Full text: Hessenland (43.1932)

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veröffentlichte Professor Schnitze eine Studie: „Die 
altchristlichen Grabstätten Siziliens". Aus dieser rein 
archäologischen, kunsthistorischen Beschäftigung erwuchsen 
zwei große Werke, die durch ihre Ausdehnung auf die 
allgemeine Kirchengeschichte von hervorragender Be 
deutung wurden: „Die Geschichte des Untergangs des 
griechisch-römischen Heidentums" (2 Bände, 1887 und 
1891) und „Altchristliche Städte und Landschaften" 
(4 Bände, 1913 big 1930, 1. Byzanz, 2. und 3. Aßen, 
4. Antiochien). Geheimrat Schultze ist am iz. Dezem 
ber 1831 in Fürstenberg in Waldeck als Sohn 
eines evangelischen Pfarres geboren. Seine Jugend 
verlebte er auf der väterlichen Pfarre in Fürstenberg 
und dann in Wellen im (Adertale: er besuchte das Fürst 
liche Landesgymnasium in Corbach, welches er mit einem 
glänzenden Zeugnis verließ. In Straßburg i. E. und 
Leipzig öffneten ihm die Studcntenjahre die weite Welt. 
Und schließlich bereitete er sich in Greifswald an der 
alma mater eine Lebensstätte. Immer zog es ihn mit 
inagischer Gewalt in sein Heimatland. Jede Erholungs 
zeit in seinem schönen Vaterland war gleichzeitig eine 
Zeit der Vertiefung und Erforschung der heimatlichen 
Geschichte und Kultur. Er gründete mit anderen Wal- 
dcckern den seit Jahrzehnten im Dornröschenschlaf lie 
genden „G eschichtsverein für Waldeck und 
Pyrmont" wieder von neuem. Als langjähriger 
Schriftleiter des Vereins gab er den Veröffentlichungen 
die geistige Linie und Höhe. In den nunmehr 30 Jah 
resbänden der vom Verein herausgegebenen „Geschichts 
blätter" findet man kaum einen Band, der nicht von ihm 
einen für die waldeckische Geschichte bedeutsamen Auf 
satz enthielt. Daneben sind seine Vorträge auf den 
Jahresversammlungen des Vereins der Hauptanziehungs 
punkt für alle Waldecker. Zwei Werke hat er den 
Waldeckern geschenkt, für die das Waldeckische Volk 
nicht dankbar genug sein kann: „Die Waldeckische Re 
formationsgeschichte", ein Werk von umfassender und 
grundlegender Bedeutung für die waldeckische Kirchen 
forschung (1903), und die den Waldeckern besonders 
werte „Waldeckische Landeskunde" (1909). 
Prof. Paul Theisen f. Am 28. Dezember 
starb in Wilhelmshöhe im 72. Lebensjahre der Stu 
dienrat i. R. Prof. Paul T h e i s e n. Vom Jahre 1890 
Personalien. 
Vermählte: Regierungslandmesser Kurt Rühling und 
Frau Johanna, geb. Klingelhöfer (Marburg, Novem 
ber); Raver Ostertag und Frau Annie, geb. Koch (Kas 
sel, November): Dr. med. Theodor Dippel und Frau 
Elly, geb. Steinhauer (Marburg, 28. n.); Christian 
Krug und Frau Else, geb. Köberich (Kassel, Dezember): 
Richard Kamm und Frau Marga, geb. Habel (Marburg, 
Dezember): Karl Wilhelm Albrecht und Frau Irmgard, 
geb. Braune (Hersfeld): Harry von Colomb und Frau 
Emmy, geb. Schräder (Kassel, Dezember): Hang-Wolf- 
gang Rössel und Frau Lieselotte, geb. Schneggenburger 
(Kassel, Dezember): Julius Fleyk und Frau Frieda, 
geb. Langenhar (Hersfeld, 24. 12.); Dr. med. P. Born 
scheuer und Frau Minni, geb. Stinge! (Marburg, 20. 
! 2.): Dr. med. W. Kleyensteuber und Frau Katharina, 
geb. Ihm (Kassel, 24. 12.); Carl Klingelhöfer und 
Frau Elisabeth, geb. Mauß (Marburg, Dezember). 
Geboren: Ein Sohn: Professor Dr. Naujocks und 
Frau Marie-Luise, geb. Uffenorde (Marburg, 20. 11.); 
Dr. Hellwig und Frau Minna, geb. Steh! (Homberg, 
23.11.): Oscar Mergel! und Frau Gretel, geb. Asbrand 
bis zum Jahre 1923 iin Dienste der höheren Schulen 
Kassels tätig, wirkte er als Lehrer der neueren Spra 
chen zuerst an der alten Realschule, danach an der 
Oberrealschule II und zuletzt am Realgymnasium II. 
Prof. Dr. Schaefer f. Zwei Wochen nach dem 
Tode seiner Gattin starb am 13. Dezember 1931 an 
einem Herzschlag ein in weiten Kreisen Kassels und Kur- 
hessens bekannter und hochgeschätzter Mann, Prof. Dr. 
Bernhard Schaefer. Oer so plötzlich und uner 
wartet Dahingeschiedene war am 29. 3. 1864 in Brotte 
rode geboren. Nach dem Besuche des Gymnasiums zu 
Hersfeld studierte er Naturwissenschaften und Mathe 
matik. Sein Hautpgebiet war die Botanik. Auf Grund 
einer Arbeit aus diesem Gebiete promovierte er in Mar 
burg. Zunächst wirkte er an den höheren Lehranstalten 
in Marburg, Roßleben, Fulda und Höchst a. M. und 
dann seit 1902 an der Kasseler Oberrealschulc I. Ostern 
1929 trat er in den Ruhestand. Seine außerordentliche 
Lebensarbeit galt dem Kasseler Verein für Naturkunde, 
dessen verdienstvoller langjähriger Geschäftsführer und 
Vorsitzender er war, sowie der Naturdenkmalpflege, für 
die er als staatlicher Kommissar für den Regierungs 
bezirk Kassel unermüdlich und erfolgreich wirkte. 
Exzellenz von Magdeburg 's. Oer frühere 
Oberpräsident der Provinz Hessen-Nassau, Wirklicher 
Geheimer Rat, Exz. Eduard Ludwig Karl von Magde 
burg, ist am 13. Januar in Potesdam im Alter von 
87 Jahren gestorben. Geboren am 16. Oktober i 844 
als Sohn des herzoglich-nassauischen Hofkammerratg 
Heinrich Magdeburg legte er im Dezember 1870 die 
Prüfung für den höheren Verwaltungsdienst ab. 1884 
wurde er Vizeregierungspräsident in Kassel, 1886 Re 
gierungspräsident, Ende 1886 Unterstaatssekretär im 
Ministerium für Handel und Gewerbe in Berlin und 
1887 Bundesratsbevollmächtigter. Am 20. April 1892 
kam Exz. von Magdeburg als Oberpräsident nach Kassel 
zurück, wo er in segensreicher Weise wirkte, bis er am 
16. Dezember 1898 das Äoppelamt als Chefpräsident 
der Königl. Oberrechnungskammer und des Rechnungs 
hofes des Deutschen Reiches übernahm. Am 24. April 
1904 verlieh ihm König Wilhelm II. den erblichen Adel. 
Im April 1914 trat er in den Ruhestand. 
(Kassel, 23. 12): Apotheker H. Rhein und Frau Luise, 
geb. Reccius (Kassel, 23. 12); Dr. Günther Franz und 
Frau Anneliese, geb. Eckhardt (Marburg, 24. 12.): 
Pfarrer Stäuber und Frau Christel, geb. Besser (Hassen 
hausen, 24. 12). — Eine Tochter: I. Schlabach 
und Frau Lieselotte, geb. Friedrich (Willinghausen, 28. 
ii.): Studienassessor Dr. Brandt und Frau Emmy, geb. 
Sander (Havelberg, 17. 12): F. W. Butterweck und 
Frau Hilde, geb. Schmidt (Kassel, 22. 12.). 
Gestorben: Bibliotheks-Sekretär Richard Herrmann, 
64 I. alt (Marburg, 20. 11. 31.): Stadtrat a. O. 
Ernst Wagner (Kasiel, 23. 11.); Kaufmann Chr. Hch. 
Ritter, 71 I. alt (Marburg, 22. 11.); Hegemeister >. R. 
Georg Reiß, 82 I. alt (Kassel, 28. 11.); Zahnarzt Dr. 
Friedrich Grau, 73 I. alt (Kassel, 3. 12.): Staatgforst- 
meister a. O. Eugen Wetz, 80 I. alt (Oberkaufungen, 
8. 12.): Professor Wilhelm Schulz, 71 I. alt (Hanau, 
7. 12.); Eisenbahnassistent a. O. H. Schmidt, 4 ? I. alt 
(Frankenberg, 16. 12.); Gutsinspektor H. Scholz (Mar 
bach bei Marburg, 20. 12.); Metropolitan K. W.
	        

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