Full text: Hessenland (27.1913)

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mit voller Ausrüstung. Jstok Jgnazi wurde 
10. Dezember 1759 Kornett im Husarenkorps, 
wurde 23. Juli 1762 bei Lutterberg schwer ver 
wundet, war 1764 Leutnant im Husarenregiment 
und wurde 1771 als solcher verabschiedet. In 
anderen Truppenteilen als den Husaren dienten nur 
zwei Ungarn, di > Brüder Kämetzky von Estihors, 
von denen der eine 1706 Kapitän im Regiment zu 
Fuß Graf Reuß war und in demselben Jahre abging, 
während der andere, Johann Georg Wilhelm, 
1706/7 Kapitän im Regiment v. Wartensleben 
war. 
Der urdeulsche Name des Taunus. 
Von Professor Dr, K. Stuhl (Würzburg). 
(Schluß.) 
Ein altfränkisches Wort, das uns durch einige 
Zusammensetzungen wie saldunt ---- Seehund, Sal- 
frankeil — Meerfranken, Salach oder Saalach, 
Saale — Salzache, d. i. Salzwasser, erhalten ist, 
war Sal — „Salz und See, Meer" Ihm ent 
spricht das lat. sal, Salz, und salum, das offene, 
hohe Meer, die weite, hohe See. Im Griechischen 
lautet das Wort Hal. Daß das Wort in der 
Urzeit auch auf deutschem Boden da und dort 
mit H statt mit S gesprochen wurde, beweisen 
die zahlreichen Hallorte, wie Hall, Halle, 
Hall ein, die, wie jüngst v. Riezler in den 
Sitzungsberichten der bayerischen Akademie d. W. 
mit Recht bemerkt hat, zweifellos nach dem 
Salze benannt sind (Jhg. 1909, S. 5 ff.). Nach 
der Wortform Hal — Salz nannten aber auch 
die Vorfahren der Makedonier und Griechen das 
Salzwasser Halacha. Durch Anwachsen des 
Artikels entstand daraus die uns durch Hesychius 
bezeugte makedonische Form Dalagcha — D'Alagha, 
urspr. D'Halacha, und die griechische Thalassa 
oder Thalatta mit dem sehr gewöhnlichen Über 
gang des Kehllautes in einen Ouetschlaut. Im 
Gotischen entspricht saiivs, wofür auch inarisaivvs 
— ahd. mareoseo vorkommt (zur genaueren Unter 
scheidung des Meersalzwassers von den binnen 
ländischen Sal- oder Salzachen gebildet), im Alt 
hochdeutschen 860 , „See". Als Grundform ist 
Salahva (vgl. got. ahva Wasser, lat. aqua, 
deutsch Ache und Aue) anzusetzen, aus der sich 
durch Zusammenziehung bezw. Verkürzung das 
got. saiw(s), ahd. seu usw. entwickelt hat. 
Zwei weitere Beispiele für das Ankleben des 
weiblichen Artikels sind das schon bei Homer be 
gegnende Wort Tholos und das lautlich nur 
durch die Endbetonung hiervon sich unterscheidende 
Tholos mit der attischen Nebenform Holos. Das 
erstere Wort, das ein auf Pfeilern ruhendes rundes 
Häuschen, also eine Halle bedeutet, ist genau das 
deutsche die Halle, in den Mundarten des 
Südens auch d'Hol, und ist weiblichen Ge- 
schechtes wie dieses urdeutsche Wort. Tholos, Nbf. 
Holos aber ist die Sole — Salzbrühe oder Kot 
lache, der Schlamm, in dem sich das Wild zur 
Abkühlung wälzt, „solt", nach dem soviele deutsche 
Ortsnamen wie Suhl. Sulz usw. benannt sind. 
Wie Tholos neben Holos — ahd. sol, so steht 
das homerische Wort Theilopedon neben der 
gleichfalls bezeugten Form Heilopedon. Es ist 
also Theilopedon aus T'Heilopedon entstanden. 
Der Ausdruck, der den Trockenplatz für Wein 
trauben, die Korinthendarre, bezeichnet, enthält als 
Bestimmungswort das griechische Heile (Hele), 
„die Sonnenwärme", welches Wort zu dem hessischen 
h e l l i g, h e l ch oder h e l k (Vilmar) „ dürr, trocken" 
gehört. Endlich erklärt sich auf diese Weise der 
Name des lakedämonischen Gebirgszugs Taygeta 
(Taygetos, Taygete) aus T'Augeta, urspr. 
T'Haugeta — die Höhe. Vgl. got. hauhitha, 
ahd. höhida, bahr. die Höchde, wozu auch wohl 
die Benennung „Überhöchster" (s. oben!) gehört, 
wenn sie, wie es scheint, aus „überhöchder" ent 
stellt ist. Es führen also der hessische Taunus 
oder „die Höhe" und der spartanische Taygetos 
denselben Namen. Ohne den Vorschlag des Artikels 
begegnet Ochthos neben Ochthe (vgl. Taygetos 
neben Taygete) bei Homer im Sinne von „Höhe". 
Ocha ----- Höhe heißt ferner der Haupthöhenzug 
der Insel Euböa. Im Latein aber heißt augustus, 
welches Wort seit 27 v. Chr. als Eigenname und 
Titel den Kaiser über die übrigen Menschen 
hinaushob und als ein höheres, ja als das höchste 
Wesen auf Erden bezeichnete, offenbar nichts 
anderes als „höchster" (— got. hauhista), ist also 
ein alter Superlativ zu dem verschollenen Bei 
worte augus „hoch", wie lat. angustus, eigentlich 
„engster", zu augus „eng", das ebenfalls der 
lateinischen Sprache abhanden gekommen ist. 
Wie dem Urgriechischen. so war auch dem 
ältesten Latein unser deutscher Artikel wohl 
bekannt. Da er ihm im Laufe der Zeit verloren 
ging, mußten die Tochtersprachen des Lateins aus 
dem hinweisenden Fürworte ille ein neues Ge 
schlechtswort entwickeln. Nur einige Beispiele, in 
denen er an das Hauptwort versteinert festgewachsen 
sich erhalten hat, sollen hier aufgezählt werden:
	        

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