Full text: Hessenland (43.1932)

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Geologischen Landesanstalt zu Darmstadt aus 
geführt. Wie unsere Uberstchtskartenskizze er 
kennen läßt, sind dort bereits folgende Blätter im 
Druck erschienen: Allendorf a. d. Lumda, Alsfeld, 
Gießen, Laubach, Schotten, Ulrichstein, Herbstem, 
Hungen, Nidda. Die Aufnahmen geschahen alle 
durch den jetzigen Direktor der Landesanstalt, Berg- 
rat Prof. S ch o t t l e r , nur Alsfeld hat Prof. 
D i e h l zum Verfasser, der auch Lauterbach be 
reits fertig vorbereitet hat. Die Blätter Kirtorf, 
Grebenau, Storndorf, Schlitz, Großen-Linden, 
Gedern, Freiensteinau, Feuerbach, Friedberg, Ober- 
Eschbach und Rodheim find schon teilweise unter 
sucht. 
Nach alledem kann es nicht allzulange mehr 
dauern, bis der ganze Regierungsbezirk Kassel mit 
Waldeck und dem darmhesfischen Oberhessen in 
geologischen Spezialkartenblättern vorliegt. Der 
Zeitpunkt hängt nur von dem Stand der Staats 
finanzen, insbesondere der Budgets der Preußischen 
und Hessischen Geologischen Landesanstalten ab. 
Allen diesen Karten im Ntaßstab i*.25 000 
wird ein Heft oder Buch „Erläuterungen" beige 
geben, das in der Regel auch kolorierte geologische 
Ouerprofile und wenn nötig Bohrkarten enthält, 
soweit solche nicht auf den Karten selbst an deren 
Rand angebracht find. Der Preis ist allgemein auf 
8 M angesetzt, was in Anbetracht der ungeheuren 
Unkosten bei der Aufnahme und dem Druck in vie 
len Farben als ungewöhnlich billig bezeichnet wer 
den muß. 
Außer diesem umfangreichen Material an 
Spezialkarten hat die Preußische Geologische Lan 
desanstalt auch noch geologische Übersichtskarten 
über größere Gebiete Hessens im Maßstabe 
1:200000 herausgeben, welche die Ergebniste der 
Spezialkarten übersichtlich vereinigt enthalten. Da 
von find bis jetzt erschienen Blatt Kastei und 
Fulda, welche zusammen die östliche Hälfte des 
Reg.-Bez. bis zum Thüringer Wald im Osten 
und bis Hannöverfch-Münden im Norden zur 
Darstellung bringen. Im gleichen Maßstab und 
Umfang erschienen auch Karten der nutzbaren La 
gerstätten. Die Lieferung IX hiervon enthält die 
Blätter Arolsen, Kassel, Fulda, Marburg, Frank 
furt a. Main und Schweinfurt, also das gesamte 
Kurhesten einschließlich Qberhessen und der Wet- 
terau bis zum Main herunter. Davon kostet das 
Einrelblatt mit Begleitwort und Farbenerklärun 
gen 6 M. Der Umfang dieser Blätter ist auf 
obigem Uberst'chtsdiagramm besonders gekennzeich 
net durch mauerartige Umgrenzung! 
Die geologischen Karten dienen zunächst rein 
wissenschaftlichen Zwecken. Sie geben die Auf 
fassung des aufnehmenden Geologen vom inneren 
Aufbau des untersuchten Abschnitts der Erdober 
fläche und damit gleichzeitig den jeweiligen, mit 
jedem Jahr fortschreitenden Stand der geologischen 
Wistenschaft wieder, sie machen es dem Leser der 
Karten und besonders der begleitenden Erläuterun 
gen möglich, nicht bloß von der gegenseitigen Ab 
grenzung der unterschiedenen Gesteinsschichten, son 
dern auch von deren zeitlicher Aufeinanderfolge, 
schließlich von der ganzen, oft verwickelten geologischen 
Geschichte dieses Erdabschnitts, auch der Heraus 
bildung der heutigen Oberflächenformen ein klares 
Bild zu gewinnen. Sie find also auch unbedingt 
notwendig zum physisch geographischen morpho 
logischen Verständnis der Landschaft. Aber ebenso 
groß, ja wertvoller ist ihre praktische Bedeutung. 
Durch die Festlegung der räumlichen Verbreitung 
der Gesteine in einer Karte und in Omerprofilen, 
im Bergbau und in Tiefbohrprofilen wird die 
Möglichkeit geboten, technisch wichtige Gesteine 
wie Kohle, Omarzite, Bausteine, Erze nutzbare 
Bodenarten, Erdöl usw. in ihrer ganzen Aus 
dehnung zu verfolgen. Besonders bedeutsam ist die 
geologische Karte aber für die Erkennung des Was 
serhaushalts der Natur und damit für die Wasser- 
versorgung der in dem Bereich liegenden Städte 
und Dörfer. Dem Landwirt, dem Bonitär und 
dem Forstmann bietet sie eine Kennzeichnung der 
Böden und Hinweise für Düngungs- und Wer 
tungsfragen. (Schluß folgt.) 
Hersfelder Klosieriungen - Gymnasiasten - Klosierschüler. 
Als vor fast 10 Jahren die „Vereinigung ehe 
maliger Hersfelder Klosterschüler" gegründet wurde, 
hat das Wort „Klosterschüler" manchen stutzig ge 
macht. Es wußten eben viele nicht, daß der Vor 
läufer unseres Gymnasiums eine alte Klosterschule 
und das Gelände, auf dem es steht, einst Grund 
und Boden eines alten Franziskaner-Klosters war. 
Von Dr. Otto Berlit, Bad Hersfeld. 
Das 1570 gegründete Gymnasium ist trotzdem 
eine ausgesprochene evangelische Stiftung und hat 
auch heute nur 18 katholische Schüler. Um die 
Mitte des vorigen Jahrhunderts aber sprachen 
die Hersfelder noch von den „Klosterjungen". Doch 
dieses Wort verschwand ganz. Man hörte dann 
nur von „Gymnasiasten", volkstümlich „Knaastern".
	        

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