Full text: Hessenland (25.1911)

de Schliefen (Lieutenant General), de Doerren- 
berg (Grand Commendeur de l’ordre Teuto- 
nique), de Heydwolff, de Berlepsch, de Meyse- 
buch (so!), de Baumbach (Grand receveur de 
la n obiesse), de Schenk (Conseiller de la chambre 
des finances), de Buttlar (Lieutenant Colonel). 
Dann folgen de Schenk, Grand receveur, die 
Superintendenten von Marburg, Allendorf und 
Hersfeld Justy, Wagner, Wissemann, Professor 
Robert von der Universität zu Marburg, der luthe 
rische pasteur und der katholische curä von Kassel 
Götz und Rieger, der Inspecteur und der Doyen 
der französischen reformierten Kirchen zu Kassel 
Klingender und Pfeiffer, der Metropolitan der 
französischen reformierten Kirchen zu Homberg 
Martin, die Metropolitane zu Grebenstein und 
Ziegenhayn Müller und Kempff, der Doyen du 
chapitre de Fritzlar Sartorius, der Präsident 
ä la cour d’appel ä Cassel v. Motz, der con 
seiller d'ätat V. Heister, der Directeur de la 
chambre des domaines v. Appel, der Grand- 
Maitre des eaux et forets v. Witzleben, der 
Directeur de la rägence ä Marbourg v. Ries, 
der Directeur du College des tailles v. Kopp, 
der Gouverneur du palais a Cassel, Lieutenant- 
Gänäral V. .Wurmb, der Bourguemestre de la 
ville de Cassel Wetzel, der Maire de la haute 
ville neuve de Cassel Reunück, darauf die 
Bourguemestres von Marburg, Hersfeld, Esch- 
wege, Allendorf, Fritzlar, Frankenberg, Ziegen- 
hahn, Homberg, Gudensberg, Rothenburg (Bauer, 
Schroeder, Hempffing, Haas, Senger, Schaade, 
Luckhardt, Rodemann, Strippel, Hucke). Hierauf 
Finanzrat v. Meyer zu Cassel, der Directeur 
gänäral des postes v. Starkloff, der Grand- 
Baillif Beermann zu Kassel, der Bourguemestre 
Dedolphe (so!) zu Hoffgeismar, der Baillif 
(Amtmann) Wagner zu Rosenthal, der Receveur 
Principal des domaines Hotzel zu Marburg, 
die Baillifs Gaenel (Friedewald), Giesler (Hoff 
geismar), Biscamp (Jesberg), Eichenberg (Allen 
dorf), der Receveur des domaines Schmitt zu 
Trendelburg, der Conseiller et Grand-Baillif 
Schaedde (so!) zu Schmalkalden und der Bourgue 
mestre Lutz ebenda. 
Das Königreich Westfalen war nun kon 
stituiert und ward alsbald Von einer Kommission 
gewandter französischer Beamten organisiert, so 
organisiert, wie es den Franzosen passend schien 
für ein unterworfenes Land, bewohnt Von leidlich 
zivilisierten Halbbarbaren, deren obere Schichten 
der französischen Sprache nicht mehr ganz unkundig 
und in ihr die Sprache der höchsten Bildung zu 
sehen von ihren Vätern her gewohnt waren. Was 
Wunder, daß nun nicht nur der code Napoläon, 
der Stolz der Franzosen, für das unterworfene 
Land Rechtsnorm und Rechtsquelle, sondern «Äh 
die französische Sprache die Sprache des Gesetzes 
und der Regierung ward? Sämtliche Zentral 
behörden des neuen Königreichs, ebenso alle 
seine Gerichtshöfe, sowie die Präfekten seiner acht 
Departements und ihre Unterbehörden, der sous- 
präfet an der Spitze seines Distrikts, der maire de 
canton an der Spitze seines Kantons, hatten mit 
einander französisch zu verkehren und auch die 
maires mochten sich auf das Verständnis fran 
zösischer Gesetze und Zuschriften einrichten. Dabei 
haperte es dann wohl manchmal. Ein nieder 
hessischer „Mähre" soll seinem „Kartungsmähre" 
auf eine französische Zusendung wieder geschrieben 
haben: „Han's Bulletihnchen erhalen, kanns aber 
nit verstahn". 
Aber die Bewohner des Königreichs sollten 
nicht bloß französische Kultur annehmen, Franzosen 
zweiter Ordnung werden, sondern auch vergessen, 
was sie gewesen waren, vergessen daß sie eine 
Geschichte hatten, deren sie mit Heimatsgesühlen, 
ja nicht ohne einigen Stolz gedachten, deren Denk 
mäler und Schöpfungen sie umgaben, einen Teil 
ihres Daseins ausmachten. Darum ward aus 
Wilhelmshöhe Napoleonshöhe, aus Wilhelmsthal 
Katharinenthal, aus dem Museum Fridericianum 
am Friedrichsplatz zu Kassel ein Musee Royal, 
aus dem Lyceum Fridericianum ein Lycee 
Royal, der Friedrichsplatz, von dessen Mitte das 
imponierende Standbild seines Schöpfers zu ver 
schwinden hatte, hieß nun Place des Mats, weil 
in dem mit den Marmorplatten vom zer 
sägten Fußgestell des Friedrichsdenkmals belegten 
Museumssaal die Ständeversammlung des Reiches 
tagen sollte. Im Thäatre Royal, „compose 
d’une comädie, un opära et un ballet“ ward 
französisch gespielt und gesungen. Der Moniteur 
gab in der Spalte, links den französischen Text, 
rechts die deutsche Übersetzung. Das schien schon 
ein Zugeständnis. Denn das Staatshandbuch, 
der Almanach royal de Westphalie, war ganz 
französisch. Und die Bevölkerung? Wie sie im 
Herzen, fühlen mochte, trat nicht zu Tage, die 
durch Östreichs Erhebung im Jahre 1809 hervor 
gerufenen Bauernaufstände verpufften rasch. Im 
ganzen sah das Volk, sahen vorzüglich dessen 
höhere Klassen in dem, was geschah, eine Sache, 
die nicht zu ändern war, der man sich zu fügen 
hatte. Dem neuen'Königreich lieferten im wesent 
lichen die Beamten der Länder, aus denen es 
zusammengestückt war, von ihren früheren Be 
herrschern ihres Treueids entbunden, seine Beamten 
schaft. Vom Almanach Royal de Westphalie 
liegt der Jahrgang 1811 vor mir. Das Buch
	        

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