Full text: Hessenland (43.1932)

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deutlich die alte Landoberfläche erkennen. Im Ge 
biet der oberen Fulda fehlen solche Bildungen gänz 
lich. 
Vor der Schilderung der nachbasaltischen Land- 
flächen soll zunächst noch der zwischen- 
basaltischen Täler gedacht werden. Bei 
Schadges und Hosenfeld-Gerörod sollen stch nach 
Klüpfel und Schottler (Geol. Karte von 
Hessen, Blatt Herbstein) die jüngeren Basalte in 
bis 80 (Meter tiefe Täler ergossen haben. Die 
Täler waren im Buntsandstein angelegt, der östlich 
des Vogelsberger Ostsprungs gegenüber dem west 
lichen Tertiärgebiet herausgehoben war. Starke 
Erosion am Rande einer gehobenen Scholle erklärt 
gerade hier die Eintiefung der Täler. 
Auch heute noch ist dieses Gebiet durch besonders 
schroffe Talbildungen gegen seine Umgebung her 
ausgehoben. Dagegen zeigt das Iostatal bei Hainzell 
auffällig milde Formen, hier kann aber noch eine 
andere, später zu behandelnde Erscheinung, nämlich 
Salzauslaugung (Bohrung Stockhausen) mitge 
wirkt haben. Die eigenartige Abwechslung breiter 
Talwannen mit engen Talrinnen grade im Gebiete 
des Blattes Herbstein bedarf noch näherer Be 
arbeitung. 
Reste der ältesten n a ch b a s a l t i s ch e n 
L a n d f l ä ch e sind in der hohen Rhön zu finden. 
Eine Einebnungsfläche überzieht dort Basalte und 
nichtbasaltische Gesteine, am deutlichsten tritt sie 
südlich Gersfeld auf in dem Höhenzug zwischen 
Dalherdakuppe und Himmeldunkberg. Im Ge 
biet von Rotenburg a. d. Fulda dürfte der Alheimer 
der letzte Rest dieser höchsten Landfläche sein. 
In diese Landfläche ist eine zweite hineingesenkt. 
Im Gebiete stärkster Aufwölbung, z. B. in der 
Gegend von Gersfeld, find breite Taltröge 
rund 200 (Meter tief eingeschnitten (Abb. i). Auch 
bei Bieberstein ist diese tiefere Fläche gut zu er 
kennen. An den Blasser scheiden wird sie, wie 
schon erwähnt, von größeren Resten der älteren 
Landfläche überragt, mit der Entfernung von der 
Norden. 
Abb. i. Zerstörtes Trogtal bei Gersfeld. 
Schwarz: Alteste postbasaltische Landstäche. 
hohen Rhön werden die Restberge immer geringer 
an Umfang und nehmen an Höhe ab. Die Höhen 
abnahme ist aber nicht allein eine Wirkung der wei 
ter fortgeschrittenen Abtragung, die beiden Land 
flächen nähern sich nach dem Hünfelder und 
Fuldaer Becken zu und gehen anscheinend 
hier ineinander über. (Während also in der Rhön 
Hebung wirksam war, muß hier zeitweise Still 
stand geherrscht haben. Dies bedeutet ein Fehlen 
der Abtragung oder sogar Ausschüttung. (Wenn 
hier eine geringe Decke loser Auffüllungsmassen 
eine ältere Landfläche zudeckte, so kann durch die 
rasche spätere Entfernung der lockeren (Massen 
leicht die ältere Landfläche erneut als Oberfläche 
erscheinen. 
(Wenige nachbasaltische Ablagerun 
gen der Tertiärzeit sind in den beiden ge 
nannten Becken erhalten, die mit den Trogflächen 
iu Verbindung gesetzt werden können, denn in späte 
rer Zeit war das gesamte Oberfnldagebiet Ab- 
rragungsraum. Nur in besonders ausgeprägten 
tektonischen Mulden und in durch Salzauslaugung 
entstandenen Senken konnten die losen (Massen 
örtlich erhalten werden. Ihr Alter haben Fossil 
sunde bei Fulda (NaDockon arverneiiLis) als 
Pliozän festgestellt. Leider hat die Abtragung den 
Zusammenhang mit alten Trogtälcrn vollständig 
zerstört. Weitere Ablagerungen haben keinerlei 
Fossilfnnde zur Altersfeststellung geliefert, nur ihre 
Ausbildung weist auf die gleiche Entstehungszeit. 
Bei Buchenau treten auf den Höhen, in die die 
jetzigen Täler eingesenkt sind und die sich in die 
Trogtäler des Haupthebnngsgebietes fortsetzen las 
sen, über gebleichten Sandsteinen tonige, helle Ab 
lagerungen mit Braunkohle auf. Die ganze Art 
des Vorkommens weist darauf hin, daß in einem 
flachen Gebiet die gebleichten Verwitternngspro- 
dukte der damaligen Zeit zusammengeschwemmt 
wurden. Ihre Ablagerung auf der Höhe über 
den jetzigen Tälern setzt deren Fehlen voraus. Nun 
findet man aber dieselben hellen Ablagerungen auch 
im Bereich der heutigen Täler an vereinzelten Stel 
len. G r u p e nahm daher eine pliozäne Tal 
bild u n g bis ins Niveau der heutigen Talaue, ja 
örtlich sogar darunter, an. Die Auflagerungöfläche 
dieser hellen Ablagerungen zeigt Höhenunterschiede 
bis zu ioo (Meter, die Bildungen selbst dagegen find 
äußerst feinkörnig und deuten keinerlei starke Höhen 
unterschiede zur Zeit ihrer Entstehung an. Ihre 
Ausbildung gibt keinerlei Anhaltspunkte für ein 
zusammenhängendes Gewässernetz, z. T. ist deutlich 
zu erkennen, daß sie in eng begrenztem Gebiet ent 
standen find. Ihre jetzige tiefe Lage ist teilweise 
durch Einbruch und Absenkung entstanden, teilweise
	        

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