Full text: Hessenland (37.1925)

Groschen sie Muß Aber von seiner Hoheit 
kommen Sonst Hette sie keinen Werd Kente 
mich aber Ihrer Königliche Hoheit Perselich 
so bin ich überzeugt ich bekeme ein Silber 
Kreiz es dürfen auch Allen Berichte ab- 
gefotet ^abgefordert Werdens so Laut [lautet] 
einer Wie der ander Ich bitte Aber Ihrer 
Königliche Hoheit Solde ich etwas zu viel 
geschrieben Haben so nehme Ich es augen 
blicklich Wieder zurück Ihr Seligverstorbner 
Fligel Adiutanten von Kaldenborn 2 Herr 
haupmann Wilius ^ und haupmann Schlor- 
baum^ das Wahren meine Trei Haubt 
Leiden s!s Griese Euch Gott 
Kilianstädten Feldschütz Konrad B.... 
Bei Hanau 
den 5. November 
1861 
Aber noch eins ihrer Hoheit Wie das ge 
kommen sei, mich an sie zu Wenden, Es 
Worde nämlich unser Pfarr vorgestelo, da 
Wahren Trei Mitglieder In der Kirche 
Zwei Hatten das Silber Kreuz der ander 
Hatte Sonst eine Medal da deuten Schon 
Werrent dem Gottes dinst Vieleicht Sohn 
Vierzig mann auf meinen Rock ich Wüste 
2 v. Kaltenborn. 3 Willius. i Schlarbaum. 
Aus Heimat und Fremde. 
Hessens letzter Kurfürst. Am 6. Januar 
waren 50 Jahre verflossen, seit Kurfürst Friedrich Wil 
helm I. in der Verbannung zu Prag am Heimweh verschied. 
Aus diesem Anlatz fand aus dem alten Kasseler Friedhof, 
uw er am 12. Januar 1874 beigesetzt wurde, an seinem 
reich mit Kränzen geschmückten Grabe eine schlichte Gedenk 
feier statt, bei der Metropolitan Altmüller die Gedächtnis 
rede hielt. Im Anschluß daran wurde im Kunsthaus Mes 
sing eine stark besuchte Erinnerungsausstellung eröffnet, 
in der neben der Totenmaske und zahlreichen Bildnissen 
des Kurfürsten und seiner Angehörigen Gegenstände aus 
seinem früheren Besitz und viele andere Erinnerungs 
stücke ausgestellt waren. Der Tag führte einmal wieder 
die treue Hessengemeinde zusammen im Gedenken des 
Mannes, der, wie Geheimrat Pros. Or. Edward Schröder 
in seiner, anläßlich des 100. Geburtstages des Kur 
fürsten auf der Jahresversammlung des Hessischen Ge 
schichtsvereins gehaltenen, Licht und Schatten nach bester 
Überzeugung verteilenden Ansprache ausführte, „wenn 
irgendeiner von der Geschichte ein mildes Urteil fordern 
darf. Er hat eine freudlose Jugend, Mannesjahre voll 
Sorgen und Kämpfe, ein Alter in Kummer und herz 
brechendem Heimweh gehabt. Er ist ein unglücklicher 
Fürst gewesen. Seine ersten Erinnerungen fallen zu 
sammen mit dem Exil, von den erhebenden Eindrücken 
der Befreiungszeit ist ihm wenig zugute gekommen, und 
der wachgewordene Blick des Jünglings sah die Mä 
tressen- und Günstlingswirtschaft des Vaterhauses. Wohl 
haben ihm der Großvater und die Mutter die besten Er- 
Aber in dem Augenblick nicht Was das be 
deuten Soll da nun der Gottesdinst Be- 
entig Wohr da Fragte Ich was das Bedeu 
ten Soll auf meinem Rock zu deuten da 
Hatte ich voll semtlich die Antwort erhalden 
Wenn unser Kurfürst an dich dächte dann 
bekeme ich auch ein solges Weil sie Wüsten 
Welchen Korader sCharakter?s ich Besesen 
Habe da ich noch im Jäger Battaillon 
Stand Arrist habe ich Keinen bekomen ich 
bin in keinem Orterbuch zu finden und grade 
deshalb Wierde es mier ein Solchcrs Ver- 
gniegen Machen Wenn ich den Sondag in 
die Kierche kommen Solde und ich Hette auch 
ein solges an meinem Rock Stecken da Wier- 
den sie auch auf mich deuten und Wierden 
Sagen unser Landesvatter Hat doch auch an 
unser B.... gedacht er muß doch gut ge 
standen Haben im Jäger Bataillon Ich habe 
dieses mier Selber geschrieben ich Kende 
zwahr Besser Schreiben Wenn ich es Besser 
gelernt Hette es Kostet mich doch kein Geld 
Aber Schön sei die Schrift nicht an seiner 
Königliche Hoheit Aber ich kann es nicht 
Besser und Soll mich doch kein Geld kosten." 
Ob der lvackere Feldschütz seine heiß ersehnte 
„Medal" erhalten hat, weiß ich nicht zu ver 
melden. Hbach. 
zieher und Lehrer zur Seite gegeben: v. Below, Suabe- 
dissen, Wilhelm Grimm; aber ganz abgesehen davon, 
daß die Geistesgaben des Knaben nicht hervorragend 
waren, sie vermochten den schlimmsten Fehler, seine Ver 
schlossenheit und sein Mißtrauen gegen die Menschen, 
nicht zu besiegen. Und leider, leider hat er nur allzuviel 
erlebt, was diese verhängnisvolle Neigung bestärken 
mußte. Ich brauche auf jene Kette aufregender, nieder 
schlagender, beklemmender Erlebnisse aus der Regierungs 
zeit seines Vaters nur hinzuweisen, nur zu erinnern an 
den unheimlichen Tod des Lakaien Bechstädt, an die 
Drohbriefe und so vieles andere." Und dann zum 
Schluß: „Er war auch in seiner Art ein deutscher Pa 
triot und ein Mann von nationalem Ehrgefühl, und wir 
haben kein Recht, über die Unsicherheit seiner Politik zu 
spotten, wenn wir die Jrrgänge betrachten, die damals 
auch andere gegangen sind . . ." So gilt wohl auch heute 
noch jedem, mag er zum letzten hessischen Kurfürsten 
stehen, wie er will, was einst Wilhelm Bennecke zum 
20. August 1902 saug: 
Und an dem Grabe sei heute gedacht 
Des Tags, an deni er geboren — 
Und wie ihm die Freude nur selten gelacht, 
Und wie ihn das Unglück erkoren. 
War's recht, war's unrecht, was er gebot — 
Es hat ihn versöhnt mit uns der Tod. 
Und fast schon gleich einer Sage 
Erscheinen des Kampfes Tage. —
        

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