Full text: Hessenland (46.1935)

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lügen Person von dannen nacher Cassel zu genüge 
vernommen, Ob es nun zwar mir an mei 
nem ort eine besondere große frende gewesen were, 
das nach erlangetem E. F. G. gnedigen befelch, 
ich also balt in unterthemgkeit hette parieren, und 
wie ich pflichtschuldig mich gehorsamblich stellen 
mögen, So haben aber Ihr Churs. Gn. zu Sachsen 
mir gnedigst dahin andentten laßen, das bis aus fer 
nere E. F. G. gnedige resolution, ich mich keiner 
dimission zu versehen haben solte, Sondern 
zweiffel auch aus denen Ursachen, weil Ihr 
Churs. Gn. wegen instehenden Fewertagen, und 
im abwesen Mächaels Praetor«, als vom Haus 
ans bestalten Capelmeisters alhier, meiner We 
nigen Dienste nicht gerne entrathen wollen, 
Mache mir aber keinen zweiffel es werden Ihr 
Churs. Gn. nach verflißung der Festage sich gne 
digst gefallen laßen, das diesem E. F. Gn. be- 
schehenen befelch ich untterthenige folge leisten, 
nndt zum förderlichsten mich zu Cassel einstellen 
möge, wie dan an meinem ort ich mitt möglichen 
Vleis dahin arbeiten will, 
Unter desen geruhen E. F. Gn. diesen meinen 
Verzug in gnaden und anders nicht zu verstehen, 
als das dero gnedigen befelch ich mich, ausserhalb 
Gottes gewalt, nicht einen augenblick hette ent- 
zihen wollen, wofern mit beurlauben Ihr Churf. 
Gn. ich demselben hette nachsetzen können, 
Ich lebe aber der tröstlichen ungezweiffelten 
nntterthenigen Zuversicht, es werden E. F. Gn. 
mit dieser meiner entschuldigung vor dißmal in 
gnaden zufrieden sein, und mit bis anherv gepflo 
genen Gnaden, mir nochmahln zugethan verblei- 
ben, Und bin E. F. Gn. und deroselben 
löblichen Fürstlichen Hause, wie Alle natürliche 
und Göttliche gesetze mich vermanen, ich die Zeit 
meines Lebens aufzuwarten und alle mögliche un- 
terthenige Dienste zu leisten, so begierig als 
pflichtschuldig, Hirmit Gott dem 
Almechtigen vor E. F. Gn. deroselbe geliebte Ge 
mahlin, F. fürstliche) Junge Herrschaft und 
Frewlein, anruffende, das er neben einem glück- 
feeligen freudenreichen Newem Jahre, denenfel- 
ben, Glücköpütige Regierung, volstendige leibes- 
gesundheit, sambt aller Wohlfahrt an leib und 
seel reichlichen verleyhen wolle. Datum Dresden 
am 16 tage Decembriö 1616. 
E. F. G. 
Untthertheniger pflichtschuldiger 
gehorsamer diener 
Henrich Schütz Mpp. 
(Anschrift:) 
ÄEm Durchleuchtigen Hochgebornen Fürsten 
Und Herrn, Herrn Moritz Landgraffen zu 
Hessen, Graffen zu Catzenelnbogen, Diehtz, 
Ziegenhain Und Nidda etc. 
Und Nidda etc. 
Meinem gnedigen Fürsten 
Und Herrn. 
(Sekretariatsvermerk:) 
Heinrich Schütz seine abforderung von Dresden 
betreffende. 
Cassel 22. Decembris 1616. 
Die Wasserversorgung des Schlosses und der Stadt Marburg 
einst und ^ptzt» ) Son Karl 3 11 n l in srrarburg. 
Nt i t 5 Abbildungen. 
Erster Teil: Das Schloß. 
Anfänglich waren die Bewohner der Burg auf 
Zisternen und Fronfuhren aus dem Tal angewie 
sen. Eine leckere Beigabe war die kleine Grot 
tenquelle im nahen Dammelöberg. Aus den Klüf 
ten des hangenden Gesteins träufelt das vom 
Waldboden gefangene Regenwasser in das Na- 
turbastin. Brachte man eine verschließbare Tür 
an und dichtete gar den Grund ab, so konnte man 
alle Tage aus dem Vollen schöpfen. Ein Esel 
i) Oer vorliegende Beitrag zur Heimatkunde und 
zur Kenntnis mittelalterlicher Technik überhaupt hat 
seine wesentliche Grundlage in der selbstlosen Freund 
lichkeit des Herrn Geheimen Archivrates Professor Dr. 
schleppte das DJaster durch das umhegte Dickicht 
des Vorgeländes, den Burghagen oder Hain 
(s. Abb. i)H, jetzt Stadtpark, und Hans der 
F. Küch: er überließ mir den einschlägigen Teil seiner 
Aktenexcerpte, einer Frucht Jahrzehnte langer Sam 
meltätigkeit, und spendete in unseren Gesprächen über 
Alt-Marburg aus der Fülle seines Wissens. Sein 
Atlas der Marburger Baudenkmäler, auf den mehr 
fach verwiesen wird, gab auf den Tafeln io und 131 
die Aufschlüsse über die Modellierung der Burgkuppe. 
Zu Dank bin ich außerdem verbunden Herrn Staatg- 
archiodirektor Dr. C. Knetsch, meinem geologischen Be 
rater Herrn Dr. W. Dietor und dem Direktor des 
städtischen Wasserwerks, Herrn Richard Schulz. 
2) Bei Sebastian Münster (und Hogenberg, s. Tafel 
iZ,i und 16,1) ist, wie Herr Küch vermutet, aus dem 
„Heyne" der Ori'ginalzeichnung durch falsche Lesung 
des Holzschneiders „Geyne" geworden.
        

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