Full text: Hessenland (26.1912)

329 SÄE- 
Hundertjähriges Regimentsjubiläum. 
Im nächsten Jahre feiert das 1. Kurhessische Feld- 
artjllerie-Regiment Nr. 11 in Kassel sein hundert 
jähriges Regimentsjubiläum. 1866 durch Preußen 
unter Angliederung nassauischer und preußischer 
Batterien aus dem alten kurhesfischen Artillerie- 
Regiment gebildet, wurde ihm am 24. Januar 1899 
durch A. K.O. der 22. November 1813 als Stiftungs 
tag verliehen, und es hat mit diesem die Tadition 
der alten kurhessischen bzw. heffen-kasseifchen Artillerie 
übernommen, dessen ruhmreiche Geschichte wir bis auf 
die Zeiten Philipps des Großmütigen und noch weiter 
zurückführen können. Das Regiment beabsichtigt diese 
Feier in besonders würdiger Weise zu begehen. Neben 
anderem ist auch die Herausgabe einer Jubiläums- 
Regimentsgeschichte geplant, in der besonders die 
Geschichte der kurhessischen Stammbatterie berück 
sichtigt und namentlich ausführliche Biographien aller 
Offiziere und Beamten des Regiments gebracht werden 
sollen, die diesem bis 1866 angehört haben. Mit 
der Bearbeitung dieser Geschichte ist der Unterzeich 
nete beauftragt und wendet sich daher an alle Leser 
dieser Zeitschrift mit der Bitte, ihn nach Möglichkeit- 
hierbei zu unterstützen. Wer im Besitze von Kriegs 
tagebüchern, Briefen und sonstigen Aufzeichnungen ist, 
wer Bilder von ehemaligen Angehörigen des Regiments 
oder von sonstigen Ereignifien, die auf die Geschichte 
des Regiments Bezug Habens wer Familiengeschichten, 
Stammbäume, in denen Regiments-Angehörige auf 
geführt werden, oder sonstiges Material zur Hand 
hat, möge es zur Verfügung stellen. Auch die kleinste 
Gabe, der geringste Hinweis auf Quellen, Material 
und Literatur, namentlich über die Personalien der 
Offiziere rc. ist willkommen. Es sollen Ruhmes 
blätter der hessischen Artillerie und ihrer Offiziere 
werden! Und nicht zum mindesten liegt es doch 
auch im Jntereffe der betr. Familien, daß ihrer Mit 
glieder in würdiger Weise hier gedacht wird! 
Oranienstem (Nassau). Stabsarzt H as. 
Aus Rotenburg. Das mit einem Kosten- 
aupyand von 500000 Mark in 2 7* Jahren erbaute 
Lchrrxinnenseminar wurde am 14. Oktober seiner 
Bestimmung übergeben. 
AusGelnhausen. Der Gedanke, hier anläßlich 
des Regierungsjubiläums Kaiser Wilhelms II. ein 
„Deutsches Kaiserstift" zu errichten, hat Anklang 
gefunden. Hessische und badische Minister haben die 
Ernennung in den Ehrenausschuß angenommen. Pro 
fessor Possart in München erklärte sich bereit, zum 
Besten der Unternehmung ein Gastspiel zu geben, und 
zahlreiche andere Sympathiekundgebungen find gefolgt. 
Das Kaiserstift ist als ein monumentaler Bau im 
romanischen Stile geplant, dessen Mittelbau durch 
einen großen Festsaal eingenommen wird, während 
die»'Flügelbauten zur Aufnahme eines Erholungs 
heimes für die geistigen Arbeiter der Nation bestimmt 
sink in dem also Künstler und Schriftsteller, Lehrer 
und Gelehrte» Ingenieure, Architekten und Kaufleute, 
Richter, Geistliche, Offiziere, Beamte, sowie gebildete 
Männer auch anderer Stände gegtti mäßiges Entgelt 
an den heilkräftigen Quellen der alten Barbarossa- 
stadt Gelnhausen wohnen und eine Erholungskur 
genießen können. Im Falle eines Krieges soll das 
Stift in ein großes Kriegslazarett verwandelt werden 
können. Der Bau soll aus der Berghalde aus 
geführt werden, mit Aussicht in die verschiedenen 
Gebirgszüge der Landschaft. 
Aus dem Kreise Büdingen. In Nidda 
und in den Nachbarorten Kohden, Unter-Schmitten 
und Borsdorf blühte noch vor einigen Jahrzehnten 
die Töpferei als «ach damaligen Verhältnissen ein- 
trägliches Gewsche. Die Umwälzungen der Neuzeit 
haben es mit sich gebracht, daß die Erzeugnisse der 
Volkskunst mehr und mehr von minderwertiger Fabrik 
ware verdrängt wurden, und so rentierte sich auch die 
Töpferei nicht mehr. Die TÜpferöfen wurden einer 
nach dem andern still gelegt. In Kohden soll jetzt 
der letzte davon aus Abbruch verkauft werden ; nur 
der Unterschmittentr Ofen, wo in der Hauptsache 
Milchtöpse hergestellt werden, bleibt noch bestehen. 
A u S G i e ß e n. Dir Stadtverordneten bewilligten 
die Mittel zur Anlage von Vogelschutzgehölzen auf 
städtischen Grundstücken. —'Die Vorarbeiten zur 
Einrichtung des Liebig-MuseumS wurden in den 
letzten Wochen sehr eifrig gefördert. Außer zahl 
reichen Geschenken, die aus allen Ländern für eine 
würdige Ausstattung des Museums einliefen, gingen 
bis heute 35 000 Mark durch Sammlungen ein. 
Das Museum wird in dem einstigen Laboratorium 
des großen Chemikers eingerichtet, das bereits von 
der Stadt für 60 000 Mark erworben ist. 
Der Volkskundentag in Großen-Lindm an 
läßlich des diesjährigen Kongresses des dentschen 
Vereins für Volkskunde in Gießen nahm am 29. Sep 
tember einen anregenden Verlaus. Pfarrer Schulte 
schÄderte Großen-Lindener Volksleben vor250Jahren, 
Geheimrat Pros. Walke-Darm stadt führte dasGroßen- 
Lindener Bauernhaus in Wort und Bild vor, und 
Pros. vr. Rauch-Gießen sprach über die hessische 
Kleinkunst. Eine Trachtenausstellung zeigte Kleidung 
und Schmuck der Großen-Lindener Frau und ihre 
Hauptbeschäftigung, die Flachsbereitung.
        

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