Full text: Hessenland (42.1931)

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Ankunft der Fürstin überrascht und ununterrichtet. 
Die Speisen für die Hofhaltung besorgte zunächst 
der Gasthalter Emmel im Karlsberg; vom 18. Juni 
ab wurde die Hofküche benutzt. 
Am 2. Juli nachmittags ^2 Uhr traf der 
Thronfolger Prinz Friedrich Wilhelm von Hessen 
bei der Fürstin von Hanau im Altstädter Schlosse 
ein. Eine an den Generalmajor v. Loßberg gerich 
tete Depesche des Kurfürsten aus Stettin, welche 
dieser unerbrochen an den Prinzen Friedrich Wil 
helm abschickte, soll dessen Anwesenheit veranlaßt 
haben. 
An demselben Abend um 8 Uhr erfolgte die Ab 
reise der Fürstin nach Frankfurt und zwar mit 
Extrapost. Der größte Teil der Dienerschaft 
Von Berlin schrieb man am 28. 8.: „Der Kur 
fürst von Hessen hat nach der Rückkehr seines Ad 
jutanten, Major v. Eschwege, aus Berlin das Kö 
nigliche Schloß in Stettin sofort verlassen und ist 
in das dortige Hotel de Pruste gezogen. — Mit 
dem gestern Abend halb 11 Uhr in Stettin von 
Berlin kommenden Zuge traf wie die „Osts. Ztg." 
berichtet, die Fürstin von Hanau ein. Sie wurde 
vom Kurfürsten und von ihrer Tochter, der Fürstin 
Nsenburg, auf dem Bahnhöfe empfangen und be 
gab sich mit denselben zum Hotel de Pruste. 
Auch Bennecke bestätigt ausdrücklich, daß die 
Fürstin von Hanau am 27. August nach Stettin 
gekommen ist H. 
Am 19. September verließ der Kurfürst Stettin 
Pavillon im Park von Philippsruhe 
wurde in Hanau zurückgelassen, nachdem er mit 
einer dreimonatlichen Gage versehen worden war. 
Der Chronist Ziegler vermerkt dabei ausdrücklich: 
„Sie (seil. die Fürstin von Hanau) erwartete 
in Frankfurt die Erlaubnis von Preußen, ihren 
Gemahl in Stettin besuchen zu dürfen." 
Der Hanauer Chronist 2 ) bringt folgende wei 
tere Meldung: 
„Seit dem 17. August weilt die Frau Fürstin 
in Jnterlaken (Schweiz) und zwar im Bernerhof 
daselbst." Am 24. Juni war Friedrich Wil 
helm I. in Stettin im Kgl. Schloß eingetroffen. 
Zwei Tage später wurde er durch den Besuch 
seiner Tochter Auguste erfreut, die im Hotel de 
Pruste abgestiegen war. 
2) Ziegler: Chron. V 269. 
und reiste über Berlin nach Dresden. Von dort 
kam er in der Nacht zum 30. September um 
y 2 i Uhr mit seiner Gemahlin der Fürstin von 
Hanau und hohem Gefolge per Eisenbahn nach 
Hanau und stieg im Altstädter Schlosse ab. „Bei 
seiner Ankunft im hiesigen Bahnhöfe, woselbst eine 
große Anzahl Personen beiderlei Geschlechts aus 
allen Ständen denselben mehrere Stunden lang 
erwartete, wurde Se. K. Hoheit mit einem drei 
maligen „Vivat hoch!" freudig begrüßt" 3 4 ). Diesen 
Huldigungen ging indeß eine kleine Demonstration 
einiger Personen und Nichtanhänger des Kurfürsten 
voraus, die darin bestand, daß sie schimpfend 
3) Ziegler: Chron. V 315—326: Han Ztg. v. 31. VIU 
1866 Nr. 205; Hestenland i 8 q 4 , 230 ff. u. 1902, 233. 
4 ) Ziegler: Chron. V 338 f. Han. Ztg. v. 30. lX. 
1866 Nr. 231 Beil.
	        

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