Full text: Hessenland (16.1902)

An die Sterne. 
3lu - wart mir Führer auf der Lebensbahn 
Und leise Leuchten, ihr bestaunten Sterne. 
Ihr hobt mein Leben läuternd himmelan 
Und lehrtet mich die Liebe fernster Ferne. 
Und das; die Stille meine Stärke sei, 
Und daß ich segne selbst die langen Nächte, 
Und daß ich — ein Gefangner — dennoch frei. 
Und daß ich glaube an die ewigen Mächte. 
Dberklingen. Karl 0. nst K| , oat . 
Das Paradies der Cöne. 
Es liegt ein Paradies weit hinter Dorn und Rohr . . . 
Rühr' ich den Riegel an, fo öffnet sich 
Sein Perlenthor . . . 
Dann höre ich den Strom der Töne rauschen . . . 
An seinem Blumenufer sink' ich hin, 
Entzückt zu lauschen . . . 
Und meiner Seele Saiten mit erklingen . . . 
Und rings die Lilien heben an 
Zu singen . . . 
Ich fühl' nicht mehr der Erde Nichtigkeit . . . 
Mein Sinn wird meergrund-tief, 
Mein Blick wird groß und weit: 
Des Pimmels Pforten feh' ich offen fteh'n . . . 
Die U?elt versinkt — — — ich hör' 
Der eig'nen Flügel lVeh'n . . . 
Ravolzhausr» Sascha Gifa. 
Rose. 
Sterblich ist Schönheit — 
U?ie bald ist die Rose entblättert, 
Die noch heute fo schön, 
Bald liegt sie vom UAndhauch gebrochen. 
Ihr seid mir gegrüßet, 
Schönheit des Geistes und perzens, 
Selbst in späteren Tagen 
Beglückt ihr, erringet den Sieg! 
t)c>"lburg. £ v. Sodenstern. 
Abschied. 
Nun bist Du weg — ich bin allein. 
Erblichen ist der Sonne Schein, 
Seit ich Dich lassen müssen. 
Nichts mehr von Dir, wohin ich schau' — 
Nur aus den Lippen noch der Tan 
von Deinen letzten Küssen. 
henri du $ais.
	        

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