Full text: Hessenland (26.1912)

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knüpft. Dann war sie ihr gefolgt hinaus ins Leben .. 
Nun würde sie wieder ihre Zuflucht zu dem Licht 
streisen nehmen. Er sollte sie wieder in das laute, 
arbeitsreiche Leben führen. 
Kornette fielen wieder Babettes Worte von einer 
Gleichung ein, die jeder allein finden sollte. Sie 
kannte die Formel zu dieser Gleichung, die hieß: 
„Was liegt an mir!" Stimmte denn nicht dazu 
ihr Entschluß, abzureisen? Da drüben, wo die 
Berge mit dem Himmel eins zu sein schienen, stand 
der Abendstern. Sie sah ihm so lange nach, bis 
ihre Augen feucht wurden, und dann sagte sie leise: 
„Heimat, geliebte Heimat." 
(Fortsetzung folgt.) 
Herbstheimweh. 
Die Gärten meiner Heimat 
Nun voller Astern steh'n, 
Die bunten Ahornblätter 
Auf Hessenfluren weh'n. 
Die alten Weidenhäupter 
Am lichten Fuldastrand 
Weinen jetzt Nebeltropfen 
Nächtens herab auf's Land. 
Es glühen Holunderbeeren, 
Hoch droben in Tann und Hang, 
Die Heide strahlt und lodert 
Beim Sonnenuntergang. 
Ich möchte über die Hügel, 
Ein träumender Wanderer, zieh'n. 
Dort wissen verschwiegene Täler, 
Warum ich so schweigsam bin. 
Land meiner ersten Lieder, 
Dich grüßt mein heißer Mund, 
Und den Garten voll roter Astern, 
Den Friedhof tief im Grund. 
Regensburg. M. Herbert. 
Aus Heimal und fremde. 
Marburger Hochschulnachrichten. Dem 
Geheimrat Pros. vr. Cohen wurde der Rote Adler 
orden 3. Kl. mit der Schleife, dem Prof. vr. Ost - 
mann der Rote Adlerorden 4. Kl. und den Privat 
dozenten vr. Ho hm eher und vr. Krusius der 
Titel Professor verliehen. — Der außerordentliche 
Professor vr.. Alfred Bielschowsky in Leipzig 
hat einen Ruf als ord. Professor und Direktor der 
hiesigen Augenklinik an Stelle von Geheimrat Bach 
angenommen. — Der außerordentliche Professor 
vr. E. G ö p p e r t in Heidelberg wurde in gleicher 
Eigenschaft und als Abteilungsvorsteher des ana 
tomischen Instituts nach hier berufen. 
Aus Kassel. Das Stadtparlament beschäftigte 
sich kürzlich mit dem Etat des Landesmuseums 
für die Jahre 1913—15, das mit einem Mehr 
von 36165 Mark abschließt. In einer früheren 
Sitzung war beschlossen worden, den Betrag, der 
nach dem Voranschlag als ein Mehr sich herausstellt, 
nach Abzug des von der Gewerbehalle bewilligten 
Betrages zur Hälfte zu übernehmen. Es sind das 
für die genannten Jahre 16 232,50 Mark. Nach 
einem Referat des Stadtverordneten Kommerzienrat 
Rosenzweig wurde der Zuschuß genehmigt mit der Be 
stimmung, daß die s. Z. für die Kurhessische Gesell- - 
schast für Kunst und Wissenschaft bewilligten 3000 M. 
an das Landesmuseum gezahlt werden, das diese 
wieder an die Gesellschaft abgibt. Aus diese Weise 
wird der Wunsch der städtischen Körperschaften, die 
Kurhessische Gesellschaft für Kunst und Wissenschaft 
zu fördern, ohne Weiterungen erfüllt. 
Aus Marburg. Der Magistrat beabsichtigt, 
aus den Zinsen der Boppschen Stiftung die alte 
Marburger Bürgergarde (Fußtruppe und berittene 
Abteilung) figürlich festzustellen. Alle Einwohner 
Marburgs, die noch Unisormstücke und Waffen 
der Bürgergarde besitzen, werden gebeten, diese der 
Stadt leihweise, gegen Kauf oder als Geschenk zur 
Verfügung zu stellen. 
Aus Hersfeld. Die städtische Sammlung von 
Altertümern, die vorläufig im alten Bezirkskommando 
untergebracht ist, soll dem Publikum zugänglich ge 
macht werden. Es ist das Verdienst des Bürger 
meisters Strauß, aufbauend auf dem vom Stadt- 
archivar Demme seiner Zeit geschaffenen kleinen 
Grundstock, in langjähriger mühsamer Arbeit die 
Sammlung nun so weit gefördert zu haben, daß sie 
sich der Öffentlichkeit als ein achtunggebietender An 
fang zeigen kann. 
Aus Friedberg. Zum Gedächtnis an die 
große Vergangenheit der alten freien Reichsstadt
	        

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