Full text: Hessenland (16.1902)

gemacht hatten, wofür sie das unumschränkte Lob 
des Generals v. Brauchitsch ernteten, wurde „Feuer 
vorbei!" geblasen und Offiziere wie Soldaten gaben 
sich willkommenen Stärkungen hin. Auf die ersteren 
übten selbstverständlich die Hofküchenwagen eine 
besondere Anziehungskraft aus, wo die Frau 
F ü r st i n v o n H a n a u in liebenswürdigster Weise 
die Wirtin machte. Mit einem Hinweis ans die 
neue Zeit, die sich im Militärwesen so gewaltig 
entwickelt habe, schloß Herr I)i-. Schwarzkopf seinen 
mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag, der 
in frischen Farben ein äußerst getreues Bild des 
kurhcssischen Mauöverlebeus gab. Als sichtbare 
Erinnerungszeichen an die damaligen hessischen 
Truppen waren Bilder, Waffen und Bekleidungs 
stücke aller Art aus den reichhaltigen Sammlungen 
des Redners wie des Herrn Konstantin Rudolph 
aus Kassel aufgestellt. 
Kronprinz von Dänemark. Am -80. Ok 
tober stattete der Kronprinz'von Dänemark 
dem 2. Kurhessischen Husaren - Regiment Nr. t4, 
Landgraf Friedrich II. von Hessen-Homburg, dessen 
Chef der Kronprinz ist, von Berlin aus einen Besuch 
in Kassel ab. Auf dem Friedrichsplatz fand nach 
mittags die Vorstellung des Regiments statt. — Da 
die Mutter des Kronprinzen eine hessische Prinzessin 
war und auch die sonstigen verwandtschaftlichen 
Beziehungen zwischen dem dänischen Königshanse 
und der hessischen Fürsteufamilie sehr nahe gewesen 
sind, so entbehrt diese Anwesenheit des dänischen 
Thronfolgers in Kassel nicht eines gewissen geschicht 
lichen Interesses. 
Universität 6 Nachrichten. Ter ordentliche 
Professor Dr. Hugo Ribbert zu Marburg ist in 
gleicher Eigenschaft in die medizinische Fakultät der 
Universität zu Göttingen versetzt worden. — Der 
bisherige Assistent am Historischen Institut zu Rom 
Dr. Johannes Haller ist znm außerordentlichen 
Professor in der philosophischen Fakultät der Uni 
versität Marburg ernannt worden. — Professor 
Di-. W rede in Marburg ist zum Bibliothekar an 
der Königs. Bibliothek zu Berlin ernannt worden, 
behält jedoch seinen dienstlichen Wohnsitz in Marburg. 
—--8" 
Hessische L 
Müller, H. F. Emanuel. Neues Weihnachts 
Festspiel für Soli und gemischten Chor mit 
Klavierbegleitung, tst». 28. Fulda, Verlag 
von Aloys Maier. 
Eine Besprechung dieses geistlichen Festspieles, dessen 
Komponist und Verleger Hessen sind, darf in dem „Hessen- 
Jnbiläum. Der Präsident des Landgerichts 
zu Hanau, Herr Geheimer Ober-Justizrat Louis 
Koppen, welcher am 14. August 1881 zu Kassel 
geboren ist, beging am 29. Oktober die Feier des 
5 0jährigen Dienstjubiläums, da er au 
diesem Tage im Jahre 1852 vor dem Kurfürst 
lichen Obergericht in Kassel die Referendarprüsung 
bestanden hatte und vereidigt worden war. Am 
16. August 1860 wurde er zum Amtsassessor in 
Schmalkalden und ein Jahr später zum Gerichts 
assessor an dem Kurfürstlichen Stadtgericht in Kassel 
ernannt, von wo er 1868 als Obergerichtsassessor 
nach Rinteln versetzt wurde. Nachdem er 1867 
Kreisrichter am dortigen Kreisgericht geworden war. 
wurde er 1871 Kreisgerichtsrat daselbst, 1874 
Kreisgerichtsdirektor in Bergen auf der Insel Rügen 
und bei Einführung der neuen Justizorganisatiou 
1879 Landgerichtsdirektor am Landgericht zu Wies 
baden. Am 1. Oktober 1885 fand seine Ernennung 
zum Landgerichtspräsidenteu au dem Landgericht 
in Limburg statt. Von dort wurde er am I. April 
1888 in gleicher Eigenschaft an das Landgericht 
Hanau versetzt, wo er noch heute in seinem Amt 
aus das erfolgreichste wirkt. Als vortrefflicher 
Jurist fand Herr Landgerichtspräsident Koppen auch 
verdiente Anerkennung durch Beförderung in eine 
hohe Rangklasse und Verleihung von Orden. In 
seinen jüngeren Jahren war der Jubilar auch 
schriftstellerisch thätig und hat die Fachlitteratur 
durch ein verdienstvolles Werk über „die Zivil 
prozeßordnung und die Zivilgesetze in Kurhessen", 
das 1861 erschien, bereichert. Möge Herr Geheimer 
Ober-Justizrat Koppen in der seitherigen geistigen 
Frische und körperlichen Rüstigkeit dem Staate, 
seinen Angehörigen und seinen Freunden noch lange 
erhalten bleiben! 
Kunst nach richten. Der in Düsseldorf seinen 
Studien lebende, ans Hessen gebürtige Kunstmaler 
Adolf Lins hat auf der Düsseldorfer Kunst 
ausstellung die kleine goldene Medaille erhalten. — 
Bei dem vom Verein zur Erhaltung und Pflege 
der Bau- und Kunstdenkmäler in Danzig aus- 
geschriebeneu Wettbewerb erhielten die Herren M. 
Hummel und K. Prövot, Architekten und Lehrer 
an der Baugewerkschnle zu Kassel, den ersten Preis. 
land" nicht unterlassen werden. Der erstere, früher 
katholischer Stadtpfarrer in Kassel, jetzt Doindechant in 
Fulda, hat schon viele solche Werke in leicht ausführbarem 
Oratorienstil mit Benutzung schöner, alter Kirchenchoräle 
verfasst, welche bei den Aufführungen durch großartige 
lebende Bilder illustriert werden. In allen bedeutenderen 
hessischen Städten und in ganz Deutschland haben die
	        

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