Full text: Hessenland (30.1916)

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neuer Auflage herausbringen. Von den Federzeichnungen 
„Aus Alt-Marburg", die seinerzeit dem Be 
dürfnis entgegenkommen wollten, anstelle der Naturauf 
nahmen vom Künstler geschaute, warmempfundene und 
durch das Medium seines Stiftes entstandene Ansichten 
zu besitzen, sind netzt 10,000 Bändchen gedruckt Sie 
liegen, auf 35 Zeichnungen vermehrt und mit dem alten, 
zum künstlerischen Sehen anleitenden Text jetzt in 4. 
Auslage vor (Preis 1,20 M ) Auch von Otto Ubbe- 
lohdes 20 Landschaftsbildern „Rings um Mar 
burg" erichien gleichzeitig eine neue Auslage (Quart 
format, einseitig bedruckt, Preis 2 M) Die pracht 
vollen Zeichnungen wollen nicht nur allen einstigen 
Marburger Studenten als Erinnerung an Marburgs 
Umgebung dienen, sondern „zugleich auch ein Mahnruf 
sein, daß wir ans die Erhaltung unserer Heimat- 
Landschaft bedacht sind" Das verdienstvolle Unter 
nehmen des Verlags darf reichste Unterstützung be 
anspruchen. H. 
Kalender. 
Die vielen Freunde des Heftenkuiistkalenders werden 
sein Ausbleiben im Vorjahr schmerzlich vermißt haben. 
Sre sind letzt reichlich entschädigt worden. Die Ausgabe 
für 1917 (H e s s e n k u n st. Jahrbuch für Kunst- und 
Denkmalspflege rn Hessen und im Rhein-Main-Gebiet. 
11. Jahrgang. Herausgegeben von Christian 
Rauch. Verlag N. G Elwert Marburg 50 Seiten. 
Preis 2 M), deren Bildschmuck Hermann Kö 
tel h o n besorgte, stellt sich ihren Vorgängern würdig 
zur Seite. Dieser Künstler, dessen Biographie der von 
ihm im Kalender ausgezeichnet porträtierte Direktor 
der Kasseler Galerie, 1)r Gronau, beisteuerte, über 
rascht hier zum erstenmal einen weiteren Kreis durch sein 
reiches Können. Stimmungsvolle Leisten begleiten das 
Kalendarium, ihnen solgen eine Anzahl köstlicher Zeich 
nungen, die auch diesen Jahrgang des altbewährten 
Kunstkalenders zu einem erstrebenswerten Besitz machen. 
Reich illustrierte kunsthistorische Aufsätze bilden den 
Beschluß Professor W a l b e bringt in einem Auf 
satz über „Alte Brunnen auf dem Lande" dem, der es 
noch nicht wußte, den überzeugenden Beweis, daß diese 
Stücke überlieferter Volkspoesie in allen Fällen schätzens- 
und schätzenswerte Denkmäler alter Kultur und Gestal 
tungskraft sind Professor I)r. Back behandelt die beiden 
großen Sakristeischränke der Stadtkirche zu Friedberg 
^etzt Darmstädter Museum) und der Kirche in Schotten 
(1494) und einige andere bürgerliche Möbel der ober 
hessischen Spätgotik. Hans Neuber, der in heißem 
Kampf, erst 26;ährlg, rm Westen gefallene Biograph des 
Marburger Bildhauers Ludwig Juppe, weist in einer 
scharfsinnigen, noch für den Kalender bestimmten Ab 
handlung die ausdem kunsthistorisch noch so wenig durch 
forschten Gebiet des Fürstentums Waldeck stammenden 
Schreinaltäre zu Külte, Braunau und Kleinern der Werk 
statt des einst unweit Frankenberg gelegenen Franzis- 
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Personalien. 
Verttehenr 
Das Eifer«« Kreuz: 
1. Klaffe: Leutnant Hans Schütz!er aus Gers- 
felb; Sam.-Gefr. Samuel Katz aus Rhrna; Vize 
wachtmeister W. Reinhardt aus Burguffeln; 
Leutnant d. Res. Gustav Bohne aus Hanau; 
Vizefeldwebel Aug. Hildmann aus Gersfeld; 
Oberleutnant d. Res. Gerlchtsassessor Kurt Krrch- 
kanerklosters Meiterdorf zu; Direktor Dr K ü ch fügt 
dem Aufsatz einen Lebensabriß des Frühverstorbenen 
an. Baurat Dr. Holtmeyer gibt in einem Aussatz 
über „Kriegergrabmäler" aus dem Wunsche heraus, daß 
die Totensteine des großen Krieges künstlerisch die Grenz 
steine werden einer schlechten und einer guten Zeit, ernige 
bezeichnende Entwürfe des seinerzeit für Knrhessen er 
lassenen Wettbewerbs wieder und weist auf die von der 
Kasseler Gewerbehalle eingerichtete Beratungsstelle hin, 
die in Zweifelsfällen jeberjcit angegangen werden kann. 
Professor Dr. Christian Rauch bringt einen Bei 
trag über die Liebfrauenkirche zu Schotten, deren West 
bau noch der hessischen Bauschule der Frühgotik ent 
stammt, während der dieser später angeschlossene Ostbau 
spätgotische Formen zeigt, und gibt der Hoffnung Aus 
druck, daß dieses altehrwürdige, mit kostbarer mittelrher- 
nischer Kunst geschmückte Gotteshaus nach dem Krieg 
würdig wiederhergestellt werden möge. Dr. Klingel 
schmitt behandelt eine Verwandte der von Rauch 
entdeckten und in der „Hessenkunst 1911" veröffent 
lichten Appenheimer Pieta, einen von ihm im Kunst 
handel aufgefundenen Torso. Wie stimmungsvoll Meister 
Kätelhön altem Sang aus „Des Knaben Wunderhorn" 
Lautensatz zu leihen versteht, zeigt ein von Johann 
L e w a l t e r mit Klaviersatz versehenes, dem Kalen 
darium eingefügtes Blatt. Auch dieser Jahrgang wird 
der Hessenkunstgemeinde zweifellos viele neue Freunde 
werben. — Als willkommener Gast wird auch der 
„Hessische Volkskalender auf das Jahr 
1917" (Verlag F>. Lometich, Kassel, 92 Seiten, 
Preis 50 Pf) wieder begrüßt werden. Bon zeitgemäßem 
Bilderschmuck stark durchsetzt, führt er uns wieder die 
altbewährten Mitarbeiter vor, Valentin Traudt, Joh. 
H. Schwalm, Heinrich Bertelmann, Pfarrer lic. Bach 
mann, C E. Knodt und den Herausgeber, Psarrer 
Ellenbe'-q In Wort und Bild wird das Beste geboten, 
was ein Volkskalender bringen kann. Auch diesmal wird 
er weit über das Hessenland hinaus gen Ost und West 
wandern und den hessischen Kämpfern draußen manchen 
Abend die Verbindung mit der Heimat herstellen. — 
Hessisches bringt auch der „Thüringer Kalen 
der 1917" mit 13 Origlnalzeichnungen von He 
lene Reinhardt, Friedrichroda, herausgegeben 
vom Thüringer Museum zu Eisenach, 42 Seiten Auch 
er bringt kunsthistorische Aussätze gemeinverständlichen 
Inhalts. Von den flotten ganzseitigen Schwarzweiß- 
zeichnungen seien die Stadtkirche zu Schmalkalden und 
zwei Blätter vom Haustein besonders hervorgehoben 
— Die Freunde Altfrankfurts seien schließlich noch aus 
den zum erstenmal erscheinenden „Frankfurter 
Stoltze-Kalender," heimatliches Jahrbuch für 
das Jähr 1917, Verlag Hans Lüstenöder, Frank 
furt a. M, 96 Seiten, Preis 1 M., hingewiesen 
Von guten Mitarbeitern unterstützt, tritt er als vor 
nehmer Kämpe für heimatliche Bestrebungen auf den 
Plan und wird sicher seinen Weg finden Auch der 
illustrafive Teil verdient rühmende Hervorhebung 8 
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hoff <mt§ Fulda; Feldwebel Friedr. Holtemeier 
aus Kassel; Unteroffizier Kaspar Behrendts aus 
Bebra; Karl Seitz aus Jmmenhausen; -Oberleut 
nant Kurt Jahn aus Schmalkalden (Feldart.- 
Regt. 30) ; Leutnant E. Seemann (Jäger - Ba 
taillon 11); Leutnant d. Landw. Karl Fremder 
aus Deisel; Leutnant d. Res. Prof. Dr. Mewaldt 
aus Marburg; Oberjäger Heinr. Keller aus 
Bracht; Oberleutnant d. Res. P r i e '6 e aus Mar 
burg (Jnf.-Regt. 137) ; Bizeseldwebel Konr. Jäckel
	        

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