Full text: Hessenland (45.1934)

140 
für die Seele des Volkes, für die im Volke wirk 
samen Kräfte und geistig-seelischen Strömungen 
haben, können sie dem Fachgelehrten unschätzbare 
Dienste leisten bei der Beurteilung uni) praktischen 
Verwertung geschichtlicher Erkenntnisse. Der hes 
sische Geschichtsverein hat diese Erfordernisse der 
lokalen Forschung stets erkannt und befolgt. 
Schreitet er auf dieser Bahn fort, so wird er 
durch Erforschung des geschichtlichen Lebens der 
engeren und weiteren Heimat unv vurch Vermitte 
lung der gewonnenen Erkenntnisse an alle 
Volksgenossen wertvollste Mitarbeit am Neubau 
unseres deutschen Vaterlandes leisten können. 
Beim Festspiel aus der Löwenburg 
Ein deutscher Poet am Philippsthaler Hofe. 
Der Landsmann, den ich den Lesern des Hessen- 
landes heute vorstellen will und dem ich damit zu 
gleich sein freilich recht bescheidenes, aber doch nicht 
ganz unverdientes Plätzchen in der deutschen Lite 
raturgeschichte sichern möchte — denn er fehlt 
noch in der neuen Auflage von Goedekes Grund 
riß —, ist mir selbst nur durch den günstigen Um 
stand bekannt geworden, daß die Göttinger Uni 
versitätsbibliothek mit dem Bücherbestand der 
,,Deutschen Gesellschaft" das Bündchen übernom 
men hat, um das es sich handelt, und in dem eine 
Eintragung des Spenders über den ungenannten 
Autor Aufschluß gibt. Betitelt ist es: 
Versuch 
Buchischer Gedichte 
in 
ernsthaften Materien, 
und gedruckt ist es zu „Hirschfeld bei George 
Christoph Mohren", in zwei Teilen mit durch 
gehender Seitenzählung, aber besonderem Titel 
blatt und den Jahreszahlen 1755 und 1756. 
Von Professor Edward Schröder. 
Diese Titelblätter weisen die originelle Vignette 
auf, die man in Könneckeö Hessischem Buch 
druckerbuch S. 204 findet; dort ist auch zu lesen, 
was sich über die betriebsame Tätigkeit und den 
betriibsamen Ausgang des ans Schwaben stam 
menden Hersfelder Buchdruckers Mohr ermitteln 
ließ. 
Der Verfasser dieser Gedichte aber heißt 
Friedrich TV i l h e l m von TV a n 6 b a ch. 
Den Vornamen habe ich hier selbst eingestellt, 
denn unter den damals lebenden Gliedern des Ge 
schlechtes v. M. konnte nur einer der beiden so 
benannten Lehnsvettern in Frage kommen; den 
Familiennamen und die derzeitige Stellung des 
Dichters aber meldet uns eine Eintragung auf 
dem Vorblatt: 
„Der Verfasser dieser Gedichte ist der Herr 
Baron von M a n s b a ch , des H. R. N. 
Freyherr von Schwartzengrund, von der un 
mittelbaren Reichs-Ritterschaft des Cantons 
R h 0 e n - W e r r a , in dem Quartier Bu-
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.