Full text: Hessenland (29.1915)

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Todesfall. Am 7. Juli verschied zu Kassel nach 
längerer Krankheit der in weiten Kreisen bekannte und 
beliebte Lehrer an der städtischen Vorschule, der er 
28 Jahre seine Kraft gewidmet, Martin B e t t i n g. 
Mit seinem Hingang fand ein arbeitreiches und ge 
segnetes Leben seinen Abschluß. Als Vorstandsmitglied 
des .Hessischen Volksschullehrervereins wie auch des großen 
Deutschen Lehrervereins, des Hessischen Tierschutzvereins 
und anderer gemeinnütziger Vereinigungen hat sich Bet- 
tiilg ebenso wie als praktischer Pädagoge und Fach 
schriftsteller ein dauerndes Andenken gesichert. 
Aus G i e ß e n. Auf Einladung des Provinzial 
direktors in Gießen hat der Provinzialausschuß im Bei 
sein der Kreisräte die Frage der Errichtung eines Er - 
i n n e r n n g s z e i ch e n s für die dem Kriege zum 
Opfer gefallenen Oberhessen an einem mitten in der 
Provinz gelegenen Orte, etwa auf dem Hoherodskopf, 
erörtert und beschlossen, der Anregung zu geeigneter 
Zeit näher zu treten. — Fabrikbesitzer Bock in Berlin 
schenkte zum Andenken an seinen Sohn, der den Helden 
tod gestorben ist, seiner Vaterstadt Gießen seine kostbare 
Gemäldesammlung im Werte von über 100 000 Mark. 
Das Vermächtnis wird, sobald die nötigen Ausstellungs 
räume geschaffen sind, voraussichtlich noch im Laufe 
dieses Sommers nach hier überführt. Unter der Samm 
lung befinden sich u. a. Werke von Tischbein, M. Lieber 
mann, Leistikow, Franz v. Stuck, Leibl, Franz v. Len- 
bach und mehrere Zeichnungen A. v. Menzels. 
K u n st n o t i z. Der Kasseler Kunstmaler Fried- 
r i ch F e n n e l ist jetzt aus den Vogesen, wo er als 
Kriegsmaler tätig war, mit zahlreichen Skizzen und 
Gemälden zurückgekehrt, die demnächst in einer besonderen 
Ausstellung mit den in der Front geschaffenen Werken 
anderer hessischer Künstler wie Hans Meyer-Kassel, Fritz 
Rhein usto, der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden 
sollen. Einen Teil seiner Arbeiten hat Fennel bereits 
als Kriegsmaler der Leipziger Illustrierten Zeitung ver 
öffentlicht. 
Vogelschutz. Der „Hersf. Ztg." wird geschrieben: 
„Vor kurzem war der Leiter der staatlichen Stelle für 
Vogelschutz in der Provinz Hessen, Professor Schwarz 
aus Rotenburg, Dozent an der Großherzoglich Sächsischen 
Forstakademie in Eisenach, hier anwesend, um die in 
der hiesigen Feldmark und dem städtischen Forste im 
Interesse des Vogelschutzes getroffenen Maßnahmen zu 
besichtigen und für weitere diesbezügliche Arbeiten in 
I der Zukunft seinen fachmännischen Rat zu erteilen. Zu 
seiner großen Freude konnte Professor Schwarz fest 
stellen, daß die nächste Umgebung von Hersfeld, viel 
leicht weil noch nicht verkoppelt, noch verhältnismäßig 
reich an Singvögeln, namentlich an edlen Sängern, den 
Grasmückenarten, ist. Dank der umsichtigen und weit 
blickenden Politik der städtischen Behörden ist es ge 
lungen, einen herrlichen Bezirk, den Tageberg mit all 
seinen Hohlen, den beliebten Zufluchtsstätten vieler Vögel, 
nach und nach in städtischen Besitz zu bringen, und 
dank der mit großer Sachkenntnis und feinem Geschmack 
ausgeführten Bepflanzung des erworbenen Geländes ist 
ein Gebiet geschaffen worden, das sich für die Pflege 
des Vogelschutzes in ganz hervorragender Weise eignet. 
Dem als hinderndes Moment in Betracht kommenden 
Wassermangel kann wenigstens auf dem von zahlreichen 
Vögeln bewohnren Friedhof und dem benachbarten 
Frauenberg durch Anlage von künstlichen Tränken ab 
geholfen werden, zumal die Zuführung der Wasserleitung 
in dem obengenannten Gelände nicht allzugroßen 
Schwierigkeiten begegnen dürfte. Durch Einbau von 
Weißdorn, der dann im Quirlschnitt behandelt werden 
müßte, könnten die bereits vorhandenen Pflanzungen 
dem sachgemäßen Vogelschutz nach Frhr. von Berlepsch 
nutzbar gemacht werden. Wenn auch die Garten- und 
Villenbesitzer das vorhandene Gesträuch in derselben 
Weise behandeln, durch Trink- und Badegelegenheit für 
die Vögel und durch Anbringung von Berlepschschen 
Nisthöhlen an den Bäumen und Einfügung von Nist 
steinen in die alte Stadtmauer usw. sich am Vogelschutz 
beteiligen würden, so würde für die Zukunft für Hersfeld 
und Umgegend ein guter Bestand von Singvögeln ge 
sichert sein. Nur müßte allen Vogelfängern nnd Nest 
plünderern auch von Seiten des Publikums streng aus 
die Finger gesehen werden. Empfehlen würde es sich, 
wenn auch in Hersfeld die Freunde der Vogelwelt zu 
gemeinsamer, einheitlicher Arbeit sich zu einem Vogel- 
s ch u tz v e r e i n zusammenschließen würden und dieser 
dann als Mitglied dem Deutschen Verein zum Schutze 
der Vogelwelt (Sitz Gera-Reuß) als Mitglied beitreten 
würde. Vielleicht genügt diese Anregung schon." 
Eingegangen: 
Oskar Bethge. Zu den karolingischen 
Grenzbeschreibungen von Heppen 
heim und M i ch e l st a d t i. O. Sonderabdruck 
aus der Vierteljahrsschrift für Sozial- und Wirt 
schaftsgeschichte. (XII. Band, 1/2 Heft.) Stuttgart 
(Kohlhammer). 21 Seiten. 
Personalien. 
Verliehen r Das Eiserne Kreuz: 
1. Klaffe : Unteroffizier d. Res. Fritz Niedern- 
h ö f e r aus Kassel; Major d. Ldw. Oberzollsekretär 
K a l k o w s k i aus Kassel, Offizierstellvertr. S e l k e, 
Unteroffizier G i e l e r aus Kassel, Gefreiter Wilhelm 
Müller aus Dagobertshausen (Ldw.-Jnf.-Rgt. 83); 
Major von Bardeleben (Feldart.-Rgt. 47); Oberst 
Hartmann, gebürtig aus Poppenhausen, Kr. Gers- 
feld; Oberleutnant Hans Hattendorfs aus Fulda 
(bei einer Fliegerabt. im Osten). 
2. Klaffe: Leutnant Rudolf L e i s s i n g (Res.-Inf. - 
Rgt. 240), Leutnant d. Res. Ferd. Kling (Jnf.-Rgt. 
172), Jakob B l a t t n e r aus Hanau; H. G a st, Fr. 
Huth, H. Sybert aus Rückingen; Otto V ö l k e 
aus Eschwege; Leutnant Bruno Berndt aus Rinteln; 
Unteroffizier Konrad Happel aus Kassel; Unteroffizier- 
Wilhelm Roßberg aus Niederzwehren; Leutnant d. 
Res. Berthold Spangenthal aus Spangenberg; 
Obergendarm Daniel L i p p h a r d t aus Merxhausen; 
Friedrich Wernhardt aus Wichmannshausen; Her 
mann Henkel aus Marburg; Josef Heer aus Ober 
weisenborn; Unteroffizier Karl Becker aus Fron 
hausen ; Johannes Deis aus Schenklengsfeld; Buch 
drucker Simon Heilbrunn aus Sontra; Wachtmeister 
Seuring (Feldart.-Rgt. 47) ; G. Stürmer aus 
Kerstenhausen; Marinestabsingenieur Nikolaus L a r b i g 
aus Fulda; Unteroffizier Georg K ü h l b o r n aus Hof 
geismar ; Heinrich Spatz aus Karlshafen; Stabs 
veterinär d. Ldw. L i e b o l d, Regimentsveterinär des 
Feldart. - Rgts. 11); Karl Hartmann aus Neuhof; 
Leutnant Katasterlandmesser Gustav E n d e r s aus Wel- 
ckers; Leutnant d. Res. Karl Schnitzer (Ldw.- 
Jnf.-Rgt. 83) ; Heinrich Wickert aus Fritzlar; Hein 
rich D r u b e l aus Veckerhagen; Heinrich Rüdiger
	        

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