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staatliche Hochschule für Handwerk und Baukunst berufen.
— Prag: Der Oberstudiendirektor der Oberrealschule
uni) des Realgymnasiums in Marburg Prof. Dr. Ernst
Otto wurde als ord. Professor der Pädagogik an die
hiesige deutsche Universität berufen.
Todesfälle. Am 9. Mar erlag im Landkranken
haus zu Fulda der Dechant und Stadtpfarrer von Fritz
lar, Päpstlicher Geheimkämmerer und Ehrenbürger der
Stadt Fritzlar Monsignore Dr. Wilhelm Iestaedt im
Alter von 61 Jahren seinem schweren Leiden. Noch im
letzten Sommer stand Jestädt im Mittelpunkt der Fritz-
larer 1200-Jahrfeier. Er war der Verfasser der ge
diegenen Festschrift und hielt die tiefgründige Festrede,
nach deren Schluß ihm der Rektor unserer Landesuniversi
tät das Diplom der Ehrendoktorwürde der philosophischen
Fakultät- überreichte. Hatte er sich doch in seiner mehr
als zwanzigjährigen Fritzlarer Tätigkeit erfolgreich der
Wiederherstellung des Domes gewidmet, nachdem er zu
vor schon die vor der Stadt gelegene Heiliggeist-Kapelle
wieder kunstgerecht hatte herstellen lassen, die Fritzlarer
Kunstschätze in einem ansehnlichen Museum gesammelt
und durch seine Studien die Geschichte Fritzlars erheblich
gefördert hatte. Dechant Jestädt war am 4. August 1865
in Fulda als Sohn eines Bäckers geboren. Nach dem
Besuch des Fuldaer Gymnasiums studierte er in Würz
burg, wurde 1889 Kaplan in Schmalnau, dann in Kassel,
wurde 1894 Kuratus in Hersfeld, 1897 Pfarrer in Stein
haus und 1905 Dechant und Stadtpfarrer in Fritzlar.
Hier wird sein Name für alle Zeiten mit dem Fritzlarer
Petersdom verbunden bleiben, in dessen vom Kreuzgang
eingeschlossenem Grashof er auch beigesetzt wurde» — Am
11. Mar entschlief fast 70jährig auf Norderney, wo sie
sich seit langen Jahren zur Ruhe gesetzt hatte, die tat
kräftige Gründerin und frühere Direktorin des Kasseler
Evangel. Fröbelseminars Hannah feie, aus dem sie,
durch Kränklichkeit veranlaßt, 1912 schied. — In Esch-
wege verschied am 25. Mai im Alter von 73 Jahren
der einer Eschweger Arztfamilie entstammende Sanitäts
rat Dr. Gustav Brill. Lange Jahre gehörte der be
liebte Arzt dem Stadtverordnetenkollegium und später
dem Magistrat sowie dem Kreistag an.
P e r s o n a l ch r o n i k. Auf dem Grabe des 1914
verstorbenen Kasseler Bildhauers Heinrich Wilhelm
Brandt, des sog. „Löwenbrandt", wurde ein von der
Innung der Steinmetzen, Bildhauer und Stuckateure
Kassels gestiftetes Denkmal aus Wilhelmshöher Tuff er
richtet, in dem ein von Fritz Betz geschaffenes Relief
bildnis aus weißem Marmor eingelassen ist. • — Der
Geh. Justizrat und Landgerichtsdirektor a. D. Dr. A s ch -
r o t t in Berlin, einer der bekanntesten Strafrichter,
der sich durch zahlreiche Werke, besonders zur Reform
des Strafrechts und Strafprozesses und als Vorkämpfer
auf dem Gebiet der Jugendfürsorge bekannt machte, be
ging seinen 70. Geburtstag. Er wurde in Kassel als
Sohn des Geh. Kommerzienrats Sigmund Aschrott ge
boren, dessen Geburtstag sich am 14. Juni zum 100.
Male jährte.
Aus H e r s f e l d. Im Auftrag des Hersfelder Ge
schichtsvereins unterzieht - Dr. Scheffler, Assistent am
Landesmuseum in Kassel, das Städtische Museum einer
Umgestaltung nach museumstechnischen Grundsätzen.
Aus Buchenau (Rhön). Das alte von Schenksche
Schloß und die ehemaligen von Schenkschen Wal
dungen sind von dem Besitzer Trabert-Fulda dem
preußischen Staate zum Kauf angeboten worden. Der
gesamte von Schenksche Besitz umfaßt zwei Schlösser,
Feldgrundstücke und etwa 2400 Morgen Wald.
Tausend Jahre W a ch s e n b u r g. Die zwischen
Erfurt und Gotha gelegene und zu den Drei Gleichen
gehörende Wachsenburg wurde vor nunmehr 1000 Jahren
von Mönchen des Klosters H e r s f e l d zum Schutze
ihrer zahlreichen Güter erbaut und wurde erst Wasser
burg und später Wachsenburg genannt. In diesem
Sommer sollen Heimatspiele und Schloßbeleuchtungen
auf der Wachsenburg stattfinden.
Aus Rinteln. Hier fand ein überaus stark be
suchter volkstümlicher Vortragsabend statt, der vor
wiegend Gaben der Dichterin Helene B r e h m und des
Komponisten Otto Reinhardt bot.
Das 5zanauer Lamboy- Fe st. Bis zum Be
ginn des Weltkrieges ist in Hanau unter Beteiligung fast
der gesamten Einwohnerschaft alljährlich am 13. Juni
ein Volksfest gefeiert worden, das in dem bei der Stadt
gelegenen Lamboy wald abgehalten und als Lam
boyfest bezeichnet wurde. Als am 13. Juni 1636 der
um Hilfe angerufene Landgraf Wilhelm V. von Hessen,
der Schwiegersohn des Hanauer Grafen Philipp Lud
wig II., die in schwedischem Besitz befindliche und durch
General Ramsay verteidigte Stadt Hanau von der
schweren neunmonatigen Belagerung des kaiserlichen Ge
nerals Lamboy befreit hatte, wurde am gleichen Tage
ein Dankgottesdienst in den Hanauer Kirchen abgehalten,
woraus ein allgemeiner Bußtag entstand. Später ent
wickelte sich gleichzeitig ein Volksfest, in dem sich ein
Stück Hanauer Volksleben abspielte. In diesem Jahre
soll, nachdem die Mehrzahl der Hanauer Vereine dahin
gehende Beschlüsse gefaßt hat, das Lamboyfest wieder
erstehen und nach altem Herkommen gefeiert werden.
Von jeher war der Lamboytag den Hanauern ans Herz
gewachsen. In anderen Städten und sogar in fernen
Weltteilen, wo sich nur Hanauer zusammenfanden, wurde
ebenfalls der 13. Juni freudig begangen.
Ausgrabungen. Die von Professor Schröder
auf Amöneburg südlich der Schloßmauer vorgenom
menen Ausgrabungen sind beendet. Ungefähr 6 Zentner
zerschlagene Gefäße und sonstiges Geschirr wurde in den
Felsen gefunden. — Ber den Erdarbeiten zwischen der
Marburg er Universitätsturnhalle und dem alten
Bibliotheksgebäude stieß man auf menschliche Grabstätten.
Hier war bekanntlich früher das BarfüßerUoster und
dabei auch die Begräbnisstätte für die Mönche. — Aus
Anregung des Hanauer Geschichtsvereins fanden in dem
ber Langenselbold gelegenen Rötelberg Ausgrabun
gen statt. Es wurde ein bisher unberührtes Hügelgrab
vorgefunden. Nachdem am Rande der für Hügelgräber
charakteristische Steinkranz festgestellt war, stieß man in
einer Tiefe von 1,60 Meter auf ein Brandgrab aus
der älteren Eisenzeit (Hallstattperiode), das zwei große,
dickwandige Urnen (davon die eine mit Tiefstich»-
Ornament), eine kleine Urne, zwei flache Schalen uno
als Grabbeigaben zwei Armringe aus Bronze, zwei bron
zene Röhrchen, die durch Plättchen miteinander ver
bunden sind, einen eisernen Dolch und einen kleinen
Feuersteinschaber enthielt. Sämtliche Fundstücke werden
im Langenselbolder Heimatmuseum aufgestellt. Die Aus
grabungen sollen in nächster Zeit fortgesetzt werden.
Aus Kassel. Unter den Grabsteinen des alten
Friedhofs an der Lutherkirche befinden sich Steine von
künstlerischem und .historischem Wert, die in den letzten
Jahren infolge des ungünstigen Einflusses der Luft Ver
fallserscheinungen zeigen. Zu ihrer Unterbringung soll
zunächst ein Teil der gewölbten Hallen im Erdgeschoß
des Marstallgebäudes am Marställer Platz gemietet
werden. In dem stimmungsvollen Gewölbe werden die