Full text: Hessenland (41.1930)

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und Konstruktion für Doll- und Kleinbahnen, so 
wie Straßenbahnwagen und Omni 
busse jeden Typs gebaut. Wie bereits erwähnt, 
ist die Fabrik seit ihrem Bestehen ständiger Liefe 
rant der Deutschen Reichsbahn, außerdem werden 
aber lausend Lieferungen für folgende Verwaltun 
gen ausgeführt: Deutsche Reichspost, Straßen- und 
Kleinbahnen, Hamburger Hochbahn A.-G., Hoch- 
und Untergrundbahn Berlin, Bulgarische Staats 
bahn, Internationale Schlafwagengefellfchaft Pa 
ris, Rumänische Staatsbahn, Serbische (jetzt Jugo 
slawische) Staatsbahn und Türkische Staatsbahn. 
In diesem Kundenkreise spiegelt sich am deut 
lichsten die Bedeutung der Waggonfabrik, die zu 
den Großindustrien Deutschlands zählt. 
Charakterisierend für den Gesamtbetrieb ist die Tat 
sache, daß sämtliche Teile, die zum Bau der 
Wagen benötigt werden, bis aus Radsätze, Federn, 
Walzeisen und Gußteile in eigenen Werk- 
st ä t t e n hergestellt werden. Es ist Arbeit am 
lausenden Band: Aus dem Untergestell wird der 
Wagen ausgebaut. Schienenstränge verbinden die 
Hallen miteinander, so daß der halbfertige Wagen 
aus einer Hand in die andere lausen kann, um 
schließlich — wie der Schmetterling aus der Puppe 
— in vollem Glanz der Neuheit ans Tageslicht zu 
treten. Die Fabrik arbeitet mit den neuesten ma 
schinellen Einrichtungen und säst das gesamte 
Handwerk ist unter der Arbeiterschaft zu finden. 
In besonderen Trockenräumen lagern riesige Vor 
räte in- und ausländischer Holzarten, die in dem 
eigenen Sägewerk in den erforderlichen Dimen 
sionen lausend eingeschnitten und dann verarbeitet 
werden. Selbst Schrauben und Nieten 
werden in einer Sonderabteilung angefertigt. Man 
schaut in die Flammen der Schmiede, hört den 
Bohrer kreischen, sieht, wie der Polsterer im Abteil 
i. und 2. Klasse die Sitze bequem und weich zu ge 
stalten weiß, sieht, wie hundert von Menschen sich 
regen und Hand anlegen an Wagen, wie man sie 
sich früher in der kühnsten Phantasie nicht erträumt. 
Ost sind es Kleinigkeiten, die ins Auge springen, 
die aber Zeugnis davon geben, daß immer noch 
„verbessert" wird, daß Oualitätsarbeit geleistet 
Speijeraum eines Salonwagens für den König von Jugoslawen.
	        

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