Full text: Hessenland (41.1930)

Marburg von Norden nack der Orig.Radierung von Wilhelm Giese. 
die Landesversicherungsanstalt mit einem jährlichen 
Kostenaufwand von je 35—40 000 M in Kastei, 
Fulda, Marburg, Frankfurt, Wiesbaden und 
Limburg errichten wird. Die ärztliche Betreuung 
dieser Anstalt erfolgt wieder durch die Marburger 
Universität, so daß die neue Heilstätte in engster 
Verbindung mit der Landesuniversität stehen wird. 
Und erinnert man schließlich daran, daß die Stadt 
Marburg kürzlich ein Hallenschwimm 
bad dank der Munifizenz des Marburger Ehren 
bürgers Geh. Rat Haeuser einweihen konnte, das 
als eines der modernsten und schönsten von heute 
bezeichnet wurde, so gewinnt man einen Einblick in 
das „Marburg von heute", zu dem sich das alte in 
unveränderter Form gesellt. 
Man sieht in dem träumenden, farbenfrohen 
Städtchen unter Laub- und Blütenschmuck mo 
dernes zukunftträchtiges Leben sprießen, blickt in 
eine neue Zukunft hinein. 
Marburger Festspiele. 
Die Marburger Festspiele gehen heuer 
in ihr viertes Jahr. Der Platz, auf dem 
sie erwuchsen, liegt nicht an der großen 
Heerstraße des Verkehrs. Er liegt in 
der Stille ver Beschaulichkeit. Ihre 
Gründung geschah mit den finanziellen 
Mitteln einer kleinen Stadt und ohne 
Förderung durch einflußreiche Freunde 
und Gönner. 
Sie haben sich ihre Existenz und Stellung auf 
hartem hessischen Boden und aus eigener Kraft er 
ringen müssen und sie haben es im Laufe von drei 
Jahren dahin gebracht, daß eine künstlerische Per 
sönlichkeit von der Bedeutung und Aufrichtigkeit 
Friedrich Kayßlers ihnen nicht nur gern 
seine Rcitarbeit widmet, sondern öffentlich in der 
Presse bekannte, daß die Teilnahme an den Mar- 
burger Festspielen 1929 zu seinen reinsten Theater- 
erinnerungen gehöre. 
Wir wollen nicht anführen, was Zuschauer von 
hohem Ansehen und erfahrenem Urteil über ihr Er 
lebnis bei den Aufführungen Rühmendes aussag 
ten, wir find überzeugt, daß die Tatsache ihres Be 
standes in den heutigen Verhältnissen und ihrer 
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