Full text: Hessenland (40.1928)

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Marburger Fliesen. ^Soldatendarstellungen. Aniversitätsmuseum, Marburg. (Aus „Heffenkunst 1929". 
^Verlag A. G. Elwert, Marburg). 
Fränkischen Niederhessen (Oberngeis), in der 
Schwalm, im Thüringischen Niederhessen, im 
Kurfürstlichen Oberhessen^) und an der Berg 
straße, wird das Gesäß, aus dem der Tote ge- 
und Dämonen, gesetzt werden. Im Thürin 
gischen Niederhessen werden in dem Augen 
blick, wo der Trauerzug den Hof verläßt, die 
vier Zipfel des Tischtuches schnell nach innen 
emporgerafft, dann kann sich die Krankheit, 
die den eben Fortgetragenen tötete, nicht im 
waschen wurde, „kaputt geschlagen", an der 
Bergstraße mit der ausdrücklichen Begrün 
dung, „damit derTote nicht wiederkehre." Be 
zeichnend auch, daß hier die Scherben des zer 
schlagenen Waschgefäßes an einen Kreuzweg, 
den uralt heidnischen Sammelplatz der Geister 
unverwandt in Richtung der Tür, so kann er 
den Rückweg nicht wieder finden. Wird am 
Begräbnistag der Sarg „gehoben", so zertritt 
in Lehnberg bei Grünberg (Oberhessen) einer 
der Träger die Totenwaschschüssel in möglichst 
viele Scherben. Aber auch anderweit, so im 
') Mündlich.
	        

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