Full text: Hessenland (41.1930)

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des geschichtlichen VverdenS als Grundlage bedarf. 
Solche Kenntnis zu fordern und zn verbreiten ist 
der Verein in seiner nnn fast hundertjàhrigen Tà- 
tigkeit mit Ernst und — mie wir ohne klberheblich 
keit sagen durfen — mit gutem Erfolg bemuht ge- 
wesen. Der erste stellvertretende Vorfitzende des 
Vereins, der Bibliothekar an der Kasteler Lan- 
desbibliothek Dr. Bernhardi — erster Vorfitzender 
mar der StaatSarchiv- und Landesbibliotheksdirek- 
tor Dr. oon Rommel — umschrieb disse Anfgabe 
in dem Vortrag, mit dem er die Griindungsver- 
sammlung eroffnete, mit den Worten, dast es gelse, 
„uber den Zu stand und uber die Geschichte unse- 
res Vaterlandes genauere und umfassendere For- 
schungen anzustellen, als einzelne dies zu tun im- 
stande st'nd; und durch Mitteilungen aus der Ge 
schichte und Landeskunde den Geschmack sur vater- 
ten auf eine auffallende Weise verändert und um 
gewandelt haben, sondern wir verstehen darunter 
vorzugsweise die Erforschung des inneren Lebens 
derselben, der besonderen Verhältnisse, Einrichtun 
gen und Gestaltungen, und der geistigen Entwicke 
lung und Bildung, nebst einer getreuen Darstel 
lung dieser im Stillen wirkenden Kräfte, welche 
auf das Wohl und Wehe der Völker einen viel 
mächtigeren Einfluß üben als die meisten Kriege, 
Schlachten und Friedensschüsse" (Bernhardi). 
Mit 37 Mitgliedern ist der Verein ins Leben 
getreten; das erste am 10. Juni 1835 aufgestellte 
„Verzeichnis der wirklichen Mitglieder" nennt be 
reits 54 Namen aus allen Teilen des Kurfürsten 
tums — am 23. November 1835 werden die bei 
den ersten 8Nitglieder aus der Stadt Schlüchtern, 
Lehrer Bernstein und Dr. Lotichios, verzeichnet. 
Rathaus in Schlüchtern. Phot. PH. u. W. Freund, Schlüchtern und Gelnhausen. 
ländische Studien zu wecken und gründliche Kennt 
nisse über diese Gegenstände zu verbreiten". Es 
kann nicht der Zweck dieser kurzen Zeilen sein, im 
einzelnen nachzuweisen, wie der Verein diese Dop 
pelaufgabe gelöst hat; die bevorstehende Hundert 
jahrfeier wird Gelegenheit bieten, hierüber genaue 
Rechenschaft zu geben; wer die Arbeit des Vereins 
als Nkrtarbeiter, Mitglied oder kritischer Be 
obachter verfolgt, weiß, daß er ein wertvolles Glied 
im kulturellen Leben unserer Heimat darstellt, daß 
seine Arbeit den hohen Erwartungen, die an seine 
Gründung geknüpft wurden, durchaus gerecht ge 
worden ist und gerecht wird. Dabei wurde und 
wird — um dies Eine auch für die Gegenwart 
klar herauszustellen — „Geschichte" nicht nur in 
der Zusammenstellung derjenigen Begebenheiten 
erblickt, „welche die äußeren Schicksale der Staa- 
Als ver Verein, dessen Jahresversammlungen seil 
1863 als Wanderversammlungen in den verschie 
denen Bezirken Hessens abgehalten werden, 1887 
zum ersten Mal in Schlüchtern tagte, zählte er 
1286 Mitglieder, und die Hauptversammlung 
von 1903 konnte sich auf 1698 Mitglieder stützen 
(am i. November 1903 waren es 1780 gewor 
den!); heute fördern 1789 Freunde der hessischen 
Geschichte die Arbeit des Vereins. Krieg- und 
Nachkriegszeit haben den Stand, den der Verein 
bei Beginn des Krieges mit 1926 Mitgliedern fest 
stellen konnte, noch nicht wieder erreichen lassen. 
Hier muß in tatkräftiger Mitarbeit eines jeden 
einzelnen Mitgliedes eingesetzt werden: jedes neu 
gewonnene Mitglied verstärkt die Reihen, erwei 
tert die ArbeitSmöglichkeit des Vereins und hilft 
ihm, seine vaterländisch-heimatlichen Ziele zn ver
	        

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