Full text: Hessenland (27.1913)

VAL 18 VAL 
Burg Fürstrnstrin 
seine künstliche Fortsetzung und 
gesetzmäßig gegen damalige Angriffswaffen sperrt 
ein Halsgraben (3) die Burgstütte gegen das 
südliche Angriffsgelände (1) ab. Jenseits des 
Grabens, an deffen Seite auch der einzig mögliche 
Zugangsweg (2) vorüberzieht, liegt das 12 in breite 
Hauptbollwerk 
der Burg, das 
mit seinen wuch 
tigen schrägen 
Mauerslüchten 
die ganze Burg 
gegen die An 
griffsseite deckte 
und von deffen 
Höhe aus man 
die Angriffs 
stellung der Be 
lagerer einsehen 
und bestreichen 
konnte. Der 
Graben (3) fin 
det auch neben 
dem Wege noch 
endet dann beiderseitig in dem steilen natürlichen 
Absturze, der ausgeschobenen Felsnase, die den 
Standplatz der 
Burg bildet. 
Ost-, West- und 
besonders die 
Nordseite sind 
unzugänglich 
und sturmfrei. 
An der Ostseite 
stand wohl das 
Hauptgebäude, 
denn die unebe 
ne Gestaltung 
des Platzes (8), 
der etwas tiefer 
liegt wie der 
Burghof (6). 
läßt darauf 
schließen, daß 
wir hier in den 
Kellerräumen 
des abgebroche 
nen Haupthau 
ses stehen. Eine 
kleine Böschung 
läßt vermuten, 
Lagkplan der Burg. 
daß der Burghof (6) gegen den Abschnitt (7) ge 
trennt war. Der Eingang zur Burg lag sicher 
westlich neben dem Hauptwerke, da wo sich die 
Schutthalden (5) als Reste des Torgebäudes noch 
vorfinden. Die Burg ist größtenteils durch Abbruch 
verschwunden, das beweisen die geschälten Mauern 
bei 4, wo man den im Material wertloseren Mauer 
kern stehen ließ und nur die Verblender abführte. 
DaS tiefe Turmverlies ist als unregelmäßiges 
Fünfeck in den Sandsteinfelsen eingemeißelt. Es 
ist anzunehmen, 
daß das Haupt 
werk (4) voll 
ständig massiv 
aus Stein er 
baut war und 
daß auch dieson- 
stigen Mauern, 
wenigstens im 
unteren Teile, 
ganz aus Stein 
bestanden ha 
ben, denn es 
findet sich über 
all der weiße 
Kalkmörtel, der 
(Rrkonfiruktion.) j A. den Ver 
band der Steine herstellte. — Bisher ist nur ein 
einziger Fund gemacht, ein Stück Tonscherbe von 
echt mittelalterlichem Aussehen, wie sie auf allen 
Burgen vor 
kommen. 
Anzunehmen 
ist ganz sicher, 
daß die Burg 
f. Zt., als es in 
hiesiger Gegend 
noch sehr un 
ruhig zuging, 
zur Sicherung 
der Grenze er- 
richtet wurde. 
Landgraf Hein 
rich I. hatte 
schon früher 
die nahe Stadt 
Wolfhagen an 
gelegt. später 
folgte Zieren 
berg im Amte 
Schartenberg. 
Auch diese Burg 
hatte der Land 
graf teilweise 
erworben, und 
Gudenburgen. die 
mit den Geschlechtern auf den 
Heffen feindlich gegenüberstanden, räumte er kurzer 
hand auf, auch die Burg Rödersen im nahen Erpe- 
tale wurde zerstört. Hier aber an der Grenze war 
eine stets kriegsbereite Burgbesatzung gegen die
	        

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