Full text: Hessenland (42.1931)

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eignet. Während man früher annahm, daß allein 
ein Klima wie das Kanadas und Alaskas für die 
Pelzbildung ausschlaggebend sei, weiß man heute, 
daß hierfür ein gewisser Feuchtigkeitsgehalt der 
Luft und sachgemäße Fütterung die wichtigsten 
Vorbedingungen sind. Sein und Werden der 
Farm überhaupt hängt natürlich von der Persön 
lichkeit des Züchters ab, der nicht nur große Sach 
kenntnis besitzen, sondern auch seinen Tieren große 
Liebe entgegenbringen muß. Aus wirtschaftlichen 
Gründen wird bei der Aufzucht neben dem echten 
Silberfuchsrüden die Notfuchöfähe (das 
Weibchen eines gewöhnlichen Waldfuchses) ver 
wandt. Schon in der zweiten Generation dieser 
Kreuzung wird ein Pelz erzielt, der dem des Sil 
berfuchses an Qualität durchaus gleichkommt. 
Selbstverständlich darf aber ein Kreuzfuchs nicht 
zu Zuchtzwecken verkauft werden. Die Paarungs 
zeit des Fuchses find die Monate Januar und Fe 
bruar. Die Fähe trägt 51 Tage und wirft dann 
vom ersten Jahre an durchschnittlich ca. vier 
Junge, der höchste Wurf in der Wildunger Farm 
betrug 7 Junge. Das Muttertier wird in der 
Regel zehn Jahre zu Zuchtzwecken verwendet. 
Die jungen Tiere werden bis zur 6. Woche von 
der Mutter genährt unv dann abgesetzt. Die Füt 
terung geschieht mit größter Sorgfalt; sie muß der 
Nahrung des Fuchses in der freien Wildbahn an 
gepaßt sein. Vor allem braucht das Tier zur Ver 
dauung und als Gegenmittel gegen Würmer sog. 
Ballastfutter. In der Wildunger Farm sieht der 
Speisezettel ungefähr folgendermaßen aus: Milch, 
ein Ei und Brot; abends rohes Fleisch (meist ein 
Hähnchen oder ein Kaninchen). Als Beifutter 
ferner Schrot und zerkleinertes Gemüse. Hierzu 
muß erwähnt werden, daß Herr Marc neben der 
Silberfuchszucht eine ausgedehnte Ge- 
V ereinsnachrichten. 
Zehr, jähriges Stiftungsfest der ehe 
maligen Hersfelder Klosterschüler, (Kas 
sel). Am Sonntag, dem 7. Juni soll in Kassel das 
zehnjährige Stiftungsfest der ehemaligen Hersfelder 
Klosterschüler begangen werden. Das Programm ist 
wie folgt: 15.30 Uhr Treffen der „Ehemaligen" mit 
Familienmitgliedern, Freunden und Bekannten in Wil- 
Bücherschau. 
Das Leben der Heiligen Elisabeth nach 
Fresken von M 0 r i tz von Schwind auf der Wart 
burg. i-s farbige Tafeln in Mappe. Eisennach. — Mk. 
„O i e Wartburg". Ein Wegweiser durch ihre 
Geschichte und Bauten, im Auftrag der Wartburg- 
f l ü g e l f a r m besitzt, die gleichzeitig das Futter 
für die Füchse liefert. Ein Hochstand unmittelbar 
bei den Zwingern erlaubt es dem Züchter, die an 
sich sehr scheuen Tiere vor allem in der Paarungs 
zeit zu beobachten und danach die Behandlung ein 
zustellen. 
Schon im ersten Winter ist der Balg des Jung 
tieres brauchbar als Pelzwerk. Für einen guten 
R 0 h p e l z wird im Durchschnitt 600,— 800 M 
gezahlt, die besten Felle wandern heute meist in das 
Ausland, da bei uns das kaufkräftige Publikum 
fehlt. Eine Imitation des Silberfuchspelzes ist 
nicht möglich, da jedes einzelne Haar drei ver 
schiedene Haartönnngen hat und das Kranenhaar 
am Hals, das charakteristische Merkmal des 
Fuchsbalges nicht zu ersetzen ist. Alljährlich ver 
anstalten die Züchter-Verbände eine Ausstellung, 
in der die „Ware" zur Schau gestellt wird; bei 
der Deutschen Edelpelztier-Auöstellung, die die 
Deutsche Landwirtschaftögesellschaft im letzten 
Jahre in Berlin veranstaltete, wurde die Wildun 
ger Farm mit dem i. Preis ausgezeichnet. 
Was die Frage der Rentabilität 
anbelangt, so wird uns aus Fachkreisen versichert, 
daß die Silberfuchs-Zucht trotz der allgemeinen 
Wirtschaftskrise heute noch einen hohen Gewinn 
abwerfen kann — wenn alle Vorbedingungen ge 
geben sind. So hatte die Wildunger Farm im 
Vorjahre von neun Fähen einen Zuwachs von 
35 Jungfüchsen, also fast vier Junge pro Fähe. 
Es ist recht interessant, die Tiere in ihrem Zwin 
ger zu beobachten. Ihr Gesicht spiegelt die Ver 
schlagenheit wieder, die einem Fuchö nun einmal 
eigen ist. Und wenn man der Farm den Rücken 
kehrt— hört man noch immer das heißere Bellen 
dieser Tiere, die ja auch nur leben, um einmal mit 
ihrem Pelzwerk eine Frau zu schmücken. 
helmghöhe an der Endstation der Kasseler Straßenbahn. 
16 Uhr Kaffee auf der Schloßhotelterrasse und Kon 
zert der Gymnastasten-Kapelle. 18.30 Uhr gemeinsamer 
Spaziergang um das Wilhelmshöher Schloß. 19.30 Uhr 
Abendessen im Herkulesbräu mit anschließendem Fest- 
kommers. 
Stiftung herausgegeben von Burghauptmann H. 0. d. 
Gabelentz. Mit 80 Abbildungen, in schönem Lei 
nenband 3,— Mk. Fr. Bruckmanns Verlag, München. 
Es gehört in der heutigen Zeit einiger Mut dazu, 
einen gründlichen, auf wistenschaftlicher Forschung be-
	        

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