Full text: Hessenland (44.1933)

gebiet hin, das nur durch schmale Auewiesen kleiner 
Sälchen unterbrochen wird. (Mitten hindurch ver 
läuft die Grenze Oberhessens gegen Kurhessen. Im 
Westen wird der Waldsanm längs größerer Täler, 
der Schlitz, der Jossa und Anla, durch breitere 
Ackerstreifen zerlegt. 
Unfruchtbarer Sandsteinboden wird von den 
(Wäldern eingenommen. Die Gründer der Dorf 
stellen verstanden es mit großem Geschick, den 
brauchbaren Ackerboden zu finden. Den besten 
Ackerboden gibt der Löß, doch ist seine Verbreitung 
sehr beschränkt, so daß er nirgends außer unmittel 
bar südlich Hersfelds Bedeutung erlangt. Auch 
der Röt, der in der llmgebnng Fuldas guten Acker 
boden liefert, fehlt unterhalb der Stadt im Fnlda- 
tal. Leicht zu bearbeitenden Boden liefern die eis 
zeitlichen Flußanfschüttnngen, die vorwiegend anö 
Sandsteingeröll bestehen, das leicht zerfällt. Die 
Verwitterung des beigemengten Basaltes erfolgt 
gleichfalls rasch und verbessert den Boden. Die ge 
ringe Neigung der Terrassenflächen begünstigt den 
Ackerbau, in größerer Ausdehnung finden sich 
solche Reste älterer, höherer Flnßtäler bei Käm 
merzell, Lüdermünd, Hemmen, Ullershausen, Frau 
rombach, Oneck, Kerspenhausen und zwischen As 
bach und Hersfeld. Brauchbares Ackerland geben 
auch tonreichere Schichten des mittleren Buntsand- 
steineS, während die sandigeren, zumal die Zonen 
der festen Gandsteinbänke meist von Wald einge 
nommen werden. Steilere Hänge find natürlich 
ohne Rücksicht auf Bodenart in erster Linie wald 
bedeckt. Die breiten, mit Feldern bedeckten Becken, 
wie Bild i inmitten der Waldhöhen zeigt, finv 
also doppelt bedingt: flache Hänge nnd Hügel und 
Bodenart (pliozäne ltnd eiszeitliche Bildungen) 
llnter-Schwarz Rimbach 
Die geologischen Karten, sowohl die Karte 
Bückings 1:100000 von der Rhön wie die 
Karte 1:200000 der Prenß. Geol. Landesanstalt 
(Blatt Fulda) lasten die Bodenverhältnisse nur 
zum kleinsten Teil erkennen, denn da Spezialauf 
nahmen bis Niederaula abwärts fehlen, ist der 
Sandstein ungegliedert und die Darstellung der 
eiszeitlichen Bildungen besonders auf der Karte 
1:200000 nicht zutreffend. Die bald 100 Jahre 
alte Aufnahme von Tasche und Gutberlet 
(1:50000) war hierin schon bester. Die 1930 im 
Jahrbuch der Preußischen Geologischen Landes 
anstalt erschienene farbige Bodenkarte Mittel 
deutschlands von der Saale bis zum Rhein des 
Diplom-Landwirtes Dr. von Hoyningen- 
Huene gibt infolge ihres Maßstabes (1: 
! 500 000) keinerlei Einzelheiten, sondern ver 
zeichnet im ganzen Gebiet „schwach bis mäßig ge 
bleichte rostfarbene Waldböden", in denen „Lehm 
mit Sand wechselt". 
Nächst dem Ackerboden spielt das W a s s e r 
eine Rolle bei der Dorfgründnng. Schneeschmelze 
auf den Höhen des Vogelsberges und der Rhön 
bringt oft große Wastcrmasten ru Tal: Die 
Fulda tritt über ihre Ufer, eine Wasterfläche be 
deckt die Talaue. Am hochwasterfreien 3° alrand 
müssen sich die Gehöfte zusammen drücken, wie das 
Bild bei Oberwegfnrth erkennen läßt (Abb. 2). 
Sehr gesucht ist die Mündung kleiner Nebentäler 
für die Anlage eines Dorfes. Das Gelände ist hier 
flacher und der Talrand bequem zu ersteigen. 
Schiebt sich vom Nebental ein Schuttkegel ins 
Haupttal hinein, so bietet sich ein flaches hoch- 
wasterfreies Gelände. Andere Siedlungen liegen 
wieder anf Gleithängen, deren zersetzter Schotter 
fördern den Ackerbau. Die meist ans Sand und 
Lehm gebildete Talaue der Fulda und ihrer Ne 
benbäche trägt fast nur Vliesen, da Ilberschwem- 
mnngen den Ackerbau behindern. Örtlich ist die 
Bodenfeuchtigkeit so groß, daß sogar humose Bil 
dungen — Torfschichten — entstehen (z. B. im 
Ehruch bei Kämmerzell). 
boden zugleich ein leidliches Ackerland liefert (z. B. 
Kämmerzell). 
Nach dem Hochwasterschutz muß die Wasser 
versorgung berücksichtigt werden. Liefert auch die 
Fulda (Wasser für Vieh und (Wäsche, so wird an 
das Trinkwaster größere Anforderung gestellt. 
Ouellen oder Brunnen sollen klares Grundwasser 
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