Full text: Hessenland (43.1932)

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Norden. 
Abb. 4 - Tekton. beeinflußte Talbildung. sQueck). 
nordwärts. Hier find bei Rothenkirchen kalifündige 
Bohrungen gestoßen worden. Nördlich Neukirchen 
stellen sich Ablagerungen gebleichter Bildungen wie 
der häufiger ein, die Oberflächenformen weisen auf 
wohl vollständige Auslaugung hin. 
Nördlich Hersfeld durchströmt die Fulda das 
Mecklarer Becken, um dann das breite B e b r a e r 
Becken zu erreichen, das ältere (pliozäne) Ab 
lagerungen in größerer Verbreitung aufweist. Hier 
mündet auch der von der Werra herüberführende 
Talzug, defsen Entstehung über einem Salzhang 
durch Bohrungen nachgewiesen ist. 
Auch abseits der beiden besprochenen größeren 
Wafserläufe finden fich örtliche Becken als 
Eigenart der Landschaft. An Störungslinien hat 
Salzauslaugung hier ein Abfinken hervorgerufen. 
Die ältesten Becken find mit hellen Bildungen aus 
gefüllt, deren z. T. eckige Natur zeigt, daß ste ganz 
aus der Nähe stammen, spätere Becken bergen 
rote Schottermafsen, die jüngsten Bildungen find 
die Torfe, die in Senkungsgebieten z. B. bei Gro 
ßenmoor entstehen. Als seltene Erscheinung treten 
Erdfälle im Fuldagebiet auf (Teufelökaute westlich 
Hemmen, Seeloch bei Kathus u. a.). 
* Je 
Betrachten wir also die Landschaftsge 
schichte seit der Zeit der Basalteruption, so sind 
in der Zwischenzeit der Ergüsse die ältesten noch er 
kennbaren Talformen am Rande gehobener Schollen 
entstanden. Einer Zeit der Einebnung, die die 
Basaltflächen überzog, folgte während einer blei 
chenden Verwitterung die Ausbildung der Taltröge 
im Hebungsgebiet der Rhön. Die breiten in den 
Kern des Gebirges eingesenkten Talwannen münden 
ins Senkungsgebiet der Westrhönmulde. Oertlich 
bilden fich Einbrüche als Folge der Salzaus 
laugung, die entstehenden Becken füllen fich mit hel 
len Tonen, Sonden, selten mit eckigem gebleichtem 
Sandsteingeröll. Tiefe pliozäne Täler bestehen 
nicht. 
Eiszeitliche Abtragung zerstört die Landfläche des 
Pliozäns, entfernt fast restlos die alten Verwitte- 
rungömafsen und schafft in stufenweisem Einschnei- 
den die heutigen Täler. Salzauslaugung schafft 
noch jetzt örtliche Becken an Störungen, während 
ein breiter Salzhang im wenig gestörten Gebiet 
auftritt. Örtliche weithin sichtbare Aufragungen 
bilden die Basaltreste alter Vulkane, die dank ihrer 
Härte alte Landflächen noch überragen. 
Geschichte des Kurhefstschen Geschlechts Hmschel. 
In der 1910 zum hundertjährigen Bestehen der 
Kasseler Maschinen- und Lokomotivfabrik Henschel 
und Sohn erschienenen stattlichen Druckschrift 
konnte im einleitenden geschichtlichen Kapitel auf 
eine Urkunde vom Jahre 1634 verwiesen werden, 
in der ein Graf Wilhelm zu Solms mit dem „vor 
nehmen Meister Hanß Hentscheln, Rohtgießer", 
einen Vertrag über das Umgießen zwölfpfündiger 
Kanonen abschloß. Es ist das Verdienst des vor 
maligen Rittergutsbesitzers Werner v. Kiecke- 
b u f ch, eines Enkels des Geheimrats Oskar 
Henschel, in einem umfangreichen Werk'H die Ge- *) 
*) Geschichte des Kur h. Geschlechts Hen 
schel, im Auftrage von Oskar R. Henschel, Kassel, aus 
Urkunden und Familiennachrichten bearbeitet von W erner 
v. Kieckebusch. Mit zahlreichen Abbildungen und Ahnen 
tafeln. 659 Folioseiten. Verlag Ernst Huhn, Kassel 1931. 
Von P. Heidelbach. 
schichte dieses hessischen Geschlechts bis ins 13. 
Jahrhundert zurückverfolgt zu haben. Mit stau 
nenswertem Fleiß und seltenem Finderglück ist der 
Verfasser allen Spuren der Familie in Kirchen 
büchern und Archiven nachgegangen, zahllose 
Tauf-, Trau- und Sterberegister, Zunft- und 
Ratsprotokolle, Rechnungen, Steuerbelege, Kauf 
kontrakte und Glockengußverträge wurden zum 
ersten NTale diesem Zweck dienstbar gemacht und 
rundeten sich zu einer deutschen Familiengeschichte, 
wie sie in solcher Vollständigkeit nur vereinzelt da 
steht. Neben der eigentlichen Geschichte der Fa 
milie sind aber auch die Ahnentafeln der eingehei 
rateten Frauen bis zur erreichbaren Grenze zurück 
verfolgt, sodaß das Werk auch hierdurch für die 
deutsche familiengeschichtliche Forschung von größter 
Bedeutung wurde. Es darf nicht verschwiegen
	        

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