Full text: Hessenland (45.1934)

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Junker Hans .ftoofe und Landgraf 
Karl. Eine kritische Würdigung der betreffenden 
Erzählung auf ihren geschichtlichen Wert. Don A. 
Hooß, Kelkheim i. Ts. Familienblatt Knaufs, April-, 
Juli- und Oktober-Nummer 1933. Druck und Verlag 
von Bruno Knauff & Sohn, Könnern (Saale). 
Oie Lektüre dieses Aufsatzes möge besonders denen 
empfohlen sein, die geneigt sind, obengedachte Erzäh 
lungen, die vom Verfasser als bekannt vorausgesetzt 
werden, ins Reich der Sage oder Phantasie verweisen 
zu wollen. Dies tut zum Teil auch der Verfasser, aber 
an den bekanntesten: Leimbacher Hochzeit, Dukaten- 
Aus der Heimat. 
Dorr der Philipps-Universität. 
Dr. Gustav Adolf Walz, der zu Beginn dieses Se 
mesters als Ordinarius für Staats- und Völkerrecht 
nach Breslau berufen wurde, ist jetzt zum Rektor der 
Breslauer Universität ernannt worden. 
Personalien. 
Gestorben: Reichsbahnrat August Zahn, 55 I. alt 
(Kassel, 27. 11. 33); Landrat Max Wittmer, 32 I. 
alt (Arolsen, 26. 11. 33); Oberst a. D. R. Brau 
müller (Kassel, 27. 11. 33): Landwirt Carl Eiffert, 
27 I. alt (Gensungen, 2g. 11. 33): Lehrer Fritz Born 
mann, st2 I. alt (Kassel, 29. 11. 33): Ritterguts 
besitzer Otto Gundlach auf Steinheuterode b. Heiligen 
stadt (29. 12. 33): Buchdruckereibesitzer K. Thiele 
(Kassel-VAlhelmshöhe, ich 12. 33): Kreisleiter und 
Mühlenbesitzer Schaumlöffel (Merxhausen, ist. 12. 
33): Oberstleutnant a. D. Hellmuth von Werner 
(Kassel, 11. 12. 33): Landrat Gebhard 0. Trotha, 62 
I. alt (Bad Wildungen, 10 12. 33): Sanitätsrat Dr. 
med. von Heusinger (Marburg, 5. 12. 33): Veterinär 
metze, Hofkonzert und Ernennung zum Junker, hält er 
fest, und hierbei dürfte ihm ein ausführlicher Wahr 
heitsbeweis aufs beste gelungen sein. 
Ganz neu ist die Darstellung der Ursache von der 
Bekanntschaft Hansens mit dem Fürsten. 
Schon Hansens Vorfahren als Inhaber ihres Hofes, 
eines herrschaftlichen Hofes, ehemals Nebenhofes im 
Verbände des Salhofes Ziegenhain, waren den Vor 
fahren Karls, den Landgrafen von Hessen seit istZo 
bekannt, und diese Bekanntschaft wuchs sich infolge 
ihrer Eigenart bei Hans und Karl zur Freundschaft 
aus. 
In Göttingen verschied am 1. Januar der Superin 
tendent a D., D. Hans von Lüpke im Alter von 
67 Jähren. Lüpke, der Herausgeber der Monats 
schrift „Die Dorfkirche" gewesen ist, war Ehrendoktor 
der Marburger Universität. 
arzt i. R. Otto Schultz, 67 I. alt (Grebenstein, 1. 1. 
3st); Paula Menche, 85 I. alt (Marburg, 2. 1. 3st): 
Möbelfabrikant C. Heinrich Hering, 7g I. alt (Mar 
burg, 2. 1. 34); Postdirektor i. R. Jakob Sauter, 63 
I. alt (Kassel, 3. 1. 3st); Ehrenobermeister H. Jlk 
(Marburg, 1. 1. 3st); Rektor i. R. Karl Theophil 
Fritz, 66 I. alt (Kassel, st. 1. 3st); Superintendent 
i. R. Karl Weinrich (Marburg a. L.); Bauunterneh 
mer H. Reifing (Marburg, st. 1. 3st). 
Vermählte: Bürgermeister Dr. W. Schreiner und 
Frau Ilse, geb. Stemmler (Harleshausen, 2g. 11. 33). 
Geboren: Eine Tochter: Dr. Lochner und Frau 
(Kassel). 
Mitteilungen des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde. 
Herausgegeben vom Vorstände des Vereins. 
Zweigverein Kassel. 
Den ersten Vortragsabend des Vereins für hessische 
Geschichte und Landeskunde am 20. November 1933 
eröffnete der stellvertretende Vorsitzende, Zolldirektor 
i. R. Wo ringer mit einem Hinweis auf das 100- 
jährige Bestehen des Vereins und mit der Bitte um 
Werbung von Mitgliedern. Sodann ergriff der Vor 
sitzende, Bibliotheksdirektor Dr. Hopf das Wort zu 
seinem Vortrag über „Hessen und die Herrschaft 
Schmalkalden". 
Am 27. Dezember 1933 werden 330 Jähre verflos 
sen sein, seit die Herrschaft Schmalkalden, die schon 
1360 zur Hälfte an Hessen gefallen war, ganz mit der 
Landgrafschaft vereinigt wurde. 3$4 Jahrhunderte 
haben ein Band geschaffen, das sich stark genug er 
wies, eine Trennung zu verhindern, als vor etwa 
Jahresfrist eine solche versucht wurde. Es handelte 
sich eben bei der Vereinigung Schmalkaldens mit Hes 
sen nicht um dynastische Interessen des hessischen 
Fürstenhauses, vielmehr mußten Lage und Gestaltung 
beider Gebiete notwendig zu einer Vereinigung führen. 
Schon im Jahre 1127 beim Tode des letzten Grafen 
von Hessen (oder von Gudenöberg) war durch dessen 
an den Landgrafen Ludwig von Thüringen verheiratete 
Erbtochter Hedwig eine Vereinigung von Thüringen 
(einschl. Schmalkalden) und Hessen eingetreten, die bis 
zum Tode des Landgrafen Heinrich Raspe im Jahre 
I2st7 andauerte. Den um seine Erbschaft auöbrechen- 
den Krieg beendete der Frieden von 1263, in dem 
Schmalkalden bei Thüringen verblieb. Die Grenze 
zwischen Thüringen und Hessen bildete nun das Werra 
tal. Aber bald erkannten die hessischen Landgrafen die 
Notwendigkeit, das Werratal näher an das hessische 
Hauptland heranzuführen. Die Verlegung des Vand- 
grafensttzes von Marburg nach Kassel und die Grün 
dung der den Übergayg über die untere Werra sichern 
den Grenzfeste Arnstein und im weiteren Verlaufe die 
des Ludwigsteins gegen den gewaltigen, das Werratal 
beherrschenden Haustein war die erste Folge dieser Er 
kenntnis. Einen zweiten Werraübergang, der über das 
als Salzort wichtige Allendorf führte, sicherte der hes 
sische Altenstein. Einen dritten Weg nach dem Osten 
bot die sog. Eschweger Pforte, deren Schutz die 1292 
vom König Adolf von Nassau als Reichslehn an Hes
	        

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