Full text: Hessenland (38.1926)

Abschluß bringen zu können. Daß dieser Wunsch in 
Erfüllung geht, dazu bitten wir Euch alle mitzuhelfen 
und mitzuschaffen, jeder an seinem Teil. Sorgt auch 
dafür, daß der Kreis unserer Vereinigung immer größer 
wiro, damit wir einen festen Stamm von Freunden 
haben, der den Gedanken der Burg in immer weitere 
Kreise trägt und auf der anderen Seite durch die Bei 
träge die wirtschaftliche Lage der Burg sicherstellt. 
Aus Heimat und Aremde. 
Hochschulnachrichten. Marburg: Beim Rek 
toratswechsel verlas der scheidende Rektor, Professor 
Dr. Lommatzs ch, nachdem er der Bedeutung der 
Reformation für die Universität gedacht hatte, den Be 
richt über das 399. Jahr und proklamierte sodann unter 
Überreichung der Insignien Geh. Reg.-Rat Professor 
Dr. Busch zum neuen Rektor mit dem Wunsche, daß 
dieser, wie sein Großvater vor 100 Jahren, im kom 
menden Jubiläumsjahre seines Amtes zum Segen der 
Universität walten möge. Geheimrat Busch sprach so 
dann über „Deutschland und Österreich im 19. Jahr 
hundert". Mit dem Lied „Das deutsche Vaterland" 
von Arndt fand die Feier ihren Abschluß. — Der Or 
dinarius der Neutestamentlichen Theologie Konsistorial- 
rat D. Deißmann (1891—95 in Marburg), Ehren 
doktor der Marburger Theologischen Fakultät, beging 
am 7. November seinen 60. Geburtstag. — Dem Assi 
stenten am Pharmakologischen Institut Dr. Otto Geß- 
n e r wurde für das Winter-Semester die Vertretung 
des durch Krankheit verhinderten Professors Dr. Gep- 
pert an der Universität Gießen übertragen. — Bei der 
endgültigen Immatrikulation der Studierenden wurde 
dem Studenten Walter O b e r r e i ch, der in einem 
Ostseebad unter Einsetzung seines Lebens zwei Damen 
vorm Tode des Ertrinkens bewahrte, die Rettungs 
medaille überreicht. — Als Nachfolger des in den Ruhe 
stand getretenen Geh. Rat A. Schulz wurde der 
Bibliotheksrat der Berliner Universitätsbibliothek Dr.phil. 
Rohde zum Direktor der Universitätsbibliothek er 
nannt. — Der Haushalt des preußischen Kultusministe 
riums für 1927 enthält unter den einmaligen Ausgaben 
für die Universität Marburg folgende Beträge: zur ein 
maligen Verstärkung des Bauunterhaltungsfonds 40 000 
RM, für Straßenanlagen 75000 RM, für den Umbau 
des Saalbaues zum Übungsraum für Leibesübungen ein 
schließlich der inneren Einrichtung, Erneuerung und 
Ergänzung der Turngeräte 60000 RM, für das patho 
logische Institut 10000 RM, für Restbeträge für die bau 
liche Erweiterung der Kinderklinik und Potyklinik für 
Ohren-, Nasen- und Halskrankheiten als Restbetrag 
95000 RM, ferner als Restbetrag für die instrumen- 
telle und apparative Ausstattung 21000 RM, aus An 
laß der Inbetriebnahme des Jubiläums-Kunstinstituts 
47000 RM und zwar zur Gründung einer Zentral 
bibliothek und Reinigung und Instandsetzung der Ab 
gußsammlung des Archäologischen Seminars weitere 
16500 RM zur Herrichtung der durch das Kunst 
institut für andere Universitätszwecke freiwerdenden Räume 
sowie 10000 RM als Beihilfe an den eingetragenen 
Verein Hochschulbücherei, Studienanstalt und Beratungs 
stelle für blinde Studierende in Marburg. — Gießen: 
Der ord. Prof, für orientalische Philologie Dr. Stroth 
mann hat einen Ruf an die Universität Hamburg an- 
geuommen. — Der veterinärmedizinischen Fakultät 
wurde für hervorragende Leistungen aus der Gesolei in 
Düsseldorf die silberne Staatsmünze verliehen, die vete 
rinärpathologische Fakultät wurde ebendort mit der gol 
denen Medaille ausgezeichnet. — Die Universität zählt 
(Spenden für die Burg können immer auf Post 
scheckkonto Frankfurt a. M. 80 208 eingezahlt werden. 
Gebraucht werden noch Baustoffe, elektrisches Instal 
lationsmaterial für 20 Räume, sanitäre;, Werkstatt- 
nnd Herbergseinrichtungen.) 
Vereinigung zur Erhaltung der Burg 
L u d w i g st e i n e. V. 
nach einer vorläufigen Zusammenstellung im Winter 
semester 1348 Studierende, ausschließlich Gasthörer. (Im 
letzten Winter-Semester wurden 1358, im Sommer- 
Semester 1388 Studierende gezählt.) Unter den Stu 
denten befindet sich der älteste Sohn des früheren Groß 
herzogs von Hessen. — Darmstadt: Der Privat 
dozent für Wirtschaftslehre des Industriebetriebes an 
unserer Technischen Hochschule, Dr. oec. publ. Arthur 
Hebe r in Frankfurt a. M. wurde zum außerplan 
mäßigen a. o. Professor ernannt. — Rektor und Senat 
verliehen dem Generaldirektor und stellvertr. Geschäfts 
führer der Firma Henschel & Sohn in Kassel Bernhard 
>B e y e r in Anerkennung seiner Verdienste um die 
deutsche Industrie, insbesondere um die Entwicklung des 
Lokomotivbaues und des Eisenhüttenwesens die Würde 
eine Dr.-Ing. ehrenhalber. Ferner wurde dem Ber 
liner Verleger Generaldirektor Guido Ha ck e b e i l in 
Anerkennung seiner Verdienste um die Entwicklung des 
Instituts für wissenschaftliche uno angewandte Photo 
graphie der Technischen Hochschule Darmstadt die Würde 
eines Ehrensenators verliehen. Karlsruhe: Am 
1. Dezember verschied der a. o. Professor der Zoologie 
Dr. phil. Walther May, ein geborener Marburger, 
der seit 27 Jahren an unserer Technischen Hochschule 
lehrte. — Bonn: Der Vertreter der Mineralogie und 
Petrographie an der Universität Bonn, Geh. Bergrat 
Prof. Dr. Reinhard Brauns, früher in Marburg, 
wurde kürzlich zum Ehrenmitglied der Mineralogischen 
Gesellschaft von London gewählt. 
P e r s o n a l ch r o n i k. Unser Landsmann Schrift 
steller Wilhelm Schäfer in Ludwigshafen wurde zum 
Mitglied der Akademie der Dichtkunst gewählt. — Am 
9. November beging in Marburg Landgerichtsrat a. D. 
Geh. Justizrat Max Kl in gen bi el, der sich große 
Verdienste um das Raiffeisenwesen in Hessen erwarb, 
seinen 70. Geburtstag. — Dr. Klippert in Kassel, 
der 39 Jahre lang in leitender Stellung in der chemischen 
Industrie tätig war, beging sein 50 jähriges Doktor 
jubiläum. 
Todesfall. Am 16. November verschied erst 39- 
jährig in Dublin (Irland) der Professor der Archäologie 
und Prühistorie Dr. Walter Bremer In Wismar 
1887 geboren, promovierte er 1910 in Gießen und 
habilitierte sich 1920 an der Marburger Universität, 
nachdem er zuvor als Assistent am römisch-germanischen 
Zentralmuseum in Mainz tätig gewesen war. 1922 
wurde er zum a. o. Professor ernannt. Bremer hat viel 
zur kulturgeschichtlichen Erforschung des Hessenlandes 
beigetragen. So legte er am Fuße des Madersteins 
1923 eine vorgeschichtliche Siedlung frei. Besonders 
widmete er sich als Leiter der prähistorischen Abteilung 
des archäologischen Seminars und Konservator der vor 
geschichtlichen Altertümer unseres Regierungsbezirks der 
boden- und kulturgeschichtlichen Erforschung des Kreises 
Hersfeld; bei Unterweisenborn deckte er 1920 eine ger 
manische Siedlung und ein Urnenfeld aus; im selben 
Jahr erbrachten die unter seiner Leitung bei Niederjossa 
vorgenommenen Ausgrabungen den Beweis, daß dort auf
	        

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