Full text: Hessenland (46.1935)

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Hart klingt an unser Ohr dieser Schrei des 
in seinen Tiefen verwundeten Genius der deut 
schen Musik, der in Schütz zum ersten Male 
strahlend aufleuchtete, der in ihm sich zeugte, der 
ihm sein ewig-fichtbares Leben verdankt. Unser 
sagen: es war die Schuld eines unherrscherlichen 
Herrschers, eines kursächfischen Fürsten mit engem 
Herzen und leerer Seele, aber großem Magen 
und weiter Kehle, dem die Keule des Wild 
schweins und der Trunk mehr galten als die hohen 
Heinrich 5<hütz Verkleinerte Abbildung des einzigen uns erhaltenen Gemäldes 
(Faksimile Druck im Bärenreiter-Verlag zu Kassel). 
Inneres aber fühlt sich angerufen und aufgerufen 
zu neuer Besinnung und brennend steigt die Frage 
herauf: Wie konnte das geschehen? Die Antwort 
scheint sich von selbst zu formen und wir werden 
und ewigen Güter des Lebens, als das Leben des 
Geistes und der Kunst. Antworten wir so, so 
drängt sich jedoch eine zweite Frage auf unsere 
Lippen: Steht hinter dieser Schuld eines Einzel-
	        

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