Full text: Hessenland (37.1925)

Kirche. Für dieses Bild, das für die große Eß- 
stube bestimmt war, empfing Jost Weinbergk 
t670 20 Taler. 1905 kam es an die jetzige 
Denkmal Philipps des Großmütigen in Haina. 
Bon Professor Mar Wiese. 
Stelle. 1905 wurden die Zwischenwand und 
angebrachte Emporen wieder aus der Refektur 
entfernt. Die Winterrefektur erhielt ihre frühere 
Größe und Gestaltung. Die fünf Metalleuchter 
sind damals angebracht worden, wahrscheinlich 
sind sie alt gekauft. An die Ostwand der 
Winterrefektur schließt sich das Kalefaktorium 
an, die Wärmekammer. Sie war der einzige 
heizbare Raum des Klosters, ehe der Westvorbau 
aufgeführt wurde mit dem großen besonderen 
Kalefaktorium für die Konventualen. — In 
der Wand zwischen Winterrefektur und Kale 
faktorium waren einige Öffnungen, durch die 
etwas Wärme in die Winterrefektur gelangen 
konnte. 
Wir begeben uns zurück in den Kreuzgang 
und gehen nach Osten. In dem Winkel, den 
Claustrum refectorii und Claustrum capituli 
(Kreuzgangsteil neben dem Kapitelsaal, Ost 
kreuzgang) bilden, ist rechter Hand eine Treppe, 
die auf einen Gang führt. Bon diesein Gang 
geht gleich rechts eine Türe iit das Kale 
faktorium. Zur Möuchszeit ging man eben 
erdig in diesen Gang. Borne links in diesem 
Gang war die jetzt noch zur Hälfte und zu 
gemauert zu sehende Tür in die Parlatur. 
Rechts tu diesem ebenerdigen Gange waren die 
Öffnungen, von denen aus der Raum unter 
dem Kalefaktorium geheizt wurde. Treppe und 
erhöhter Gang, Zumauerung der Ostfeuster des 
Kalefaktoriums, der alten Parlaturtüre, Anlage 
der jetzigen sind aus der Zeit vor etwa 50 Jahren, 
als man am Ende des Ganges für ein Klosett einen 
Tonnenraum brauchte. Die Türe zum Kale 
faktorium war zur Mönchszeit und später von 
dem Kreuzgang her, etwas oberhalb (östlich) 
von der Türe, die uns iu die Winterrefektur 
geführt hatte. Am Mauerwerk ist das außen 
und besonders in dem Kalefaktorium selbst an 
der westlichen Hälfte der Nordwand deutlich zu 
sehen. Einige Stufen innerhalb der Mauer führ 
ten hinauf. Im Mauerwerk rechts voll der 
jetzigen Treppe zil dem erhöhten Gang sehen 
wir eine Öffnung nach dem Kreuzgang zu und 
seitliche Schächte, wahrscheinlich zum Aufstellen 
eines Lichtes. Die Schächte ließen das Licht 
nach der Seite und nach hinten zu fallen. In 
deul Kalefaktorium ist gleich rechts eine Nische. 
Boíl hier ails verlief wohl ein Schacht inner 
halb des Mauerwerks, der etwas lvarme Luft 
nach der Dormitar der Konventualen führte. 
Das Kalefaktorium hat drei Rundsäulen mit 
Eichenblattornament und einfaches, schönes Ge 
wölbe. 
Die Ostwand des Kalefaktoriums hatte drei 
Fenster, von denen zwei auf den Gang zeig 
ten, das dritte der: Ausblick aus die Gegend 
neben der Südmauer des Mönchsgartens, hatte. 
Das erste unb das dritte Fenster sind als 
Nischen erhalten, das mittelste, ganz zuge 
mauerte hebt sich im Mauerwerk deutlich ab. 
Tie beiden Fenster, die das Kalefaktorium noch 
hat, lassen uns auf die Wohra sehen und auf 
den Keller (jetzt Kartoffelkeller) der durch einen 
Brand 1880 schwer beschädigter: urrd 1905 bis 
auf diesen Keller abgetragenen Mönchsbrauerei. 
Das Kalefaktorium war unterkellert. In der 
östlichen Hälfte dieser Unterkellerur:g war die 
Feuerung (Heizkammer. Große Steine, die er 
hitzt wurden, bewahrten die Wärnre noch für 
längere Zeit rmch Aufhören des Feuers), in 
der westlichen Hälfte war gewissermaßen die 
Heißluftkammcr. Bor: hier führten durch das 
Gewölbe (im Scheitel und rechts und links da 
von) drei Reihen enger Schächte. Sie mün 
deten im Fußboden des Kalefaktoriums mch
	        

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