Full text: Hessenland (39.1927)

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feinerten" Tracht dadurch zu begegnen, daß sie an 
ordnen, daß bei den meisten festlichen Veranstaltungen 
nur die alte Rhöntracht getragen werden darf. 
B a r ch f e l d. Die alte 145 jährige Feuerspritze, die 
jetzt ausgedient hat, ist wegen ihrer reichen Verzie 
rung und kunstvollen Herstellung dem Henueberger Hei 
matmuseum in Schmalkalden überwiesen worden. 
Die Schulen in Hessen-Nassau. In Hes 
sen-Nassau gab es bei der Zählung vom November 1926 
2219 (2297) öffentliche Volksschulen. Davon evange 
lische: 1188 (1064), katholische: 304 (222), jüdische: 
38 (69), paritätische 689 (942). An ihnen unterrich 
teten 6606 (7108) Lehrkräfte, und zwar: 5311 (5706) 
männliche und 1295 (1402) weibliche. Davon waren 
evangelisch: 4626 (4981), katholisch: 1917 (2045), jüdisch: 
55 (79), andere oder keiner Religionsgemeinschaft ange 
hörig: 8 (3). Die Zahl der Schulkinder betrug: 247 482 
(333158), und zwar: 124 152 (168 221) Knaben und 
123 330 (164 937) Mädchen. Davon waren evangelisch: 
170 788 (230 653), katholisch: 72 592 (97 161), jüdisch: 
1709 (2278), anderen Religionsgemeinschaften oder keiner 
angehörig: 2393 (3066). (In den Klammern stehen die 
Ergebnisse der Zählung im Jahre 1921.) 
Unter Schutz g e st e l l t wurden folgende Na - 
turdenkmäler: In G r e b e n st e i n (Kr. Hof 
geismar) die alte Linde an der Friedrichsthaler Straße, 
bei der Einmündung des Rietsweges, Eigentum der 
Gemeinde, in N euenbrunsl a r (Kr. Melsungen) 
die Ortslinde, Eigentum der Gemeinde, in Alten 
brunslar (Kr. Melsungen) die alte Dorflinde, Eigen- 
tum der Gemeinde, in E r n st hausen (Kr. Kirchhain) 
die Sommereiche am Südausgang des Dorfes, Eigen 
tum der Gemeinde, in H e i n e b a ch (Kr. Melsungen) 
die kleinblättrige Winterlinde aus 'dem Grundstück des 
Landwirts Paul Fröhlich und die kleinblättrige Winter 
linde neben dem Pfarrhaus vor dem Eingang zur Kirche 
und in Schmalkalden die große Rotbuche auf dem 
Grundstück des Kaufmanns Walter Gustav Werner am 
Gespringweg. 
Heimatkunstausstellung. In H e r b o r n 
fand vom 2.—5. September der 36. Deutsche Wander 
tag statt. Mit ihm waren ein Trachtenzug und eine 
.Heimatkunstausstellung verbunden. In der hellen und 
für Ausstellungszwecke sehr geeigneten städtischen Turn 
halle hatte das Gießener Kunstgewerbe Keramik, Decken 
und hölzernes Kleinkunstgerät ausgestellt. Mitglieder 
der freien Vereinigung Darmstädter Künstler zeigten 
Aquarelle, Schnitte und Radierungen. Professor Schad, 
Frankfurt a. M., brachte in künstlerisch vollendeten Pho 
tos reizende Dorfwinkel, malerische Straßen nnd .Häu 
ser, Bauernköpfe und Innenaufnahmen. Die Staat 
liche Baugewerkschule Frankfurt a. M. zeigte an zeich 
nerischen Aufnahmen hervorragender Bürgerhäuser in 
Herborn, Wetzlar und Montabaur die Schätze der Bau 
kunst früherer Zeiten. Gemälde mit Landschaftsbildern 
aus dem Dill- und Lahntal hatten Klöckner-Dillenburg 
und Bender-Herborn ausgestellt. B u r m e st er- Kassel 
war mit fünf Bildern aus Herborn vertreten. Wilhelm 
T h i e l m a n n, den geborenen Herborner, hatte seine 
Vaterstadt durch eine kleine Ausstellung seiner be 
kanntesten Schwälmer Radierungen besonders geehrt. 
— Die Ausstellung bot einen guten Überblick über die 
Heimatkunst Oberhessens, Nassaus und des Westerwal-, 
des im weitesten Sinne von Kunst. Vermißt wurden 
gute, künstlerische Erzeugnisse des heimischen, boden 
ständigen Handwerks, denn gerade darin spiegelt sich 
doch besonders ein gut Stück „Heimatkunst" wider. 
8p. 
Kleinenglis (Kr. Fritzlar). Bei der Wieder 
herstellung der Kleinengliser Kirche durch den Kunst 
maler Kramer wurden im Chor der Kirche gotische 
Malereien freigelegt. Bis jetzt fand man Bruchstücke 
von Figuren und ein Rautenmuster. Die Gemeinde will 
die Darstellung wiederherstellen lassen. 
Wie benennt man Stra 
ßen? Für die Benennung von 
Straßen hat Geh. Baurat Dr.-Jng. 
Felix Genzmer für den Sprach 
verein beherzigenswerte Richtlinien 
aufgestellt. Man wähle die Na 
men nach alten Flur- und Ge 
wannbezeichnungen, den im Volks 
mund gebräuchlichen Ortsbenen 
nungen, nach geschichtlichen nnd 
anderen Erinnerungen, die an die 
Örtlichkeit anknüpfen, nach Namen 
und allgemeinen Bezeichnungen von 
Personen, die örtliche Bedeutung 
haben, nach vorhandenen oder ver 
schwundenen benachbarten Bau 
werken, Naturdenkmalen und der 
gleichen. Die Benennungen sind 
vorzugsweise ohne den Zusatz 
Straße, Platz usw. zu fassen. Wo 
ein solcher Zusatz erwünscht ist, 
verwende mau aus den vielen Art 
namen einen, der der Bedeutung 
und der Beschaffenheit der Straße 
entspricht oder der örtlichen Er 
innerung dient. Die Namen seien 
möglichst kurz und einprägsam. 
Schutz den Staren. Die 
Arbeitsgemeinschaft des Allge 
meinen Deutschen Jagdvereins und 
der Deutschen Jagdkammer hatte 
kürzlich Veranlassung, sich in 
Altarstein aus der Zeit des hl. Rhabanus. Eingeweiht am 28. September 8Z8. 
Aus! I. Hack, Traute Heimat meiner Lieben. Fulda (Fuldaer Actiendruckerei).
	        

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