Full text: Hessenland (32.1918)

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ganz beendet wurde und bis auf ein noch 
nicht -ausgebautes Jagdzimmer im Erd 
geschoß vollständig ist. 
Das Gebäude steht an hervorragend 
ster Stelle der Stadt und bildet durch 
seine von allen Seiten freie Lage mit 
seiner Umgebung und Stellung zum Pa 
radeplatz und den Straßenzügen, auch 
unter Beziehung zu dem alten histori 
schen Schloß der Landgrafen, eines unse 
rer besten Beispiele mittelalterlicher 
Städtebaukunst. Am vorteilhaftesten und 
charakteristischsten wirkt das Haus im 
Stadtbild vom Heinz-von-Lüder-Tor aus. 
Bon hier aus kann man beurteilen, wa 
rum ich den Holzerkervorbau wieder er 
neuert habe, der einst von Putz und Klet 
terpflanzen überwuchert war. Dabei zeigt 
das Anwesen in den Einzelheiten (der 
Fachwerkaufbau ist, wie bereits angeführt, 
später aufgesetzt worden) eigenartige Lö 
sungen von größter Einfachheit, aber zu 
gleich von überzeugender Wirkung und 
Klarheit in Form und Farbe. Dieses 
bezieht sich auch auf die meisterhafte Ge 
staltung des an sich recht einfachen 
Grundrisses, dessen Erhaltung es allein 
schon lohnte, Mühe und Arbeit über Ver 
dienst und Gewinn zu stellen. Hoffent 
lich gelingt es auch noch, den in die 
Platzecke gerückten „Schwälmer Kump" 
(Brunnen) an seine richtige Stelle, vor 
der Anlage, zu bringen. 
Das ..Steinerne Haus" nach dem Umbau. (Teilansicht.) 
Sommerabend. 
Die voll Klingen war und buntem Tanz 
Und den Tag so sonnig überhellt, 
Noch ein letzter, wundersamer Glanz 
Geht nun über diese müde Welt. 
GoldneriGarben segenschwerer Duft 
Schwebt durch Vlumenruch und Tannenhauch; 
Träumend^stille steht die linde Luft 
Und mein Herz in süßer Andacht auch. 
Was in meiner Seele je erblüht, 
Kühn an Taten, an Gedanken rein: 
Wenn am Abend meine Well verglüht, 
Schön wie dieser Tag so schlaffste ein. 
Gottfried Buchmann. 
Leutnant und Kompagnie-Führer. 
Tanz in Flandern. 
Mädchen, schwing und drehe dich, 
Reich zum Tanz mir deine Hände, 
Heute noch beglückst du mich, 
Morgen hat das Glück ein Ende. 
Heute bin ich jung und schön. 
Bleich sind morgen meine Wangen, 
Vorn im wilden Schlachtgetön 
Wird kein Liebchen mich umfangen. 
Fiedle, Geiger, spiele doch! 
Braune Dirne, laß dich küssen, 
Wein her! Heute leb' ich noch, 
Morgen werd' ich sterben müssen. 
Landsturmmann Chr. Brandenstein. 
Zurzeit im Lazarett.
	        

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