Full text: Hessenland (44.1933)

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qaff als einer der Führer der Gegenrevolution, i»id 
deshalb wandten die französischen Prinzen sich an ihn, 
nm 12 ooo hessische Soldaten gegen hohe Siibsidien zn 
erhalten. Die Kaiserin Katharina von Rußland hatte 
ihnen die hessischen Truppen als die „besten Europas" 
bezeichnet, und mit ihrer Hilfe hofften sie die Revo- 
lution in Paris niederzuschlagen. Oe Parrel meint 
S. 66: Man darf wohl annehmen, daß die Armee ï)cr 
Prinzen mit den hessischen Truppen vereint kaum den 
schweren Zlisammenbrnch vom September r 7f)- erlitten 
haben würden. Landgraf Wilhelm IX. war anfangs 
nicht abgeneigt, den Wunsch der Prinzen zu erfüllen. 
Er wollte sogar selber den Oberbefehl über die Trup 
pen übernehmen, nach dem gewöhnlichen Sprachge 
brauch sich also mit „verkaufen". Es kam zn einem 
in dem Buche mitgeteilten Vertragsentwurf, wonach 
die Prinzen eine Subsidie von 2 Millionen Livres sechs 
Jahre lang bezahlen und 30 Taler Banko als Aus- 
rüstungggeld für den Man» geben wollten Schließ 
lich scheiterte der Plan. weil der Landgraf der finan 
ziellen Sicherheit der Prinzen und ihrem Unterhändler, 
dem zweifelhaften Herrn v. Wächter, mißtraute, In 
meinem Buch über Karl Wilhelm I. bin ich auf die 
Sache näher eingegangen, die hier in neuem Lichte er 
scheint. Ph. L. 
Wagner, Walter: Hesien-Kassel und der 
Fmstenbnnd vom Jahre 1783. Darmstadt, Wittichsche 
Hofbnchdr. 793—• 80 S. 
Diese aus gedrnchten und nngedrnchten Duellen ge- 
lchöpfte Dissertation verdankt ihre Anregung der» 
Priv.-Dozenten Dr. Bernen in Freiburg und dem Prof. 
Dr. Platchoff. der ihre Ausarbeitung unterstütct hat. 
Die Einleitung schildert d'e Entstehung des Fürsten- 
bnndes. In de» folgenden Kapiteln wird erzählt, wie 
sich Landgraf Friedrich II. dem preußischen Verlangen 
gegenüber zögernd verhielt, weil er unter dem Einfluß 
seines Ministers Schlieffen lieber eine Union der Mit 
tel- und Kleinstaaten unter Führung Hannovers gesehn 
hätte. Schließlich ließ der Landgraf seine Bedenken 
stillen, starb aber vor der Unterzeichnung der Fürsien- 
bnndsakte, die erst sein Sobn und Rachfolger Wilhelm 
IX. am 30. Nov. 1783 vollzog. Die auf diese Union 
gesetzten Hosfmmaen, für Hessen-Kassel insbesonders die 
Erlangung der Knrwürde, wurden übrigens nicht er 
füllt, und der Fürstenbnnd hatte keine lange Dauer. 
Trotz seiner nicht allzngroßen Bedeutung bildet Wag 
ners fleißige Disiertation eine erfreuliche Bereicherung 
der hessischen Geschichtsliteratnr. Ph. L. 
Einige Worte über die neue Sammlung „D a s 
kleine B n ch", die soeben im Verlage von C. Ber 
telsmann in Gütersloh erscheint: 
Die neue Reihe „Das kleine Buch" entstand ans dem 
Gedanken, literarisch hochwertige Novellen und Erzäh 
lungen in künstlerischer Ausstattung bei zeitgemäßen 
Preisen herauszubringen. Die soeben erschienenen sieben 
ersten Bändchen weisen schon die Grundrichtung, in der 
der Verlag C. Bertelsmann, Gütersloh die Sammlung 
weiter ausbauen wird: Verbunden der Landschaft seiner 
Heimat, streckt sich der Mensch zn ewigen Werten, die 
hinter allem bloß erdhaften Leiden und Streben versöh 
nend und helfend aufstrahlen. In einer Zeit des Bol 
schewismus, auch auf literarischem Gebiete, bringt ein 
stetig wachsender Kreis anspruchsvoller Leser diesen Zie 
len Verständnis entgegen. Ihre Buchhandlung gibt 
gern nähere Auskunft und hält alle bisher erschienenen 
Bändchen stets vorrätig. 
Gustav Schröer. Die Siedler vom 
H e i d e b r i n k h 0 f e. Verlag C. Bertelsmann in Gü 
tersloh. 11.—15. Tausend. 190 Seiten. Preis gebunden 
RM. 7.80. Zu haben in jeder Buchhandlung. 
Gebt uns Land, laßt uns wieder Bauern werden, wie 
unsere Vorväter es waren! Gustav Schröer greift diese 
Schicksalsfrage unseres Volkes auf und sucht sie dichte 
risch zu gestalten. Das ist nicht mehr die alte Heide 
romantik der Storm und Lenau mit Schäferlied und 
Bienensummen. In zähem Fleiß roden, pflügen und 
bauen sieben sunge Menschen de» kargen Boden der 
Lüneburger Heide. Nicht alle bestehen, aber den besten 
gibt die alte Erde auch hier Brot und Heimstatt. Ein 
kerniges, znknnftweisendes Buch. 
W i l h e l m L 0 b s i e n. Gesa F r ü d d e n S W e g 
Eine Hallignovelle. Verlag C. Bertelsmann in Güters 
loh. 727 Seiten. Preis gebunden RM. 1.30. Zn haben 
in jeder Buchhandlung. 
Wo die wilden Haffvögel flattern, der Gonger in 
finsterer Surmnacht an die Türen klopft und die dunk 
len Prkelwafser zur Nordsee ziehen, ist Gesa Früddens 
Halligheimat. Doch wie weit kann ein Weg nach Hause 
sei», auch auf einer kleinen Hallig. Wenn Brandung 
und Brecher Tag und Nacht über ein zertretenes und 
gegnältes Mädchenherz aehen. die Gedanken voll Irr- 
uis und Wirrnis, ohne Wissen nm Wen und Zi'K- da 
wird Schuld gebüßt, hundertfältia. und die große Stille 
steht em Anfang eines neuen Glückes. Lobsien kennt 
seine Hallkgleute: seine Novelle durchweht die scharfe 
Salzlnft der Nordsee, die stärkt und gesund macht. 
G e s ch i ch t s b l ä t t e r für Stadt und Kreis 
Gelnhausen, herausgegeben von, Geschichts-Verein 
Gelnhausen. Nr. 13/16. März/April 7933. 
Inhalt: Karl Schöffer in Leipzig: Zur Geschichte des 
Gasthauses „zum Löwen" in Gelnhausen. Julius Freu: 
Von der Ratsfamklie Froschhänser. 
Il m M a n n e S e h r e. Verlag C. Bertelsmann in 
Gütersloh, il.—13. Tausend. 360 Seiten. Preis gebun 
den RM. 44 °- Z" haben in jeder Buchhandlung. 
Gustav Schröer zeigt sich wieder von der stärksten 
Seite. Zwischen den lieblichen Bergen seines Thürin 
gen. durchzogen vom Silberband der Saale, sitzt ein 
selbstbewußtes Bauerngeschlecht auf der Scholle der Vä 
ter. Wehe dem Fremden, der sie sonst so gutherzigen 
Leute in ihrer Eigenart nicht zun nehmen weiß: über 
allen Hader hinweg steht eine ganze Dorfgemeknschaft 
gegen ihn auf. nms Recht zn kämpfen bis zum äußersten. 
Das sind wirklich Thüringer Ouerköpfe: die lieben 
Dorfgenossen im Guten und Bösen: so haderten schon 
unsere Vorfahren, solange deutsche Erde sieht. Aber — 
und lim dieses Aber willen sind wir Schröer dankbar — 
endlich geht strahlend ei» tieferes, gottgegrnndetes Recht 
auf, versöhnend und läuternd, das deutsche Menschen 
über deutscher Scholle immer wieder rusammenführen 
wird, wenn sie nur das Wort Heimat kennen! 
M. M nnier- W roblewska. Der Bau 
meister z n M i"i hlba ch Verlag E. Bertelsmann 
in Gütersloh. 72 Seiten. Preis gebunden RM. 1.70. 
Zu haben in jeder Buchhandlung. 
Im lieblichen Burgenland hinter den Karpathen 
träumt die Kirche von Mühlbach seit vielen Jahrhun 
derten. Verspinnt den Freund deutscher Baukunst und 
nu'ttelalterlichen Wesens in ihre Träume; und das (lein»
	        

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