Full text: Hessenland (46.1935)

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Jahre 1802 besitzen wir eine illustrierte Beschrei 
bung der Wasserkunst vom Brunnenmeister Her 
mann Eberhard in K. W. Justis Hessischen 
Denkwürdigkeiten. Das 517 Zentimeter hohe 
Rad mit 116 Zentimeter breiten und 22 Zenti 
meter hohen Schaufeln trieb mit drei Umdrehun 
gen in der Mmute das dreikolbige Saug- und 
Druckwerk mit einer Tagesausschüttung von 24 
Raummetern. Die tatsächliche Forderung durch 
das 64g Meter lange, 28 Millimeter weite und 
Abbildung 2 (nach Tafel 
144 Meter emporsteigende Rohr der Hainaer 
Eisenhütte blieb nicht ganz so groß; denn im 
Laufe der Fahre machte sich das Zuwachsen der 
Lichtung störend bemerkbar und überlastete die 
Pumpmaschine. 
Während der Arbeiten am Grün entstand in 
der Vorburg, und zwar zur Raumersparnis in 
nerhalb der Terrasse vor der Kemenate, ein gro 
ßer Kumpf aus Melnauer Sandstein (4 auf 
Abb. 2 und Tafel iZi bei Küch). Er faßte nach 
3 des kltlas von Ruch). 
Oie Haideseitung führt von links oben durch einen gemauerten Gang im Zwinger zum „roten Hahn" (i). 
Er belieferte zunächst die Küche, später durch ein steiles Fallrohr den Rcnthof (erbaut vor 1337), die Wirt- 
schaftsgebäude: 1376 das Backhaus (6), 1383 das Schlachthaus ( 3 ) mit großem Steintrog, 1391 das Brau 
haus (6r) mit Kumpf in der Maifch(Malz-)bude, außerdem 1379 die Badcstuben im Südslügel, die Buttelei 
(Anrichte), 1626 die Speisekammer. Ferner führten aus dem Behälter zwei Röhren rückläufig durch den ge 
mauerten Gang, die eine als Hilfsleitung zum Vorhofkumpf (4), die andere 1383 in einen Kumpf in 
Bückings Garten (3). Von hier aus wurden versorgt 1383 das Haus des Dr. Wolff (8), ein Kumpf für 
die Anwohner der Rittcrstraße (7), 1692 die Kanzlei (Landgericht), wobei das Rohr durch das Gebäude in 
einen Kumpf im Hof (9) gelegt wurde, das Haus des KammerfeeretariuS Nirolaus Becker (10) und 1626 
die Oberförsterei (Glaferfcher Hof, n), einschließlich 1627/28 die Landvogtei (Forsthof, 6). In der „Ratz 
fall" (Rattenfalle), der Nische zwischen Küche und Wilhelmsbau, bezeichnet der Ring neben Z den Ziehbrunnen 
in feinem tiefen Keller. Grund- und Aufriß der Anlage find aus den Tafeln io, 129 und 131 des Atlas 
von Küch ersichtlich. In der Licht- und Silberkammer (L) liegt der Vorratsbrunnen (Kreuz), im Keller des 
Wilhelmsbaus die kleine Quelle (Ring). 
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