Full text: Hessenland (44.1933)

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Aus der Heimat. 
Bischof Dr. Schreiber 1 '. 
3 n Berlin ist Ende August nach langem Kranken 
lager Bischof Dr. Schreiber verstorben. 
Christian Schreiber wurde geboren am 3. August 1872 
in Somborn bei Gelnhausen (Provinz Hessen-Nassau) 
als Sohn eines Schreinermeisters. Er besuchte zuerst 
die Volksschule und später dag Gymnasium in Fulda 
Nach Ablegung des Abiturientenexamens studierte er 
Philosophie und Theologie zuerst in Fulda und dann in 
Rom. Im Oktober 1898 erhielt er die Priesterweihe. 
Personalien. 
Gestorben: Dekan Christian Balzer, 68 (3. (Dotzheim 
bei Wiesbaden 9. 6.); Kgl. Oekononu'erat Fritz Neutze, 
82 3 - (Großenenglis 26. 7.): Hanptlehrer i. R. Anton 
Pairan, 73 (3. (Wilhelmshausen 10.9.); Geh. Regie 
runggrat i. R. Louis Wiedewaldt (Kassel 11. 9.); 
Echlachthofdirektor Carl Friedrich, 61 3 - (Hcrsfcld 
13. 9.); Dr. med. 3 - Schneider, 68 3 (Grebenau 
13.9. ); Kausinann H. Brauer, 67 3 - (Marburg \l\. 9.); 
Prof. Dr. Schaumberg, 84 3 - (Kassel 16.9.); Kreis 
ausschußrentmeister i. R. Carl Volland (Marburg 
17.9. ); Bürgermeister i. R. H. 3 ochuutö (Kassel, im 
September): Minna Euler, geb. Häcker, 79 3 - (Ober 
kaufungen bei Kassel 10.9.); Katharina Dümer, geb. 
Brahe (Kassel 19.9.): Etcuerrat i. R. Otto Zimmer- 
mann, 80 3 - (Frielendorf 20. 9.). 
Geboren: Eine Tochter: Dr. med. Hang- 3 oachini 
Brunner und Frau Helene Brunner, geb. Kornemann, 
3 m folgenden 3 ahr kehrte er als Doktor der Philosophie 
und Theologie in seine Heimat zurück, wo er zum Pro 
fessor der Philosophie an die philosophisch-theologische 
Fakultät in Fulda berufen wurde. 192t ernannte ihn 
Papst Benedikt XV. zum ersten Bischof der im selben 
3 ahre wiedererrichteten Diözese Meißen. Am 1 . Sep 
tember 1929 vertraute ihm Papst Pins XI. die Apo 
stolische Ädministratur des auf Grund des preußischen 
Konkordats gegründeten Bistums Berlin an. Oie feier 
liche 3 nthronisation Dr. Schreibers als Bischof von Ber 
lin fand am 31. August 1930 im Hcdwi'ggdom statt. 
Marburg (Lahn): Rechtsanwalt Dr. Rüggeberg und 
Frau Liselotte, geb. Baumann, Eschhegc. — Ein 3 "nge: 
Hang Trost und Frau Herta, geb. Standau, Kassel. 
Vermählte: Hermann Seebach und Frau Anne, geb. 
Brückncr (Kassel 19. 3 ul>); Dr. W. Fischet und Frau 
Martha, geb. Rittershansen (Kassel 19. 3 uli): Rechtö- 
anwalt W. Bender und Frau Martha, geb. 3 sele (Mar 
burg 29. 3 ul>): Dr. Oscar Martin und Frau Käte, geb. 
Wengenroth (Kassel 5.8.); Pfarrer 3 °í)- H- Voß und 
Frau Adele, geb. Schade (Kassel-Rheinhausen 5.8.); 
Dr. H. Giffer und Frau Annie, geb. Wiese (Marburg 
2 9.): Dr. med. Alfred Balcarek und Frau Elli, geb. 
Heukrath (Marburg-Halle, im September): Studien 
assessor Horst Wittich und Frau Liefet, geb. Einöle 
(Marburg 19.9.): Dr. med. vet. P. Köster und Frau 
Cläre, geb. Römer (Cölbe bei Marburg 19. 9.). 
Mitteilungen des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde. 
Herausgegeben vom Vorstände des Derei 
Zweigverein Kassel. 
Der Hessische Geschichtsverein machte an: 23. 3 uli 
seinen ersten diesjährigen Sommerausflug, der dem nord 
westlichen Grenzgebiete Althessens an der Diemel galt. — 
Früh um 7 Uhr rollten zwei Wagen auf der Holländi 
schen Straße in den strahlenden Morgen. Der Dörn 
berg, die Gndenbnrgcn, die Malgburg und bald auch der 
Oesenberg blickten herüber, dann kam die erneuerte 
Burg Calenberg in Sicht, ein Teil von Marburg wurde 
schnell durchfahren und am „Roten Haus" am Fuße des 
Dcscnbergcs wurde der erste Halt gemacht. Bei der Vor 
besprechung am 2t. hatte Bibliotheksdirektor Or. H 0 p f 
mit der Geschichte der zu besuchenden Punkte vertraut 
gemacht. Der Desenberg ist wohl schon eine kleinere 
Volksburg gewesen, ehe aus ihr die Ritterburg ward, 
die wir seit dem 11. (Jahrhundert kennen. Sie beherrscht 
die Warburger Börde. Die ältere» Namen solcher be 
herrschenden Stellen klingen hier auf — berg aus, wäh 
rend rechts der Diemel sie auf — bürg anszuklingen pfle 
gen. Seit 1303 aber gehört der Desenberg dem Ge 
schlechte der Spiegel, deren eine Linie hier, die 
andere zu Peckelsheim saß. Seit der Mitte des 16. 3 ahr- 
hunderts beginnt der Verfall der auf steilem Kegel und 
wohl auch wasserlog liegenden Burg. (Hr runder Berg 
fried wurde 189/s erneuert, indes von den übrigen Ge 
bäuden der Burg nur noch wenige Reste aufragen. Oer 
Aufstieg und beinahe mehr noch der Abstieg ist unbe- 
yuem. Völlig kahl ragt der Bergkegel empor und der 
S. 
Blick von ihm geht weit über westfälische und hessische 
Erde. 
Weiter ging dann die Fahrt wieder nach W a r b u r g. 
Am Denkmal des Antonius E i s e n h 0 i t (1554 
big 1603) begann der Rundgang durch die Stadt, zu 
Ivelchem sich der Herr Bürgermeister bereitwilligst als 
Führer zur Verfügung gestellt hatte. Die Stadt, an 
einem beherrschenden Straßenknotcn gelegen, wo die 
Weinstraße und die von Köln nach Braunschweig sich 
schneiden, war ursprünglich beherrscht durch ein Schloß, 
den Wartberg, der dem Orte den Namen gab. Auch 
diese Höhe gehört mit in die Reihe der alten Volksbur 
gen an der Dieinel und an ihrem Fuße siedelte sich zuerst 
die Altstadt an, neben der später eine zweite Stadt auf 
höherer Terrasse entstand. Seit 1436 sind die beiden 
Städte, die vor dem Dreißigjährigen Kriege eine viel 
höhere Volkszahl beherbergt haben sollen als heute, ver 
einigt und dort, wo einst das Verbindnngstor der beiden 
Städte staitd, steht nun das Rathaus. Oie Straße dort 
heißt noch heute „Zwischen den Städten". — Eine inter 
essante kirchliche Anlage ist die Erasmuskapellc mit 
einem romanischen Untergeschoß und einer darüberliegen 
den zweiten Kapelle aus der Renaissancezeit. Die ein 
stige Domi'nikanerkirche ist heute die evangelische Kirche 
der zu 80 Prozent katholischen Stadt, das Kloster selbst 
Gymnasium. Bemerkenswrt ist auch die Diemelbrülke 
mit dem Standbild des hl. Nepomuk als Brückenheiligen, 
und die Diemel hat hier durch ihre Wildheit vor der 
Korrektur viel Unheil gestiftet. Das Haus des schon
	        

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