Full text: Hessenland (28.1914)

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Fulda und an der langen Kaserne in der König 
straße anbringen. Ein früheres Projekt zur Er 
weiterung der Ställe nach der Wilhelmsstraße zu, 
wie auf der Zeichnung angegeben, kam nicht zur 
Ausführung, vielmehr wurden die Ställe an der 
Stadtmauer und der Kranken- und Offizierstall 
abgebrochen, da in dem neu angebauten Stall 
genug Platz vorhanden war. 
Der offene Platz vor der Kaserne, der vor 
dem Reithause von einer achtseitigen Pferde 
schwemme bedeckt war, wurde eingezäunt und als 
freie Reitbahn eingerichtet. 
Die Pferdeschwemme erkennt man deutlich auf 
einem alten Bild des Königstores von außen. 
Von weiteren Schicksalen der Garde du Korps- 
Kaserne sei noch erwähnt, daß dem Gebäude in 
der berüchtigten Garde du Korps-Nacht im April 
1848 durch einen wütenden Volkshaufen die Zer 
störung durch Brand drohte, der nur durch die 
Besonnenheit des Ministers Eberhard und den 
Abmarsch der Truppe durch die Hintertür bei dem 
Königstor verhindert wurde. 
Als das Husarenregiment Nr. 14 die Kaserne 
überwiesen bekommen hatte, wurden die alten 
Ställe auf dem Hof abgebrochen und durch einen 
langen Stall an der Langseite des Hofes ersetzt. 
Nachdem vor einigen Jahren das Husarenregi 
ment die Kaserne geräumt hat, ist sie zu den ver- 
Garde du Korps-Kaserne in Kassel in ihrem letzten Zustand. 
Eine wahrhaft meisterhafte Zeichnung des alten 
Garde du Korps-Platzes, der Kaserne mit ihren 
drei Mansardenpavillons und den drei gegenüber 
im Wittorfschen Garten liegenden Pavillons, im 
Hintergrund die alten Häuser der Wilhelmsstraße, 
hat uns Stietz hinterlassen. Sie befindet sich im 
Besitz der Landesbibliothek und wird wohl zum 
ersten Male in den Bau- und Kunstdenkmälern 
der Residenzstadt Kassel reproduziert werden. 
schiedensten Zwecken vermietet worden. Das war 
auch der Anfang vom Ende. In eben diesen 
Tagen hat man den Mittelbau der Kaserne ab 
gebrochen, um die Verlängerung der Hohen- 
zollernstraße durch sie hindurchzuführen. Die Mög 
lichkeit, ihre Fassade bei einem entsprechenden 
Neubau zu erhalten, ist wohl kaum in Erwägung 
gezogen worden. Damit ist wieder einmal ein 
Stück Alt-Kassel vom Erdboden geschwunden. 
Varnhagen von Enses Sendung nach Kassel und Bonn (1829). 
Nach ungedruckten Dokumenten aus seinem Nachlaß. Bon Joachim Kühn. 
(Fortsetzung.) 
Varnhagen konnte sich bald von der glücklichen 
Wirkung dieser Aussprache auf den árfürften 
überzeugen. Wilhelm verlor das Mißtraum, das 
er bisher gegen die Aufrichtigkeit des Berliner 
Hofes gehegt, und erkundigte sich, als Varnhagm 
am 15. an Influenza erkrankte, nach seinem Be 
finden» er zog ihn am 19. zur Tafel, erklärte 
sich ausdrücklich damit einverstandm, „daß dem 
Kurprinzen das Recht zuteil würde, Lei jeder 
Störung sich an den königlichen Hof zu wenden 
und dessm b efugte Dazwischenkunft anzurufen" 21 ) 
21 ) Memorandum Barnhagens, 2. April 1829.
	        

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