Full text: Hessenland (29.1915)

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solche pseudo-personalen Genetiv = s in einer Menge 
von Namen infolge falscher Analogiebildung finden, 
ist hier als Urform vermutlich die elliptische Bil 
dung im Ulm68 (Allmus) anzusetzen, die sich 
besonders häufig in der Welterau und in der 
Fuldagegend findet, z. B. Mönches, Heenes, 
Kalkobes, Fezies, Meiches (1342 zum Eiches), 
zum Dornes, zum Lindes (1367), Erics, im 
Buches, Lengers (1432 zum Lenderichs, 1434 
zu dem Lengeriche), zum Röres (1592), heute 
Rörigshöfe, Kathus, ma. Kanters (1455 zcu 
dem Kathens) usw. Vgl. Arnold a. a. £>. S. 299 ff. 
Ähnlich wie bei diesen Namen, die nicht Per 
sonennamen sind, wird mau infolge von falscher 
Analogiebildung zum Almundes, zum Almandes, 
zum Elmendes bzw. zum Almuts, Almats, 
Almets, Eimets gebildet haben, woraus die 
Schreibungen Almus 11 12 13 * ), Almos, Almas, Almes, 
Eimes, Limes u ä. entstanden sind. Vgl. hierzu 
die häufig vorkommenden Flurnamen das Almes, 
das Eimes, das Ilmes, Malmes, Malmus, Albus, 
der Eibusgarten (Gem. Sterzhausen) u. ä. m. 
In diesem Sinne sind wahrscheinlich zu deuten: 
die Allmus, der Allmusküppel im heutigen 
Gemeindewald Büchenberg (Kr. Fulda) sowie aul'm 
Almusteil ebenda, der Almuser Gemeindewald 
zwischen Dammersbach und Allmus, an der Almas, 
an der Ellmes Gem. Niederwetter, Eimes, 1512 
das Eimes, Wüstung bei Schlüchtern, irn Ilmes 
Gem. Unterstoppel, das Almetzfeld Gem. Gersrod 
(Kr. Fulda), Hirnes, auch Olmetze, Olbetze, 
Almeza Wüstung im Amt Homberg am Ursprung 
des Hlmbaches, auf der Allmoos Gem. Specks 
winkel, im Almosgrund Gem. Niederwetter, ferner 
die nasfauifchen Flurnamen ia ): aufm Allmus, 
Allmannsbitz, Allmannsstücker usw., fränkisch^) 
Almos, 1195 Albens, ca. 1320 Malmes, 1516 
zum Almas, 1549 vom Almess, Almes. 1603 
bey dem Allmoss, feruer Allmoshof, 1594 All- 
mosshof, 1664 Malmshof, 17. Jh meist Malmess 
hof. 
Danach darf angenommen werden, daß dem 
Namen Malsfeld eine elliptische Namensform zum 
Allmes zugrunde liegt und daß hieraus sich später 
der Siedlungsname Malsfeld entwickelte. Zur 
Entwicklung vgl. noch die bei Varrentrapp a. a.O. 
98 Anm. 7 erwähnte Markgenossenschaft der Alms 
berg, der Homberg, Remsfeld, Relbehausen und 
Schelbach angehörten. Zur Namensform Alms 
berg (< Almesberg) vergleiche man noch Mals 
1 ') Vgl. dazu Kathus statt Käthes, das Malkus statt 
Malkes, und volkstümlich Diphtheritus statt Diphtheritis. 
12 ) Keh rein a. a. O. 310. 
13 ) Beck, Die Ortsnamen des Pegnitztales und des 
Gräfenberg-Erlanger Landes (Nürnberg 1909) S. 64. 
berg (< am Almesberg), ein Höhenzug zwischen 
Melsungen und Spangenberg nach Elbersdorf hin. 
Ähnlich wie für Malsfeld kann auch für Melsungen 
eine elliptische Bildung Milans, Melmis, Mülmis 
(< zum Ilmes, Eimes, Ulmes) angenommen 
werden, aus der dann durch Zniügung des er 
klärenden Zusatzes -Ingen, -ungen *Milmisungen, 
*Milmisingen und mit regressiver Assimilation 
Milisungen, Milsungen, Melsungen entstehen 
konnte. 
So darf auch angenommen. werden, daß die 
Siedlung Allmus bet Fulda, 1354, 1369, 1417, 
1423 zum Almundes, 1413 zum Almuds, 1683 
Allmuss, ca. 1720 Almos, 1727 Malmus, im 
Volksmund heute Mölmes, nicht von einem Gründer 
Adalmunt ihren Namen erhalten hat, wie Haas 
in den Fnldaer Gesch.-Bl. 1908, S. 151 vermutet, 
sondern daß hier eine elliptische Form zum All- 
mandes zugrunde liegt, die später, als der Name 
nicht mehr verständlich war. begrifflich an einen 
Personennamen Almund von einem gelehrten 
Schreiber angelehnt wurde. Ähnlich verhält es 
sich mit den Siedlungsnamen Almutshausen, 
Wüstung bei Fritzlar, ca. 950 Almundeshusa, 
1225 Almudehusen, 1364 Almyshusen, 15. Jh. 
Almateshusen, und mit Almutshausen bei Hom 
berg , 1330 Almeshusen, 1338 Almetshusen, 
später Almshausen (Varrentrapp a. a. £).). — 
Wie sich thüringisch u ) aus einer urkundlichen 
Form Almtensteg (d. i. Almetensteg) später 
Altensteg, ans einer Form in der Almten (1641) 
später in der Alten 15 ) (noch heute Gemeindeland) 
entwickelte, so findet sich auch thüringisch die Alken 
neben der Schreibung die Alten (früher Gemeinde 
land in der Flur Uelleben). Ähnlich findet sich 
bei Kehrein a. a. O. 281 eine Siedlung Wald 
mühlen, die auch Walkmühlen genannt wird 
und im Volksmund Heute sowohl Waldmille wie 
Walkmille heißt. Vgl. dazu noch thüringisch 16 ) 
die krumme Alken, Gemeindewieseu in der Flur 
Emleben, ma. krumm Alten, urk. 1453 bie der 
krummen Almten, bie der krummen Almpten, 
1469 in der krummen Almoten, 1479 in der 
krummen almeit, 1492 in der almeth, 1641 
in der krummen Alten, ferner die Alken, ma. 
ebenso, ehemaliges Gemeindeland in der Flur 
Petriroda nach Emleben zu. oberdeutsch^) Alken 
brunnen, uasfautsch^) Alkenstein, Alkersbach, 
'5 G er b t n g a. a. O. 280 und 281. 
1B ) Vgl. dazu Altenburg, Altenberg, Altenbach u. ä. 
KeHrein a a O, 315, Anm. 7: an der altdenbach 
(1324), wahrscheinlich zgz aus Almtenbach, Almtenburg, 
Almtenberg. 
lß ) ©erhing a. a. O. 70, 181, 238. 
”) Sud a. a. O. 6. 
'ff Kehre tu a. a. O. 310. 379.
	        

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