Full text: Hessenland (29.1915)

Wir möchten auch an dieser Stelle betonen, daß 
es auch den nicht in Kassel wohnenden Hessen selbst 
verständlich freisteht, sich persönlich oder durch Ver 
treter an der Nagelung zu beteiligen und so au 
dem guten Werke mitzuwirken Nach jeder Na 
gelung, für die ein Mindestbeitrag von 50 Pfennigen 
zu entrichten ist, wild eine Erinnerungsurkunde 
ausgestellt. Gegen eine weitere Gebühr von 20 Pf. 
werden die Anfangsbuchstaben des Nagelnden oder 
auch diejenigen eines vor dem Feind gefallenen 
oder im Felde stehenden Angehörigen, bcn man durch 
die Nagelung zu ehren wünscht, auf dem Nagel 
angebracht. Solche Beiträge für die Nagelung 
können auch der „Geschäftsstelle für die Errichtung 
des Zeitenstocks" im Kasseler Rathaus übermittelt 
werden, die dann die Nagelung besorgen und die 
Urkunde übermitteln läßt. 
■-»HS*- 
Auf Schleichpalrouille. 
Durch die Nacht, im Gräsermeer 
Flöten schrillend die Zikaden, 
Ruhelos, gedrängt und schwer 
Ziehen graue Völkerschwaden. 
Nun umspielen meinen Lauf 
Zage, irre Mondenhellen; 
Eine Eule geistert auf; 
Leis im Grmlde flüstern Wellen. 
Zur Zeit im Felde. 
Nahe lauert mir der Feind. 
Ghne Atem, ohne Rühren! 
Tief wie alles Friede scheint, 
Fst sein Spähen und sein Spüren. 
Wie ich lieg' auf Schuß und Hieb, 
Meine Sehnen spannend halte, 
Ist mir grad, als ob mein Lieb 
Jetzt um mich die Hände falte. 
Gottfried Buchmann. 
Glockengießer im Regierungsbezirk Kassel 
vom 14.—20. Jahrhundert. 
Zusammengestellt nach eigenen Aufnahmen von Heinrich Wenzel, Kassel-Wilhelmshöhe, beauftragt 
vom Königlichen Konsistorium zu Kassel mit der Aufnahme der Glocken im Konsistorial-Bezirk Kassel. 
(Fortsetzung.) 
1773 goß Justus Schreiber von Mtelidorf je eine 
Glocke für Eltmannshausen und Jestädt, Kreis 
Eschwege; 1775 eine Glocke für Hornel, Kreis 
Rotenburg; 1778 eine Glocke für Ulfen, 
Kreis Rotenburg. 
1779 goß Joachim Christoph See von Allendorf 
eine Glocke für Markershausen, 1781 eine 
Glocke für Holzhausen, 1787 eine Glocke für 
Aue, 1790 eine Glocke für Frankenhain, 
sämtlich im Kreis Eschwege. 
1779 goß Johann. Friedrich Anton Storch in Kassel 
eine Glocke für Wattenbach, Kreis Kassel. 
1770 hatte er für Odelsheim, Kreis Hof 
geismar, 1771 für Großenritte, Kreis Kassel, 
1773 für Gudensberg, Hospital, Kreis Fritz 
lar, und 1774 für das Jnvalidenhaus in 
Karlshafen, Kreis Hofgeismar, je eine Glocke 
gegossen. 1782 goß er eine Glocke für Leckring 
hausen, Kreis Wolfhagen; 1787 eine Glocke 
für Metze, Kreis Fritzlar; 1790 eine Glocke 
für Dissen, Kreis Fritzlar; 1791 je eine 
Glocke für Retterode und Hebenshauseu, 
Kreis Witzenhauseu; 1792 eine Glocke für 
Burguffeln, Kreis Hofgeismar. 
1778 goß Nicolaus Bernhart von Diefenbach eine 
Glocke für Lohra, Kreis Marburg. 
1779 goß Friedrich Wilhelm Otto in Gießen eine 
Glocke für Treisbach, Kreis Marburg; 1780 
eine Glocke für Kirchvers, Kreis Marburg; 
1790 eine Glocke für Sichertshausen, Kreis 
Marburg; 1806 nochmals eine Glocke für 
Sichertshausen. 
1.784 gossen Johann Georg und Johannes Schneide- 
wind von Frankfurt eine Glocke für Rüdig- 
heini, Kreis Kirchhaiu. 
1792 goß Rincker von Leum eine Glocke für Kehna, 
Kreis Marburg; 1798 eine Glocke für Cal 
dern, Kreis Marburg. 
1791 goß Joseph Götte aus Borgentreich eine 
Glocke für Liebenau, Kreis Hofgeismar. 
1797 goß Johann Lorenz Koch von Mühlhausen 
eine Glocke für Eigenrieden, Kreis Mühl 
hausen; 1864 eine Glocke für Motzenrode, 
Kreis Eschwege. 
1793 goß Valentin Krick von Eckweisbach eine 
Glocke für Langenbieber und 1795 eine für 
Dietershausen, Kreis Fulda. 
1798 goß G. C. C. Henschel in Kassel, der von 
Gießen nach Kassel eingewandert war und 
in Kassel die Tochter des laudgräflich-hessi- 
schen Stückgießers Johann Friedrich Anton 
Storch geheiratet hatte, eine Glocke für Uden-
	        

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