, geb. Möh- 
ring (Melsungen, 1. 7.): Dr. W. Rohde und Frau 
Käthe, geb. Braun (Goddelau i. Hessen): 
Vermählte: Dr. phil. des. Heinz-Otto Hitzeroth und 
Frau Barbara, geb. Müller (Marburg, 27.7.): Amtg- 
oolle ganz die Aufgabe, die sich die Veranstalter ge 
stellt hatten: mitzuarbeiten an der Vertiefung des Hei 
matbewußtseins und mitzuschaffen, daß wieder ein 
bodenständiges Volk in unserem Vaterlande wohne. 
und Landrichter Dr. W. Boder und Frau Margot, geb. 
Rauch (Kassel). 
Gestorben: Professor a. D. Dr. Joh. Salzmann, 78 
Jahre alt (Marburg, 31.3.); Lehrer Georg Stückrath, 
53 3. (Kassel, 3.6.); Oberstleutnant a. D. und Polizei 
präsident i. R. Fedor Haack, 63 I. (Kassel, 3.6.); Leh 
rer i. R. Bälde, 8g I. (Kassel, ig. 6.); Frau Super 
intendent A. Klingender, geb. Eckhardt, 84 I. (Hofgeia- 
mar, 23. 6.): Apothekenbesitzer Fr. Stamm, 73 I. 
(Borken, 23.6.): Landesamtmann i. R. H. Lohrmann 
(Kassel, 23.6.); Stadtbanmeister Otto Philippi, 32 I. 
(Kassel, 4 - 7-): Frau Emilie Schroeder, geb. Seebohm, 
74 3 - (Marburg, 16.7.); Oberstleutnant a. D. Kocne- 
mann (Marburg, 18. 7.): Metropolitan i. R. W. 
Schuchardt (Kassel): Konrektor i. R. Heinrich Schwab, 
73 3 - (Kassel, 13.8.). 
Mitteilungen des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde. 
Herausgegeben vom Vorstände des Vereins. 
Aweigverein Kassel. 
Schon mehr als einmal wurde versucht, die Ent 
wicklung der Karlsaue darzustellen, aber noch 
keinmal wurde diese so in den Rahmen der großen 
europäischen Entwicklung gestellt, wie das Dr. H. 
Kram m am Abend des 18. Februars tat. Die An 
lagen im nördlichen Teil der Karlgaue, die damals noch 
eine Fuldainsel war, hatte zunächst noch ganz den 
Geist des 16. Jahrhunderts. Doch ist die 1368 begon 
nene Anlage ein sehr frühes Beispiel auf deutschem 
Boden. Landgraf Nkoritz hat dann dag Werk seines 
Vaters etwas erweitert. Während nun aber Wilhelms 
höhe, wie Landgraf Karl es begonnen, dem italienischen 
Parkideal entsprach, zeigt die spätere Anlage in der 
Karlsaue ein Hineinwachsen der Gartenarchitektur in 
die Landschaft. Das Orangerieschloß bildete die Basis 
der Anlage. Die Aue wurde über die ursprüngliche 
Insel hinaus erweitert und das ganze in den Nahmen 
jenes Kanals gefaßt, aus dem sich Küchengroben und 
Hirschgraben nach Maßgabe des ersten Planes dar 
stellen. Wegen Geländeschwierigkeiten kam der Plan 
aber nicht in seiner ersten Absicht zur Ausführung. A» 
seiner Stelle bildete man die Hauptallee ans mit dem 
Blicke zum Orangerieschloß, das das Auge immer wie 
der findet, wo man auch im Parke stehe» mag. Die 
Frage nach dem Architekten ist leider immer noch nicht 
zu beantworten. Wohl mag sich der Versailler Gar 
tenarchitekt Le Notre mit dem Projekt beschäftigt 
haben. Aber nirgends ist zu belegen, daß er in der 
Karlgaue entscheidend mitgewirkt hat. Eher schon kön 
nen Magnus Schlichting und ein Wnnsdorff dafür in 
Frage kommen. Auch die Frage, ob Landgraf Karl 
selbst als Architekt des Parkes anzusprechen ist, kann 
nicht geklärt werden. 
Die geplante Anlage verschiedener Gebäude während 
des 18. Jahrhunderts blieb unausgeführt. Nach 1786 
wurde der Park im englischen Geschmack umgewandelt. 
Dann verwahrloste er im 19. Jahrhundert, bis ihn 
Wilhelm Henze, der Schöpfer von Siebenbergen, ret 
tete und ihm seine heutige Gestalt gab. So prägen sich 
in der Geschichte der Aue die ganze europäische Kultur- 
entwicklung und ihre Geistesströmungen aus. 
Herr Landesbibliotheksdirektor Dr. Hopf gedachte des 
70. Todestages des großen hessischen Geschichtsforschers 
G. Landau. 
Herr Archivdirektor Dr. K. K n e t s ch sprach am 
4. März über Hessische Prinzen und Prin 
zessinnen im Auslande. Wir werden den 
Vortrag demnächst zum Abdruck bringen. 
Am 18. März sprach Herr Kustos Prof. Dr. 
M ö b i u s über W a s wissen wir und was 
können wir von der Vorgeschichte wis- 
s e n? Redner gab einen Überblick über die Ouellen, 
denen die Vorgeschichte ihre Erkenntnisse verdankt und 
die hauptsächlich in Siedlungen und Gräbern bestehen. 
Von Siedlungen wurden näher erwähnt die jungstein- 
zeitliche Siedlung beim Bahnhof Harleshausen und 
die Lat^ne-Siedlung bei Ockershausen. Ausführlicher 
wurden, oft den Berichten des Pflegers vorgeschichtlicher 
Denkmäler in Hessen, Prof. Merhart von Bernegg zu 
Nkarburg, folgend die Gräber behandelt, wobei beson 
dere Berücksichtigung die Steinkiste bei Altendorf, die 
Gräber bei Neuenstein im Knüll, bei Bergghausen und 
Molsbach im Kreise Hünfeld fanden. Sehr schwierig 
sei es, sich ein klares Bild der Kulturen, die aufein 
ander gefolgt sind, zu machen, da Hesse» als ausge 
sprochenes Durchgangsland Spuren der verschiedensten 
Kulturen enthält. Die dem Vortrage folgende Aus 
sprache brachte eine lebhafte Diskussion über die Aus 
grabungen auf dem Heiligenbcrge. 
Für die Schriftlcitung verantwortlich Archivrat Or. F. Uhlhorn, Marburg a. L.. Lothringer Straße 20. Zuschriften an 
diese Adresse oder an den Herausgeber, Marburg a. L., Markt 21. Verlag und Druck: Or. C. Hitzeroth, Marburg a. L. 
O. A.III/33: 850
        

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