Full text: Hessenland (39.1927)

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angelegten Kulturfilm, der sowohl für die Verkehrs- 
werbuna des Lahntales, als auch für die heimatkund 
lichen Bestrebungen von Bedeutung ist, wurde von dem 
Kulturschriststeller Dr. Ludwig Mathar-Köln bearbeitet. 
Bücherschau. 
Jubiläumsliteratur. 
Zum bevorstehenden Universitätsjubiläum hat der 
rührige Verlag N. G. Elwert (G. Braun)-Marburg 
eine ganze Reihe von Festgaben erscheinen lassen. Wir 
besprachen an dieser Stelle schon den weit über 600 Sei 
ten starken Gundl ach scheu Catalogus Pro- 
fessorum Academiae Marburg ensis (24 
RM, geb. 27.50 RM), der als Gabe der Historischen 
Kommission für Hessen und Waldeck die Lebensläufe der 
akademischen Lehrer der Philipps-Universität von 4527 
bis 1940 umfaßt, und ferner Georg Heers, des 
besten Kenners des Marburger Studententums, präch 
tiges, reich illustriertes Buch vom M a r b ur g e r Stn- 
dentenleben 4527—4927 (42 RM). Weiter wer 
den noch rechtzeitig erscheinen aus der Feder von .H e r - 
m e l i n k und K a e h l e r die etwa 900 Seiten um- 
fassende Geschichte der Universität M a r - 
b u r g (etwa 30 RM), sodann Wilhelm D i l i ch s 
h e s s i s ch e L a n d k a r t e n, herausgegeben von E. 
Stengel (etwa 50 RM), Die Einführung der 
R e f o r m a t i o n in 5) e s s e n von 5). Herme link 
(2 RM), Die hessische Glasm a ch e r k u n st von 
M. K i l l i n g (etwa 20 RM) und Elwerls etwa 2000 
Nummern umfassender Jubiläumskatalog des 
Antiquariats. Gleichfalls als Festgabe erscheinen int 
selben Verlag die erste Lieferung des von Ferdinand 
W r e d e geleiteten „Deutschen Sprachatlas" 
(7.50 RM) lind die erste, mit dem Buchstaben L be 
ginnende Lieferung des „Hessen-Nassauischen 
Vereinsnachrichten. 
§ essischer G e s ch i ch t s v e r e i n. Der erste 
diesjährige Ausflug des M a r b u r g e r Vereins am 
21. Juni führte die Mitglieder in das ehemals main- 
zische Amt Neustadt. Von Neustadt aus wanderte man 
unter der Führung der Herren Oberstleutnant Freiherr 
S ch e n k z u S ch weinsberg und Obertelegraphen 
inspektor O t t e n s nach der Wüstung F o r st und 
von dort nach der W ü st e b u r g, deren Erdbefestigungen 
Oberstleutnant von Schenk erläuterte. Endziel des Aus 
flugs >var A l l e n d o r f. In der Sitzung am 4. Juli 
sprach Staatsarchivdirektor Prof. Dr. K ü ch über d i e 
Anfänge der Universität und des Päda 
gogiums zu M a r b u r g. Diese Anfänge stellte 
der Vortragende hinein in das Werden des Territorial 
staates und erwies sie als eine sich notwendig ergebende 
Stufe seiner Entwicklung. Die schon von Landgraf Wil 
helm II. erwogene Gründung war dann gleichsam eine 
Folge der Besetzung des 4500 in Marburg errichteten 
Hofgerichts mit gelehrten Juristen. Juristen und nicht 
Theologen nahmen denn auch die ersten Stellen in 
der Matrikel ein. Die weiteren wertvollen Ausfüh 
rungen brachten vielfach neue Ergebnisse über die be 
scheidenen und schwierigen Anfänge der Universität. — 
In der sich anschließenden Hauptversammlung wurde 
Personalien. 
Ernannt: die Regierungsassessoren Dr. Heinrichs 
und Dr. Kollath zu Regierungsräten; zum Rcgie- 
rungsrat der Steueramtmann Lenz beim Finanzamt 
Mit kulturgeschichtlichen Bildern von der Lahn zwang 
los verwoben, werden die Landschaft, die Kunst, die. 
vielseitige Wirtschaft und das Verkehrsleben zur Dar 
stellung kommen. 
Idiotikons" von Luise B e r t h o l d. Schließlich 
sei noch die inhaltreiche, von Ernst E l st e r heraus 
gegebene Festzeitnng der Philipps-Universität 
(4 RM) genannt. Sodann liegt uns vor ein sehr ge 
schmackvoll ausgeführtes Skizzenbuch„W anderungen 
durch Hessenvor hundert Jahre n", gezeichnet 
von dem einstigen Professor der Baukunst am Städcl- 
schen Kunstinstitut in Frankfurt F. M. H e s s e m e r 
(3 RM). Alten Marburger Studenten werden Theodor 
B i r t s „M arburger Licht- und Schatten 
bilder" mit Beiträgen von Anna R e t t b e r g und 
Zeichnungen aus dem Nachlaß von L. I u st i (76 Seiten, 
4.50 RM) Freude machen, in denen der beliebte Dichter- 
Professor das Marburg vor etwa 30 und 40 Jahren 
feinsinnig und lustig zu schildern weiß. Zum Schluß sei 
aus demselben Verlag ein vom Stadtbauamt neu auf 
gestellter Plan der Stadt Marburg 4 :7500 
(0.50 'RM) erwähnt, der allen Besuchern der Jnbi- 
läumsstadt gute Dienste tun wird. 
Der Universität Marburg zu ihrem Jubiläum ge- 
widmet ist sodann der im Verlag Joh. Braun, Eschwege, 
erschienene 2. Band von Hütte roths kurhessi- 
s ch e r P farrerges ch i ch t e, der Tue Pfarrer der Stadt 
Marburg von der Zeit der Reformation an, z. T. noch 
darüber hinaus, mit zahlreichen genealogischen Angaben 
behandelt. — Auch Leo Sternbergs schönes und 
reich illustriertes Heimatbuch „Land Nassa u" (Ver 
lag Brandstetter, Leipzig, 478 Seiten, geb. 40 RM), 
ist der Universität Marburg gewidmet. Wir werden auf 
diese Werke noch zurückkommen. II. 
der bisherige Vorstand wiedergewählt und zwar Stu 
dienrat K ü r s ch n e r als Vorsitzender, Geheimrat Heer 
als Rechnungsführer und Kunstmaler Giebel als 
Konservator; anstelle des als Staatsarchivdirektor nach 
Breslau versetzten Dr. D e r s ch wurde als Schrift 
führer und Mitglied des Redaktionsausschusses der Zeit 
schrift Staatsarchivrat Dr. G u t b i e r gewählt. 
Hessischer G e b i r g s v e r e i n. Der Gesamt 
verein des Hessischen Gebirgsvereins hielt am 26. Juni 
in Großalmerode seine Mitgliederversammlung ab. Der 
neue erste Vorsitzende Dr. L a h m e y e r gedachte des 
verstorbenen Vorsitzenden Justizrat Wenning und 
entwickelte dann ein großzügiges Programm, das >veit 
über das Ziel eines bloßen Wandervereins hinausging. 
Planmäßige Zusammenarbeit der Zweigvereine, Ausbau 
der Geschäftsstelle, Einbeziehung der Wege in die Haupt- 
wanderstrecken, Förderung des Jugendherbergswerkes und 
Herausgabe eines neuen Führers waren einige der 
Forderungen. Die nächste Hauptversammlung findet 
in Rotenburg statt. Der Nachmittag galt dem Besuch 
des Bilsteins, Ivo Lehrer P e n n d o r f über die Geologie 
der Heimat sprach. Der Abend vereinte die Mitglieder 
im Felsenkeller zu Großalmerode. 
Frankenberg, Kühn beim Finanzamt Melsungen; zum 
Regierungsassessor der Gerichtsassessor Dr. v. Scheele 
beim Landesfinanzamt Kassel; zum Zollamtmann der
	        

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