Full text: Hessenland (28.1914)

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Karl, geboren zu Nagy-Szöllös den 22. (20.?) 
Juni 1860, führte am 26. September 1893 seine 
Cousine, die Freiin Maria Persnyi de Per4ny,heim; 
aus dieser Verbindung entsprossen eine Tochter und 
ein Sohn, Mairie Malwine Olga, geboren zu Nagy- 
Szöllös den 15. Juni 1895, und Ludwig Moritz. 
Wilhelm, geboren den 16. Januar 1897, der in 
dessen bereits am 11. Mai 1899 wieder starb. Seit 
1902 ist Graf Karl mit Eveline von Halasy de 
D6vavänya (geb. den 9. August 1880) vermählt, 
die ihm zwei Söhne, Georg Alexander (geb. zu. 
Halmi den 17. August 1903) und Alexander (geb. 
zu Halmi den 12. Juli 1905) schenkte. 
Eveline, geboren zu Tur-T6reb6s den 24. De 
zember 1861, reichte am 10. Mai 1883 dem seit 
1899 bzw. 1900 geadelten Privatdozenten an der 
Universität Berlin, vr. Ml. Karl Wesendonk, 
Mathilde Wesendonks Sohn, die Hand. 
Wilhelm, geboren zu Tur-Törebös den 24. Juni 
1864, gehörte eine Zeitlang dem deutschen Heere 
als Leutnant z. S.^), dann als Oberleutnant an 
und nahm früh seinen Abschied; xr vermählte sich 
zu Wien den 26. November 1900 mit einer Ru 
mänin, Pauline Freifrau von Petrino-Armis, ge 
borenen Demetrescu-Maicu (geb. den 9. November 
1877), und ist am 25. Dezember 1908 zu Cannes 
verschieden. 
Bianca, zu Tur-Terebös den 17. März 1866 
geboren, heiratete zu Pest den 12. Februar 1895 
den damaligen Leutnant im preußischen Garde- 
u ) Er hatte als Seekadett an der Weltumsegelung 
der Korvette „Elisabeth" teilgenommen; vergl. darüber 
P. G. Heims, Unter der àiegsflagge des Deutschen 
Reichs, Bilder und Skizzen von der Weltreise S. M. S. 
Elisabeth, Leipzig 1885, S. X. 
Schützenbataillon Friedrich Freiherrn v. Chani- 
brier; sie starb nach kaum dreijähriger Ehe am 
30. April 1898 zu Großlichterfelde bei Berlin. 
Alfred, das jüngste der Geschwister, kam atn 
10. Mai 1875 in Kassel zur Welt und lebt gegen 
wärtig in Berlin; er ist Junggeselle geblieben. 
Kehren wir nun noch einmal zu der ersten Gene 
ration der Familie Hessenstein — den fünf über 
lebenden Kindern der Karoline v. Schlotheim — 
zurück, so bleibt nur noch das letzte, Karoline, zu 
besprechen. Zu Kassel am 16. Februar 1804 ge 
boren, reichte diese am 24. Januar 1822 dem 
Freiherrn Karl Wulff Ulrich v. Stenglin, Dom 
herrn des Hochstifts Lübeck und Ehrenritter des 
souveränen Malteserordens, die Hand. Sie lebte 
mit ihm zumeist in Genf, wurde am 15. März 1871 
Witwe und segnete .zu Montreux den 18. März 1891 
das Zeitliche. 
Die Liste der Grafen und Gräfinnen von Hessen 
stein ist damit erschöpft: daß sie erheblich länger 
geworden wäre, wenn die Kinderstuben Ende des 
18. Jahrhunderts gesünder gewesen wären, scheint 
nunmehr den bisher unbeachtet gebliebenen Auf 
zeichnungen der Miß Berry zufolge festzustehen. 
Immerhin braucht man darüber nicht elegisch zu 
werden. Wieviel hätte ein Pfund Salz zur Bieder 
meierzeit in Kassel gekostet, wenn es nicht nur 
zugunsten von fünfzehn, sondern von dreißig Per 
sonen besteuert worden wäre? Aus den Kreuzern, 
die nach dem Urteil tiefgründiger Historiker wie 
die „Aabslle" seligen Angedenkens das arme Volk 
aufs schwerste belasteten, wären Taler geworden. 
Und wie sich die Geschicke des Kurstaates dann 
gestaltet hätten, ist gar nicht auszudenken! 
Die Beziehungen Bürgers zu -er Kasseler Dichterin Philippine 
Engelhard in seinen lehlen Lebensjahren. 
Von Or. A. Fuckel. 
Das Andenken der hessischen Dichterin Magdalene 
Philippine Engelhard, die um die Wende des 
18. Jahrhunderts in Kassel lebte und die geistigen 
Beziehungen der Residenz zu der Musenstadt Göt 
tingen, damals einem Hauptsitz der Dichtkunst, ver 
mittelte, ist schon mehrfach wieder aufgefrischt 
worden. Gleich die ersten Nummern der Zeitschrift 
„Hefsenland" brachten eine Würdigung ihres Lebens 
und Wirkens aus der Feder ihres ersten Heraus 
gebers Ferdinand Zwenger. Bald darauf erschien 
in der allgemeinen konservativen Monatsschrift von 
1888 über sie eine Reihe von Aufsätzen, die ein 
Abkömmling der Dichterin, Martin vonNathu- 
sius, ihrem dichterischen Schaffen und dem Ein 
flüsse ihrer Persönlichkeit in warmer Anerkennung 
widmete. 
Nathusius hat auch zuerst die Beziehungen der 
Dichterin zu Gottfried August Bürger auf Grund 
der 1874 veröffentlichten Briefe von und an Bürger 
(herausgegeben von Strodtmann) eingehend dar 
gestellt. Diese Beziehungen brechen bei ihm. mit 
dem Jahre 1781 ab, mit dem tatsächlich der Brief 
wechsel eine lange Unterbrechung erfuhr. Ihre Ur 
sache war vielleicht das Stellaverhältnis Bürgers 
zu seiner Schwägerin Auguste Leonhardt, an die 
er seine unvergänglichen Mollylieder richtete; ver 
mutlich hat die in sittlichen Dingen streng denkende 
Dichterin an Bürgers Doppelehe, die gerade da-
	        

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