Full text: Hessenland (26.1912)

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bei den Kindern in den oberhesfischen Schulen gayz 
auffallend. Die Lehrer oder Pfarrer, die im Vogels 
berg (einem Chatten-Stammsitz) gewirkt haben! 
merken in der Wetterau sofort, daß sie einen ganz 
anderen Menschenschlag vor sich haben. Der Franke 
ist weicher, nachgiebiger, das Kind faßt schneller, 
versteht leichter. Der Chatte ist verschlossener, hart 
näckiger, zielbewußter, dabei eben auch vielleicht 
manchmal „blind". Es ist derselbe Unterschied 
wie zwischen Franken und Alemannen oder Tal- 
bewohyern und GebirgSmenschen. Ich glaube, daß 
die Bezeichnung „blind" auf ganz alle Zeit zurück 
geht und von den Franken stammt, die den Nach 
barstamm so benannten und als die Ersten in 
Deutschland, die Kultur, Sitten, Bildung hatten, 
die tonangebenden waren und so ihre hämische 
Bezeichnung der Nachbarn festlegen und verbreiten 
konnten. 
Zeichnung zu dem Märchen „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren". 
AuS der von Otto Udbelohdr illustrierten Auswahl der Grimmschen Kinder» und HanSmürchen. 3R.4.— Lnrni^verlag. Sciftig.
	        

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