Full text: Hessenland (26.1912)

§^6 43 
trägt keinerlei Jahreszahl, sondern nur den Ort 
und das Monatsdatum. Das Jahr der Ausfertigung 
wurde vergessen, doch ergibt sich mit unfehlbarer 
Sicherheit, daß der Bries aus dem 17. Jahrhundert 
stammt. In dem Schnörkelwerk auf der Unsen 
Seite befinden sich die Buchstaben AB. BK. IN. 
FR., die vermutlich auf den Verfertiger des Briefes 
und seines Schmuckwerkes Hinweisen. Das Schrift 
stück lautet *) 
Ich Johann Joachim Wiegelmesser, bestelter 
Stadt Musikant allhier, thue kund und zu wissen 
allen und jeden der Jnstrumental-Music-Kunst er 
fahrnen Herrn und Gesellen, als auch allen andern, 
weß Stand und Würden sie sind, welcher Gestalten 
gegenwärtiger Geselle, namens Matthias Hänkell, 
des ehrbahren Johann Michael Hänkell, Bürger und 
Einwohner der Stadt Neukirchen in Heßen, 
ehlicher Sohn, masen er die Instrumental Music 
Kunst bey mir als seinem Lehr Herrn seit 5 Jahren 
erlernet, und sich binnen der Lehrzeit gehorsam, 
from, treu, aufrichtig, so wohl gegen mich, als auch 
gegen meine Gesellen verhalten hat, wie einem ehr 
liebenden Lehr Burschen zu komt, so daß ich in. dem 
geringsten nichts gegen denselben ein zu wenden, 
auch er von seiner wohl ausgehaltenen Lehre ein 
*) Die Rechtschreibung der Anfangsbuchstaben und 
die Interpunktion ist unserm heutigen Gebrauch an 
gepaßt, im übrigen ist der Lehrbrief unverändert wieder 
gegeben. 
beglaubtes Attestadum von mir billig begehret so 
habe ihm solches nicht verhalten können noch wollen, 
sondern bezeuge hierdurch noch mahlen, daß er sich 
binnen der Lehr-Zeit wie einem ehrbahren Lehr- 
Burschen dieser löblichen Jnstrumental-Musik-Kunst 
gebühret und zusteht, verhalten hat. Als erkläre 
ihn seines Wohlverhaltes halben von mir frei und 
los gesprochen. Auch ergehet danneuhero an allen 
und jede der löblichen Jnstrumental-Musik-Kunst 
Verwandten mein Bitten und respective Ersuchen, 
sie wollen gedachten Gesellen Matthias Hänkell aus 
sein Ansuchen alle Beförderung und Beyhülffe be 
liebigst und respective ertheilen, welches ich dann 
bey ereigender Gelegenheit zu erwiedern erbüthig 
bin. Urkundlich meiner eigenhändigen Unterschrift 
und beygedrucktem Pettschafft. 
So geschehen Neukirchen d. 25*™ Juni. 
(L. S) Johann Joachim Wiegellmesser, 
als Lehrherr, Stadtmusicus. 
(L. S.) Georg Heinrich Haußhahn, 
Stadt-Musicus in der Vestung Zigenhayn. 
Closhenrich Wiegellmesser als Condicions Gesell. 
Joh. Lorenh Hahn. Cous. 1 . - 
George Clos, pro Consul } o Ô 
Conrad Malcomesius als Zeige. 
Anderaes Appell als Zeige. 
K. Dotter Alsfeld. 
<»-«>■ 
Stammbaum der Familie Strubberg. 
Archivar Dr, Karl Knetsch - Marburg hatte die 
Güte, uns nachfolgende genealogische Nachrichten als 
Ergänzung unseres Aufsatzes über Armand Strubberg 
im letzten Heft 1911 zu übermitteln. 
Freds rie Rodolphe Strubberg 
conseiller de commerce in Emerich. Vermählt mit Emilie C o r d e f f e (1° vor 1804). 
Henry Frédéric Strubberg 
gebürtig von Amsterdam, Kaufmann in Kassel vermählt Kassel 1804 V 19. mit Frederique Elise Marville*), 
(t 1812 II. 9.) Tochter des t Kanzleiregistrators des Landgrafen Friedrich II., Armand Francois Marville und der 
t Marie, geb. Sippel. 
Emilie Marie 
geb. 1805 I. 18., 
getauft II. 10. 
Frederic Armand 
geb. 1806 Ili. 18., 
get. IV 13. 
Augnste 
Guillemine 
Françoise 
geb. 1807 Vili. 8., 
get. Vili. 17.. 
t 1807 Vili- 24. 
Rodolphe Charles 
Frédéric 
geb. 1809 IV. 10., 
get. IV. 30., 
f 1816 V 31. 
bgr. VI. 2. 
” François Guillaume 
Auguste Charles Otton 
Richard Henri Frédéric 
geb. 1812 II. 9., 
get. II. 23. 
*) 1812 genannt: geb. Prévôt de Marville. 
(Aus dem Kirchenbuch der Oberneustädter sranzös. Gemeinde zn Kassel.)
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.