Full text: Hessenland (40.1928)

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sätze zusammen, die meist in der Tagespresse erschienen 
waren und neben -den Glanzpunkten des Werra tales 
bemerkenswerte Ereignisse aus der Geschichte Esch- 
weges b-chande-ln, so den B-esuch deutscher Kaiser, d-es 
letzten Kurfürsten und Iáromes in Efch-wege, das 
-Schicksal Esch-w-e-ger Freiheitskämpfer, die Geschichte 
des Efchwe-ger -Schulb-e-rges und manches andere. Daß 
auch ib'ie Gegenwart nicht vergessen ist, zeigen etwa die 
Kapitel über das Esch-weg er Heimatmuseum und das 
im Ringgau gelegene Gestüt Alte seid. Das recht 
empfehlensw-ert-e Werk ist mit zahlreichen Hübschen 
Bildern durchsetzt. II. 
A. F. L. Vilmars Hessisches HI st orten- 
Büch l -e i n. 6. Auslage. Auswahl von Wilhelm 
Heid e. Marburg (N. G. El-wert) 1927. 67 -Seiten. 
Preis 1.— Mark. 
Das 1842 erschienene und in seiner von A. Held 
mann bes-or-gteU 4. Auflage 82 Historien umfassende 
Historienbüchlein des alten Vilmar vor der Vergessen 
heit bewahrt zu hablen, ist das Verdienst des Kasseler 
Lehrers W. Heidle, der uns fetzt wenigstens eine Aus 
wahl der 30 besten Stücke als Lesestoff für Jugend 
und Volk vorlegte. Ihre unverwüstliche kernige Art 
gibt die Gewähr, daß auch dieses Bändchen wieder 
Heimatrecht in den hessischen Familien erhält. Vor 
allem solle es zum eisernen Bestand der hessischen 
Schulbibliotheken gehören. II. 
Edward Schröder: D i e U n i v e r s i t ä t R i n- 
t e l n. Rinteln a. W. (. B ö s e n d a h l j u n.) 1927. 
32 Seiten. Preis 0,60 MM. 
Den Teilnehmern an der letzten Jahresversamm 
lung des Hessischen -Geschichtsvereins in Rinteln wird 
es -erfreulich zu hören sein, daß der von Geheim rat 
Schröder, einem der besten Kenner der Geschichte d-e-r 
d-eutsche-n Universitäten, dort gehaltene Vortrag fetzt in 
Buchform -erschienen ist. Die Universität 'Rinteln, 
die recht -eigentlich er-st der ältesten -Stadt im Sch-aum- 
burger Land ihren Namen gegeben hat, entwickelte sich 
aus b-e-m Akademischen Gymnasium zu Stadt-Hagen 
und bestand 1621 bis 1810, wo -dann die 
Marburger Universität und das Rinteln-er 
Gymnasium ihre Erben -wurden. Trotz allen 
Hemmungen, mit denen die Universität zu 
kämpfen hatte, war ihr durch etw-a 154 Professoren 
geübter erzieh-erisch-er -Einfluß auf sieben Generationen 
des Weser-gebietes un-d Westfalens ein nicht geringer. 
Verhängnisvoll war die profesfora-le Inzucht, wäh 
rend andererseits diese Träger der Tradition die Uni 
versität vor einem frühen Untergang b-ewahrt haben. 
Die Abschnitte üb-er die Wandelnden Geschicke der Uni 
versität, über d-ie Pr-of-essoren, die Univer!sitätsbuch- 
drucker, -die einzelnen Fakultäten und — soweit es der 
Verlust d-er Matrikel zuließ — die Studenten runden 
sich zu -einem plastischen kulturellen Gesamtbild, aus 
dem uns Menschen von Blut und Leben anschauen. 
Dem schmucken Heftchen sind d-as Bi-ldnis des Stifters 
und eine Abbildung des alten Universitätsgebäudes 
beige-geb-en. ' U. 
E a r l Hehler, Hessischer S a g e n k r a n z. 
Vierte, wesentlich vermehrte und mit (26) Abbil 
dungen versehene Auflage. Kassel (C. Vi-etor) 
1927. 208 Seiten. Preis 4.— RM. 
Auch Hehlers Sagenkranz w-ar lange vergriffen. 
Bei -der nun erfolgten Neuauflage ist eine Tei-lung d-es 
Inhalts vorgenommen worden. Der vor-llegende Band 
bringt -d-ie Sagen aus Kurhesfe-n -und -ist u. a. durch die 
Abhand lun-gen üb-er -die Entstehung un-d Bedeutung 
der -Sagen und über, d-ie blinden Hessen, un-d um fünf 
zehn -Sch-warzenbörner Streiche vermehrt worden. Ein 
zweiter T-eil soll di-e Sagen aus Nassau und Hessen- 
Darmstadt bringen. Dieser Sag-enkranz wird auch 
weiter populären Zwecken dienen. Die von Paul 
gaunert geplante wissenschaftliche -Sammlung der hessi- 
sch-en -Sagen steht immer noch -aus. 8. 
Kalender und Jahrbücher 1928. 
Wenn- im -letzten Jahrzehnt -die Heimatliebe er- 
freulicherwei-fe in sichtlichem Wachsen begriffen ist, so 
haben auch unsere, übrigens durchweg- reich illustrier 
ten Heimatkalender, in denen heimatliches Geschehen 
feine P'fle-gestätte findet, daran einen nicht geringen 
Anteil. Auch in- diesem Jahre ist es eine Freude, sie 
zu durchblättern. Da sie zum größten Teil einen sehr 
reichh-alti-gen I-nh-a-lt -aufweis-en-, ist -es an dieser Stelle 
nur möglich, auf die HauptbeitrÄge hinzuweisen. 
Der von- Pfarrer Ellenberg herausgegebene treff 
liche H e f f i f ch e V o l kskale n d- e r (4-5. Jahrgang, 
Verlag Fr. Lom-etfch, Kassel, Preis- 60 Pfg.) bringt Er 
zählungen von Heinrich Naumann, Erwin Gros und 
Erwin Kreß, lustige alte Kasseler Schulges-chi-chten von 
Gehei-m-ra-t Büff; von weiteren Aufsätzen seien -genannt 
„Was alte Häuser erzählen" von Pfarrer Hoffmann 
und „Allerlei- von- hessischen Namen" von K. v. Baum- 
bach. Fr. Lometsch steuerte gute Pleistiftzeichnungen, 
Mari-gard Dantzer lustige Dextillu-strationen und Io-H. 
Lewalter eine Notenbe-ilage bei. Die Kunstb-ei-lage „Die 
Mutter" nach einer Radierung von- Gg. Höhma-nn sei 
no-ch besonders erwähnt. — Der im Weser-Main-Ver 
lag (I. Kämpfer) Kassel erscheinende illustrierte Volks 
kalender „Z wische n W e s e r u n d M -a i n" 4. Jahr 
gang, (80 Pfg.), bringt als Kun-stb-eila-ge -eine Ansicht 
Marburgs von der Südseite, ferner Zeichnungen von 
Fr. Fennel, Jos. von- Br-ackel und- Michaelis, Erzäh 
lungen von- Valentin Tr-audt und- anderen, gut illu 
strierte Aufsätze von Ehristian Burger „Von der hessi 
schen Heimat und ihren Malern" -und von Werner 
Meyer über „Die hessische -Entwicklung und- Bedeutung 
des hessischen Braunko-Hlenbevgbaus". — Aus d- e m 
H a n d b u ch des K r e i s -e s M e l s u n g e n (9. 
Jahrgang, Verlag A. Bernecker, Melsungen, 60 Pfg.) 
seien neben ausführlichem Verzeichnis der Behörden 
usw. und zwei Erzählungen von Heinrich Ruppel ge 
nannt E. Wenzel, Das- Kloster Breitenau, I. Zü-lch, 
Fahnenweihe der Melsunger Bür-gevgard-e 1832, L. 
Arm-brust. Famil-iennamen i-n d-en Dörfern des Kreises 
Melsungen, und- E. Dipp-el, Das P-fer-degr-ab in- der 
„Amsel" bei Wolsersh-ausen. — -Gleichfalls ein Ver 
zeichnis d-er B-ehörd-en schickt d-er H -e i m t k a l e n d- -e r 
des Kreises H o m b -e r -g voraus (3. Jahr-g., Ver- 
l-ag Olten und Wiegand, Homberg, 60 Pfg-.). Von den 
Beiträgen h-eben -wir hervor W. Killmer, der Süd-teil 
d-es Kreises Homberg und- d-ie Ent-stehung der H-err- 
fchaft Wallenstein, C. Werner, Dom Hombevger Rat 
haus, Rabe, N-achrichten über die -evangelische Schule 
in Borken, Gefallenenehrung im Kreise Homberg 
eine Erzählung von Heinrich Rup-pel und -gleichfalls 
den Aufsatz von W. Meyer über -den hessischen Braun 
kohlenbergbau. — Der H e s s i s ch e H -e i m t t -a l -e n - 
d e r (6. Iahrg., 60 Pfg.), den Wilhelm Neuhaus im 
Hans Ott-Verlag, Hersfeld, herausgibt, bringt h-eimat- 
liche Erzählu-ngen von Heinrich Ruppel, Wi-lh-elm 
Neuhaus und Adolf Häger; -ferner vom Herausgeber 
die Aufsätze: „B-ei den- Töpfern in Großensee" un-d 
„Onomatopoe-fie", von H. Baist Am Land-ecker, von 
Agnes G-ewecke-Berg, Das Holzsch-uhh-and-werk und 
„Sch-lachtkohl", und den in mindestens vier h-essischen 
Kalendern a-nzutveffend-en Auff-aß von Meyer über den 
hessischen Braunkohlenbevgb-au. Beson-dere Erwäh 
nung v-erdi-en-en die vortrefflichen Landschaftsauf-
	        

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