Full text: Hessenland (16.1902)

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den Niederlanden aus. rückte ebenfalls nach Deutsch 
land, und es kam dann am 27. Juni 1743 bei 
Dettingen zwischen Georg II. und den Franzosen 
unter Noailles zu einer Schlacht, in welcher die 
letzteren eine gründliche Niederlage erlitten. Das 
zur englischen Armee gehörige hessische Corps lag 
aber zu dieser Zeit in — Hanau. 
Es ist nun die Frage, wo standen jetzt die 
unter das Kommando des Kaisers gestellten hessi 
schen Truppen von 3000 Mann? Dies Corps 
befand sich im Mai im Lager bei Marktl, es stand 
am 7. Juni bei Ncuhausen. am 14. Juni am 
Lech und zog am 20. Juni nach Rain. Am 
22. Juni wurde dies verlassen, da sich die baieri- 
sche Armee, folglich auch das hessische Corps, auf 
das linke Lech-User zurückzog, und am 26. Juni 
verließen die Hessen auch diese Stellung, um 
im Verbände der Armee Karls VII. den Rückzug 
ans Donauwörth anzutreten. Sie können also am 
folgenden Tage, den 27. Juni, nicht bei Dettingen ! 
am Main gewesen sein und dem hessischen Corps I 
im englischen Armeeverbande umsoweniger gegen 
über gestanden haben, als Hessen überhaupt hier 
nicht am Schlachtselde erschienen. Nach der aus 
diese Ereignisse folgenden Union zwischen dem 
Kaiser, Preußen und Hessen re. traten alsdann 
auch jene 6O0O Mann Hessen in den Dienst des 
Kaisers über. Kurz: weder am 27. Juni 1743 
noch zu einer anderen Zeit standen Hessen sich 
gegenüber. Das „Jeder muß für sich selbst sorgen" 
galt aber selbstverständlich auch für einen hessischen 
Landgrafen, wenn er nicht „beim Friedensschlüsse 
untergeteilt" sein wollte. So — nachgewiesen 
und nachzulesen im vierten Bande der im Auftrag 
des k. k. österreichischen Generalstabs herausgegebenen 
Geschichte des österreichischen Erbfolgekrieges (Wien 
1900). Daß übrigens in Berlin die Stellung 
von 3000 Mann unter das neue Reichsoberhaupt 
eher gern gesehen, als ein Stein des Anstoßes 
war, das geht allein schon daraus hervor, daß 
König Friedrich II. den Landgrafen Wilhelm 
kurze Zeit vor der Katastrophe bei Dettingen 
j nach Berlin eingeladen und dort „das alte Bünd- 
I nis zwischen Hessen und Brandenburg erneuert 
hatte". 
(Schluß folgt.) 
Dr wean-erowed. 
(Hinterländer Mundart.) 
Ohm Owed eam Weander, eam Steabche d'rheem. 
To hun ich mei Lost ean mei ganze Bläsier, 
To setze die Weisleu ean strecke, ean spean, 
Ean schneatzest die Mannsleu, ean luj ernst die Kean — 
D'r Boarer leest 's Mierche vom Nuthkäbbche fier. 
Ihr sinnt m'rsch g'gläwe, wüi sillt 's ois wähl gieh. 
Wann emol ois Bauern kenn Weander mie kiem. 
Wann all doas G'mergel 3 ) bei Sonn'schei ean Rah st — 
Mit Sichel entt Seaste st. mit Bluck st ean met Wah st, 
Bei Sootzeit ean Ernte, ke Enn hüi mie niem. 
Da wean m'r — verzeih m'r, ach Hergoatt, mei Sinn — 
Da wean m'r woarhaftig noach inner d'm Vieh, 
M'r kieme kenn Owed z'm Schwätze beineh — 
's hüälte ke Schronn st mie. ke Buch wier z' seh, 
Eau kinnt m'r ke Stonn mie z'm Nachher g'gieh. 
Ean da noach d's Schleamste — doas will ich uch sah — 
Doas wier noach d's Schleamste vo allem d'rbei, 
Na nz Hausen. 
Da lernt jo kenn Borsch hüi ke Mäüche mie kenn. 
Da hüt jo d's ganze Gschäft baal e Enn, 
Da wier bei d'r Bauern d's Freie v'rbei. 
Eam Weander, d'r ezige Zeit ean d'm Johr. 
Deß emol die Bauern beinaaner eam Haus. 
Da komme die Bürsch'cher eau hu sich nau oh st, 
Ean gucke baal häi, ean 's gucke baal do — 
Eau gucke fiern Sommer die Weiwer sich aus. 
Drim low' ich d'r Weander met Froaft eau met Rouh 'st, 
's eas doach vom Johr nu d's wichtigste Steck, 
He breangt ois fiers Froijohr die Kraft ean die Lost. 
Ean manchem häßbobbernde 'st Herz ean d'r Brost 
Fier'n Sommer d's Leawens d's bloihenste Gleck. 
st schnitzen, st lauschen, st rastlose, angestrengte Arbeit, 
st Regen, st Sense, st Pflug, st Wagen, st es heilte keine 
Schrunde (Riß an den Händen rc.), st haben neue Kleider 
angezogen, 'st Ruhe. ") heiß klopfenden. 
- Heinrich Naumann.
	        

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