Full text: Hessenland (24.1910)

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einen Teil der Kosten trug und in seinem Werke mit 
einem bisher wenig bekannten Gebiete der hesfischen Ge 
schichte bekannt machte, waren RedaktionSausschuß und 
Gesamtvorstand darin einig, die Veröffentlichung auf 
Vereinskosten zu übernehmen.) Band 44 der Zeitschrift 
und die Mitteilungen für 1909/10 befinden sich in der 
Vorbereitung. — Die Herstellung eines Registers zu 
sämtlichen bisherigen Veröffentlichungen des Vereins ist 
ein lange gehegter Wunsch des Vorstandes, der der Über 
zeugung ist, daß erst durch Schaffung eines Registers die 
lange Reihe der Zeitschriftenbände, der Supplemente und 
der Mitteilungen die wünschenswerte wiffenschaftliche Aus 
nutzung finden kann. Der großen Kosten wegen konnte 
man indessen der Ausführung dieses Wunsches bisher nicht 
näher treten. Die der Herausgabe entgegenstehenden Hinder 
nisse wachsen aber mit der Zeit immer mehr, so daß ein 
längeres Aufschieben der Abfaffung des Registers schließ 
lich nicht mehr zulässig erschien. Da sich in dem an der 
Kasseler Murhard-Bibliothek angestellten vr. phil. Legband 
eine für die Bearbeitung des Registers geeignete und dazu 
bereite Persönlichkeit fand, trat der Gesamtvorstand der 
Angelegenheit näher. Es wurde zunächst die Herausgabe 
eines umfangreichen Personen-, Orts- und Sach-Registers 
erwogen. Davon mußte aber wegen der zu hohen Kosten 
bedauerlicherweise Abstand genommen werden. Weil aber 
andererseits ein reines Titelregister, wie daS früher von 
Rogge-Ludwig bearbeitete und vom Verein herausgegebene, 
zu wenig Nutzen beim Gebrauch bietet, stimmten Redaktions 
ausschuß und Gesamtvorstand schließlich darin überein, ein 
Register nach gemischtem System ausarbeiten zu laffen. das 
für den Gebrauch immerhin genügen und geringere Kosten 
verursachen wird. — Die Drucklegung eines neuen Mit 
glied erverze ich nisses ist vorläufig zurückgestellt 
worden. — Die Ausgrabungen auf der Altenburg 
bei Niedenstein wurden von der Kommission für die Er 
forschung der vor- und frühgeschichtlichen Befestigungen in 
Hessen im Sommer 1909 unter Leitung des Museums 
direktors vr. phil. Boehlau, der Oberlehrer vr. phil. Hof 
meister und vr. phil. Kropatschek fortgesetzt und führten 
zu neuen Entdeckungen. Sie werden noch weiter fortgesetzt 
werden müssen und es wird noch mehrjähriger Arbeit be 
dürfen. bis sie zum völligen Abschlüsse gelangen. Jeden 
falls handelt es sich hier um eine der wichtigsten Arbeiten, 
an der sich der Verein seit seiner Gründung beteiligt hat. — 
In der Flurnamenforschun g kann mit der Aufnahme 
der Flurnamen bald begonnen werden. Die zunächst er 
forderlichen Vordrucke, die an die einzelnen Bearbeiter 
verteilt werden sollen, find dem Verein von dem Fuldaer 
Geschichtsverein geliefert worden, der die Herstellung gelegent 
lich derjenigen für seine eigene Flurnamenforschung freund 
nachbarlichst übernommen hatte. Es soll mit der Ermitte 
lung der Flurnamen im Kreise Homberg der Anfang 
gemacht werden. Von der ursprünglichen Absicht, sofort 
mit sämtlichen Kreisen Kurheffens, außer dem Kreise Fulda, 
den der dortige Geschichtsverein bearbeitet, zu beginnen, 
hat der Vorstand der sehr erheblichen Kosten wegen Ab 
stand genommen. Die Bearbeitung eines einzelnen Kreises 
bietet zudem die erwünschte Möglichkeit, die dabei gemachten 
Erfahrungen bei der Aufnahme der weiteren Kreise zu 
verwerten. Es wurde der Kreis Homberg gewählt, einmal, 
weil er. als im Mittelpunkte Hrffens gelegen, dazu besonders 
geeignet erscheint, und ferner, weil wir sicher find, dort 
sowohl bei der Leitung des Kreises als bei den Kreis- 
eingeseffenen auf Würdigung und Unterstützung unseres 
Unternehmens rechnen zu können. — Der Erhaltung 
unserer hessischen Burgen und Denkmäler haben 
wir auch im abgelaufenen Vereinsjahre unsere Aufmerk 
samkeit gewidmet. Der Stadt Marburg zahlten wir wieder 
einen Beitrag zur Erhaltung der Ruine der Frauenburg. 
Einer Anregung unsere« Ehrenmitglieds, des Ritterguts 
besitzers Felix von Gilsa zu Gilsa, folgend, haben wir 
versucht, eine beffere Sicherung der Ruinen der Burg 
Schönstein, die als die kleinste der hessischen Burgen be 
sondere« Jntereffe verdient, herbeizuführen. Da aber der 
Landeskonservator uns dazu amtliche Mittel nicht in Aus 
sicht stellen konnte, mußte auf die Ausführung des Plans 
verzichtet werden. Dank find wir aber dem Oberförster 
Borchers zu Schönstrin, Bezirk Densberg, schuldig, der sich 
gern bereit erklärt hat, auch ferner der Ruine seinen und 
der ihm unterstellten Forstbeamten Schutz angedeihen zu 
lassen. — Bei dem Landesdirektor in Hessen sind wir 
wegen einer billigeren und handlicheren Ausgabe des 
Inventars der Baudenkmäler vorstellig geworden. — 
Die Auflassung des Bickellschen Hauses an den Käufer 
hat leider immer noch nicht erfolgen können, da es bisher 
nicht gelungen ist, von einigen der Erben die erforderlichen 
amtlichen Beglaubigungen ihrer Abtretungsurkunden zu 
erhalten. Es sind uns dadurch auch im abgelaufenen 
Jahre größere Ausgaben an Zinsen erwachsen. Demgegen 
über können wir mit Dank verzeichnen, daß unS weitere 
außerordentliche Zuwendungen zugegangen sind. — Durch 
das opferwillige Entgegenkommen des Staates, des Bezirks 
verbands. der Stadt Kassel, des Kasseler Handels- und 
Gewerbevereins, sowie durch private Unterstützung ist es 
gelungen,.den Bau des hessischen Landesmufeums in 
Kaffel zu sichern, für den die erste Rate bereits in den 
Staatshaushaltsetat für das Etatsjahr 1910 eingestellt ist. 
Wenn wir dies« Tatsache an sich schon freudig begrüßen 
müssen' so können wir dies mit um so größerer Genug 
tuung tun. als unser Verein zum Gelingen des lange 
geplanten Unternehmens wesentlich beigetragen hat. Mehrere 
Jahre wurde sowohl zwischen den Vorständen zu Kaffel 
und Marburg, als auch im Kreise des Gesamtvorstandes 
darüber verhandelt, in welcher Weise eS zu ermöglichen 
sein würde, die reichen Sammlungen unseres Vereins zum 
Nutzen des Landesmuseums. und damit zum Besten ganz 
Kurheffens. zu verwerten. Es war nicht leicht, ohne Ver 
letzung berechtigter Interessen eine Lösung dieser Frage zu 
finden. Nun aber sind wir in der angenehmen Lage, mit 
teilen zu können, daß sich eine alle Teile befriedigende 
Lösung hat finden lassen. Nach Fertigstellung de« Baues 
des Landesmuseums wird ein großer Teil der Vereins 
sammlungen einen wesentlichen Bestandteil der im Museum 
zur Ausstellung gelangenden Altertümer bilden, selbst 
verständlich unter Wahrung unseres Eigentumsrechts. Da 
neben wird aber in Marburg ein beträchtlicher Teil der 
Sammlungen zurückbleiben, der eine spezielle Sammlung 
Marburger Altertümer bilden, außerdem aber derart aus 
gewählt werden wird, daß er den Lehrern und Hörern 
der Marburger Universität als Lehrmittel auf den ver- 
fchiedensten Gebieten dienen kann. — Bei der Jahres 
versammlung des Gesamtvereins der deutschen 
Geschichts- und Altertumsvereine in WormS am 
9. bis 12. September 1909 war der Verein durch den 
Bibliothekar Or. oaeä. Lange vertreten, bei der Jahres 
versammlung des nordwestdeutschen Verbandes für Alter 
tumsforschung in Xanten. Bonn und Mayen am 30. März 
bis 1. April 1910 durch denselben und Museumsdirektor 
l)r. phil. Boehlau. Dem Verein .Herold" in Berlin 
überbrachte Landesökonomierat Frhr. von Canstein zu 
seinem 40jährigen Jubiläum, das am 2. November 1909 
gefeiert wurde, die Glückwünsche unseres Vereins. Der 
Enthüllung des zu Ehren des „Kanzlers von der Lichten 
auen" Johannes Feige, in Lichtenau errichteten Brunnens 
wohnten der Vorsitzende, der Kaffenführer und der Schrift 
führer als Vertreter des Vereins bei. — Eine neue Fassung 
der Vereinssatzung hat sich seit längerer Zeit als not 
wendig herausgestellt und wird uns nachher noch befchäf-
	        

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